Nach Fan-Wut Auch Verbraucherzentrale kritisiert Kölner Dauerkarten-Plan

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Im Saison-Endspurt 2019/20 blieb das Rhein-Energie-Stadion leer. Dauerkartenbesitzer konnten dem Klub Trikots, Schals und andere Utensilien leihen, die als Geister-Choreo auf der Osttribüne angeordnet wurden.

Köln – Am 18. September startet die neue Bundesliga-Saison. Aktuell wird intensiv diskutiert, ob und wie viele Zuschauer dann in die Stadien strömen dürfen.

FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle (45) erklärte im EXPRESS-Interview: „Ich wünsche mir eine bundesweit einheitliche Lösung, es kann aber auch sein, dass es Ländersache wird. Die Konzepte sind in der Abstimmung.“

Der FC hat bereits verschiedene Möglichkeiten dargelegt. Kritik kommt nicht nur von den Fans, auch die Verbraucherzentrale NRW sieht diese kritisch.

So geht es für die Dauerkarteninhaber des 1. FC Köln weiter

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Trotz der Corona-Krise hat kaum jemand sein Ticket gekündigt. Da abzusehen ist, dass zunächst – wenn überhaupt – nur ein Teil der Dauerkarteninhaber wieder ins Rhein-Energie-Stadion darf, bietet der FC nun erneut verschiedene Kompensationsmöglichkeiten an:

Nummer eins: Eine anteilige Erstattung des Dauerkartenpreises. Die Fans bekommen das Geld also für jene Spiele zurück, die sie Corona-bedingt nicht besuchen können.

Nummer zwei: Dauerkarteninhaber können in der Saison 2020/21 ausnahmsweise pausieren.

Nummer drei: Ein exklusives Sondertrikot. Dauerkartenbesitzer, die auf eine Erstattung ihrer Ticket-Zahlung verzichten, werden für ihre „besondere Treue“, wie es auf der Klub-Homepage heißt, auf einem speziellen Shirt verewigt. Dieses wird der FC in einem Heimspiel tragen. Das Trikot wird nicht zu kaufen sein – es ist nur für die Unterstützer auf Wunsch erhältlich.

Bessere Chancen auf Stadion-Rückkehr durch Verzicht

Zudem erklärt der FC: „Falls die Behörden eine Teil-Befüllung des Rhein-Energie-Stadions erlauben, werden alle Dauerkarteninhaber, die auf eine Erstattung verzichten, zuerst berücksichtigt. Sollten weniger Plätze zur Verfügung stehen als nötig, wird der Zugang zu den Spielen unter diesen Dauerkarteninhabern per Losverfahren aufgeteilt, sodass möglichst viele von ihnen möglichst viele Spiele sehen können.“

Heißt: Wer für seine Dauerkarte voll zahlt, ohne zu wissen, wie viele Spiele er kommende Saison besuchen kann, hat die besten Chancen auf eine schnelle Stadion-Rückkehr.

Kritik von Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Kritik für das Konzept kommt von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und von Fans. „Diese Regelung so zu machen, ist in jedem Fall verbraucherunfreundlich“, kritisierte Rechtsanwalt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale  und benannte bei der Kölner Variante als Problem: „Derjenige, der weniger Geld hat, wird dazu weniger bereit sein und derjenige, der mehr Geld hat, dem ist das vielleicht egal und der darf hinterher ins Stadion.“ Alexander Wehrle hatte die Idee zuletzt verteidigt (hier lesen Sie mehr).

Und auch Präsident Werner Wolf ist mit dem ausgearbeiteten Konzept zufrieden, verriet er zuletzt im EXPRESS-Interview (hier lesen Sie mehr)

Fans des 1. FC Köln reagieren wütend

Besonders den Fans stößt die Regelung aber sauer auf. Die Reaktionen der Anhänger fielen überwiegend verheerend aus, binnen weniger Minuten türmten sich auf den sozialen Kanälen des FC negative Kommentare. Ein Vorwurf, der immer wieder auftaucht: Erpressung.

Hier lesen Sie mehr: 1. FC Köln in der Kader-Analyse – so viele Profis sollen noch gehen

Auf die Abbuchungen der Dauerkarten-Zahlungen für 2020/21 hatte der FC im Juni zunächst verzichtet. Diese sollen nun Ende August erfolgen. Ende Juli sollen alle Dauerkarteninhaber online nach ihrer bevorzugten Kompensations- oder Erstattungsoption befragt werden. (mze)

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