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Auch Steidten-Bruder kommtFC ändert seine Talente-Strategie

Thomas Kessler und Tim Steidten beim Spiel gegen Bayer Leverkusen.

Copyright: Herbert Bucco

Thomas Kessler und Tim Steidten stellen das Thema Scouting und Recruiting beim 1. FC Köln komplett neu auf.

Der 1. FC Köln hat sein Scouting unter Tim Steidten neu aufgestellt. Der Fokus liegt in Zukunft auf internationalen Talenten, der Klub ändert dafür sogar seine eigene Philosophie. 

Das Finale um die deutsche Meisterschaft in der U19-DFB-Nachwuchsliga ist kaum gespielt, da sind die ersten vier Vizemeister schon weg.

Nach dem Wechsel von Topscorer Jason Ponente Ramirez zum Karlsruher SC verabschiedete sich nun auch Arian Römers bei Instagram von seinem Heimatklub. Zudem wollen auch Alessandro Puzzo und Thierry Karadeniz, der in der Endrunde nicht berücksichtigt wurde, ihre nächsten Entwicklungsschritte andernorts gehen.

Tim Steidten holt seinen Bruder ins Boot

Die Beispiele zeigen: Es hapert mal wieder beim Thema Übergang, von der einst „Goldenen Generation“ ist nur noch Jan Thielmann übriggeblieben – und selbst er ist nicht mehr unumstritten.

Oder aber die Entscheidungen wurden bewusst so getroffen, weil der FC aktuell dabei ist, seine Philosophie zu ändern: weg von einem Ausbildungsklub, der man Jahre lang sein wollte, hin zu einem Verkäuferklub. Der Fokus liegt jetzt ganz klar auf internationalen Talenten, die genießen oberste Priorität.

Dafür wurde in der neuen Struktur extra das Scouting umgestellt und ausgerichtet. Das besteht künftig aus drei Säulen: Livescouting, Daten- und Videoscouting und „Fokusspieler“. Ex-Chefscout Martin Schulz verantwortet das Livescouting, FC-Rückkehrer Tobias Vierkötter kümmert sich um Fokusspieler und Moritz Steidten um das Daten- und Livescouting.

Der Bruder von Tim Steidten, seines Zeichens Direktor Kaderplanung & Recruiting, übernimmt die Position von Gabor Ruhr. Der ehemalige Chefscout hat sich in seiner neu zugedachten Rolle nicht gesehen und daher seinen Vertrag beim 1. FC Köln aufgelöst (der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete zuerst).

Ziel ist es in Zukunft, internationale Talente früh aufzuspüren, verhältnismäßig günstig zu bekommen und später am besten teuer weiterzuverkaufen. Bei diesen Erlösen sehen die Verantwortlichen im Vergleich zur Bundesliga-Konkurrenz noch deutlich Luft nach oben.

Ein Vorbild ist Eintracht Frankfurt, das sich mit dieser Strategie in den letzten Jahren von einer Fahrstuhlmannschaft zu einem dauerhaften Europa-Anwärter gemausert hat. Vorreiter für die neue Ausrichtung sind dabei Rav van den Berg und Jahmai Simpson-Pusey, die eines Tages ein Vielfaches ihrer Ablöse einbringen sollen. Beim jungen Engländer laufen derzeit allerdings noch die Verhandlungen – bisher ist offen, ob der FC tatsächlich die Kaufoption zieht.

Das heißt nicht, dass die eigenen Talente vernachlässigt werden, doch das Hauptaugenmerk liegt zukünftig auf internationalen Juwelen. Ein Haupt-Zielmarkt ist dabei Skandinavien.

Die Idee dahinter: In Schweden, Norwegen oder Dänemark sind hoch veranlagte Spieler deutlich günstiger zu bekommen als in den großen Ligen. Die Chance, einen „Schnapper“ zu machen, deutlich größer. Doch dafür muss man früh dran sein, die Konkurrenz schläft nicht. Ein Auftrag an Steidten und sein Recruiting-Team.

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