Finanzielle Schieflage Transfers und Gehaltsgefüge: So wollen die FC-Geschäftsführer den Klub sanieren

Die Geschäftsführer des 1. FC Köln, Christian Keller (l.) und Philipp Türoff, bei der Saisoneröffnung auf den Stadionvorwiesen am 23. Juli 2022

Die Geschäftsführer des 1. FC Köln, Christian Keller (l.) und Philipp Türoff, bei der Saisoneröffnung auf den Stadionvorwiesen am 23. Juli 2022

Der 1. FC Köln befindet sich weiter in einer finanziell prekären Situation, das machten die Geschäftsführer Christian Keller und Philipp Türoff auf der Mitgliederversammlung nochmal deutlich. Aber sie haben auch einen Plan.

Der 1. FC Köln und das Geld – in den vergangenen Jahren keine wirklich einfache Beziehung. Auf der einen Seite Corona, auf der anderen Seite ein Leben auf Pump. Auf der Mitgliederversammlung am Dienstag (20. September 2022) wurde die finanzielle Schieflage des Klubs noch einmal deutlich.

Die beiden Geschäftsführer Christian Keller (43) und Philipp Türoff (46) sprachen in der Lanxess Arena offen über die Finanzlage des FC und nahmen dabei kein Blatt vor den Mund.

Christian Keller: „Der FC ist seit Jahren strukturell defizitär“

„80 Millionen Euro Verpflichtungen kann man nicht wegwischen. Der FC ist seit Jahren strukturell defizitär – das war schon vor Corona so. Es war immer so, dass es Transfer brauchte. Transfers sollen aber Wachstum ermöglichen und nicht Lücken schließen“, sagte Keller auf der Versammlung.

Ja, der FC hat durch die Corona-Pandemie einen Umsatzverlust von 85 Millionen Euro verkraften müssen. Aber: Bereits in den Jahren zuvor hat der Klub finanziell teils weit über seinen Verhältnissen gelebt.

Beispiele? 2018 folgte der bittere Abstieg nach der Europa-Saison. Als Absteiger nahmen die Kölner zwar fast 18 Millionen Euro durch Spielerverkäufe ein, gaben allerdings auch knapp 17 Millionen Euro für neue Spieler aus. So kann sich kein Bundesligist von einem Abstieg erholen.

1. FC Köln hielt sich mit Spielerverkäufen über Wasser

Im Sommer 2019 folgten dann die Überinvestitionen für den Klassenerhalt, der FC machte ein Transferminus von rund 13 Millionen Euro. Und auch im ersten Corona-Sommer 2020 ging der FC fleißig auf Shopping-Tour, erreichte ein erneutes Transferminus von über zwei Millionen Euro.

In den vergangenen Jahren konnte sich der Klub nur durch Spielerverkäufe wie Serhou Guirassy (26, 2019 für sechs Millionen nach Amiens), John Cordoba (29, 2020 für 15 Millionen zur Hertha), Sebastiaan Bornauw (23, 2021 für 13,5 Millionen nach Wolfsburg) und Salih Özcan (24) und Anthony Modeste (34, 2022 für insgesamt zehn Millionen Euro zum BVB) über Wasser halten.

Keller und Türoff wollen den FC jetzt neben dem aktuellen sportlichen Erfolg auch finanziell in eine erfolgreiche Zukunft führen. Ein weiteres Beispiel? Der zurückliegende Transfersommer.

1. FC Köln: Verträge von Großverdienern laufen 2023 aus

Keller räumte den Kader auf, nahm zudem ein Transferplus von fast sechs Millionen Euro ein und verbesserte den Kader zudem noch in der Breite. Dazu kommt, dass im kommenden Sommer die Verträge von Jonas Hector (32), Ellyes Skhiri (27), Mark Uth (31) Sebastian Andersson (31), Timo Horn (29) und Kingsley Schindler (29) auslaufen.

Die drei erstgenannten sollen bleiben, vor allem für Hector und Skhiri will sich der Klub finanziell strecken. Alle anderen – verdienen mindestens siebenstellige Summen im Jahr – müssen auf Gehalt verzichten oder sich einen neuen Klub suchen. Damit ist die neue Gehaltsstruktur beim FC fast vollständig durchgesetzt.

Ungeachtet der auslaufenden Verträge: Sofern alles normal bleibt (keine Winter-Einkäufe, keine Pandemie-Beschränkungen), wollen die FC-Geschäftsführer für die Saison 2022/23 wieder einen Gewinn einfahren. Und im Anschluss kann Keller die Transfers eintüten, mit denen er den FC sportlich verstärken will – und nicht wieder nur Lücken schließt.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.