Lukas Kwasniok hatte keine Verwendung für Jusuf Gazibegovic. Der Bosnier blickt zerknirscht auf die Zeit beim FC zurück und lässt seine Zukunft im Sommer offen.
„Macht keinen Sinn“FC-Reservist hadert mit Köln-Zeit und lässt Zukunft offen

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Linton Maina, Jusuf Gazibegovic und Florian Kainz verfolgen ein FC-Spiel von der Bank aus.
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Von ihm hatte man sich beim 1. FC Köln deutlich mehr versprochen. Jusuf Gazibegovic kam im Winter 2025 mit Champions-League-Erfahrung und ebenso großen Erwartungen aus Graz ans Geißbockheim.
Doch nachdem der Bosnier weder in der 2. Liga noch im ersten Bundesliga-Halbjahr signifikante Spuren hinterlassen konnte, zog es ihn im Januar zurück nach Österreich. Denn unter Lukas Kwasniok war der Rechtsverteidiger chancenlos. Lediglich am zweiten Spieltag beim 4:1-Sieg gegen den SC Freiburg durfte „Gazi“ 22 Minuten mitwirken, sonst reicht es meist nicht mal für den Kader.
Gazibegovic: Kein Verständnis für Kwasniok
Sehr zum Unverständnis des ehrgeizigen Bosniers. „Ich habe eigentlich eine gute Vorbereitung gespielt, kann mich an kein Spiel erinnern, wo ich etwas falsch gemacht oder nicht gezeigt hätte, dass ich unbedingt will. Dann kamen die ersten Pflichtspiele, ich war nur im Kader und habe nicht gespielt. Da habe ich schon signalisiert: Okay, vielleicht wäre es besser zu gehen“, sagte Gazibegovic im Sturm-Podcast „BlackFM.at“.
Eine richtige Erklärung, warum er außen vor war, habe er nie wirklich erhalten, meinte Gazibegovic. Er habe sich nach seiner Ansicht auch im Training nie hängenlassen, obwohl er nach dem Freiburg-Spiel sechsmal in Folge nicht im Kader stand.
„Ich habe es einfach nicht verstanden und natürlich oft die Gespräche gesucht, warum ich nicht spiele und nicht dabei bin. Ich habe nicht gesagt, dass ich spielen muss, sondern dass ich im Kader sein muss. Es war wirklich nicht so schlecht, dass ich nicht dabei bin. So habe ich das nicht empfunden“, blickt Gazibegovic auf seine Trainingsleistungen zurück.
Anfangs sei er noch vertröstet worden, dass er „seine Chance bekomme“. Doch im Laufe des Herbstes sei ihm dann seine ausweglose Situation bewusst geworden. Unter diesem Trainer werde er wohl keine faire Chance mehr bekommen.
„Irgendwo habe ich dann gesehen: Das macht keinen Sinn. Irgendwann war der Moment gekommen, wo ich mich entscheiden musste.“ Und die Entscheidung lautete: „Ich will hier weg. Ich muss unbedingt spielen, ich will auch das Nationalteam nicht komplett verlieren“, sagt Gazibegovic.
Für ihn ging dann die Tür bei seinem Ex-Klub auf. In Graz empfing man den verlorenen Sohn mit offenen Armen. Beim Sturm gehört Gazibegovic, der aktuell mit einer Muskelverletzung pausieren muss, wieder zum Stammpersonal, kommt regelmäßig zum Einsatz. Der Plan, zu spielen, wieder in den Rhythmus zu kommen und zu zeigen, was er kann, ist bislang vollends aufgegangen.
Nun lautet die große Frage, wie es im Sommer weitergeht. Denn Gazibegovic ist bislang nur ausgeliehen. Dazu sagt er: „Ich denke gar nicht an den Sommer. Ich möchte mich auf der größten Bühne zeigen, das ist ganz klar. Aber derzeit bin ich voll auf das Hier fokussiert.“
Die große Bühne wäre die Bundesliga. Doch unter Kwasniok ist eine Rückkehr nur schwer vorstellbar. Nur, wenn sich bis zum Sommer etwas auf der Trainerposition in Köln tun würde, könnte Gazibegovic einen zweiten Anlauf in Deutschland nehmen.


