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Nach Kritik am Dauerkarten-Plan Erpressung? FC-Boss Wehrle kontert Fan-Vorwürfe

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FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle hält den Dauerkarten-Plan für eine faire Lösung.

Köln – Der Dauerkarten-Plan des 1. FC Köln schlägt auch am Tag nach seiner Veröffentlichung hohe Wellen. Die Kompensationsmöglichkeiten, die der Klub seinen 25.000 Dauerkartenbesitzern präsentiert hat, sorgen für mächtig Fan-Ärger in den Sozialen Netzwerken und den FC-Foren. Geschäftsführer Alexander Wehrle (45) bezieht Stellung.

Mit diesem Gegenwind haben die FC-Verantwortlichen wohl nicht gerechnet. Vor allem der Plan, Dauerkarteninhaber, die auf eine vollständige Erstattung verzichten, im Falle einer Teilöffnung der Stadien bei der Vergabe der Plätze zu bevorzugen, stößt vielen Anhängern sauer auf. Ein Vorwurf, der in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht: Erpressung.

Alexander Wehrle verteidigt Dauerkarten-Plan des 1. FC Köln

Wehrle weist solche Kritik von sich, sagt gegenüber EXPRESS zu den Fan-Vorwürfen: „Wir haben diese Ansätze mit allen Gremien – auch dem Mitgliederrat – abgestimmt. Wir sind der Überzeugung, dass wir für alle eine faire Lösung gefunden haben. Es war uns wichtig, dass jeder eine Wahl hat. Wir haben drei Möglichkeiten vorgegeben. Jeder kann für sich persönlich entscheiden, welche Variante für ihn am besten ist.“

Mediendirektor Tobias Kaufmann ergänzt zur Bevorzugung der verzichtenden Fans: „Falls zu wenige Plätze zur Verfügung stehen und gelost werden muss, wäre es unfair, wenn ein Fan, der seinen Verzicht auf eine Erstattung erklärt und damit ein finanzielles Risiko in Kauf genommen hat, nicht ins Stadion kann, während ein anderer Glück hatte.“

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Dauerkartenbesitzer, die auf eine Erstattung ihrer Ticket-Zahlung verzichten, werden darüber hinaus auf einem speziellen Trikot verewigt. Dieses wird der FC in einem Heimspiel tragen. Das Trikot wird nicht zu kaufen sein – es ist nur für die Unterstützer auf Wunsch erhältlich.

Neben dem kompletten Verzicht bietet der Klub noch die Möglichkeit einer anteiligen Erstattung des Dauerkartenpreises. Fans bekommen das Geld also für jene Spiele zurück, die sie Corona-bedingt nicht besuchen können.

Die dritte Variante sieht vor, dass Dauerkarteninhaber in der Saison 2020/21 ausnahmsweise pausieren können.

Alexander Wehrle: „Hätten auch gar keine Dauerkarten verkaufen können“

„Wir hätten es auch wie andere Bundesliga-Vereine machen können, die gar keine Dauerkarten verkaufen, sondern nur Tageskarten zum Vollpreis. Finanziell wäre das lukrativer gewesen, aber ich halte es nicht für die fairere Lösung“, sagt Alexander Wehrle.

Nach EXPRESS-Informationen wurde auch das Modell von Borussia Mönchengladbach diskutiert. Beim Rhein-Rivalen sind die Dauerkarten erst zur Rückrunde gültig und werden daher auch nur mit 50 Prozent des eigentlichen Preises berechnet. Freigeschaltet werden die Dauerkarten nur, sobald wieder alle Inhaber ins Stadion dürften, in Gladbach also 30.000. Bei Teilbefüllung des Stadions gilt das Vorverkaufsrecht.

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DFL-Leitfaden lässt Bundesliga-Klubs Entscheidungsfreiheit

Am Ende entschied man sich jedoch beim FC geschlossen für eigene Kompensationsmöglichkeiten. Das ist laut dem DFL-Leitfaden für die Konzepterstellung zwecks Wiederzulassung von Stadionbesuchern auch rechtens. Darin heißt es: „Jeder Klub bleibt dabei berechtigt, die Kriterien für die Zuteilung der Tickets selbstständig zu bestimmen. Dabei sollten jedoch diskriminierungsfreie, sachliche und objektiv nachvollziehbare Standards gelten.“

Ab dem 31. Juli bis zum 11. August können sich Kölns Dauerkarteninhaber per Online-Fragebogen für eine Variante entscheiden. Nach Auswertung der Antworten startet am 19. August die Vergabe der Plätze für all jene Spiele, bei denen die Behörden eine Teilbefüllung des Rhein-Energie-Stadions ermöglichen. Die Abbuchung des Dauerkartenbetrags nimmt der FC ab dem 31. August vor.