Für die Kölner Haie ging es im dritten DEL-Halbfinale gegen die Eisbären Berlin. Nach einem gebrauchten Nachmittag stand am Ende eine 2:4-Niederlage.
Zahlreiche Prügel-SzenenKölner Haie verpassen Wunder und verlieren hitziges Spiel

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Spiel drei im DEL-Halbfinale! Die Kölner Haie waren am Sonntag (12. April 2026) bei den Eisbären Berlin zu Gast. Nach je einem Sieg pro Mannschaft ging es um die erneute Führung in der „Best of seven“-Serie, die sicherten sich am Ende eines hitzigen Spiels die Hauptstädter.
Der KEC lag zur Mitte des dritten Drittels bereits mit 0:3 zurück, die Aufholjagd kam spät und wurde mit dem vierten Berliner Treffer in der 58. Minute endgültig beendet. Hier gibt es das Spiel noch einmal zum Nachlesen.
Gebrauchter Haie-Nachmittag nach torlosem Drittel
Eisbären Berlin - Kölner Haie 4:2 (0:0|1:0|3:2)
Tore: 1:0 Pföderl (23.), 2:0 Jonas Müller (42.), 3:0 Lancaster (46.), 3:1 Bokk (53.), 3:2 Kaski (56.), 4:2 Pföderl (58.)
Stand in der „Best of seven“-Serie nach Spiel zwei: Kölner Haie - Eisbären Berlin 1:2
1. Drittel: Mit einer Choreo heizen die Fans ihrer Mannschaft nochmal ein, bevor die Scheibe über das Eis fliegt. Die Eisbären haben ein großes Ziel und wollen ihren Titel verteidigen, nachdem sie vor einem Jahr die Finalserie gegen die Haie gewannen.
Im Spiel ist dann direkt Feuer drin! Brady Austin und der Berliner Manuel Wiederer tragen eine erste Meinungsverschiedenheit in der 3. Minute mit den Fäusten aus. Es gibt zwei Minuten Strafe für beide.
Berlin ist in der Anfangsphase die aktivere Mannschaft und hat ein Abschluss-Plus, aber zunächst noch ohne die ganz große Gefahr. Juvonen zeigt sich nach acht Minuten dann mit seiner ersten Glanztat bei einem Schuss von Ty Ronning. Auf der anderen Seite hat Valtteri Kemiläinen kurz darauf die beste Haie-Chance, doch Keeper Jake Hildebrand ist da.
Ein Chancenfestival ist das erste Drittel unter dem Strich nicht. 20 Minuten sind gespielt, Tore fehlen in Berlin bislang. Da hatten die ersten beiden Duelle mit insgesamt 15 Treffern deutlich mehr geboten.
Die Gastgeber haben mehr Abschlüsse, aber nur vereinzelte Top-Gelegenheiten. Die Haie können dafür kurz vor Ende des Abschnitts ihr erstes Powerplay nicht konsequent nutzen.
Pföderl bringt Eisbären Berlin in Führung
2. Drittel: Kurz nach dem Start in den Mittel-Abschnitt gibt es die erste Unterzahl für die Haie: Tanner Kero muss für zwei Minuten vom Eis. Juvonen ist beim schnellen ersten Eisbären-Abschluss direkt da, kurz darauf trifft dann aber Leo Pföderl satt ins kurze Eck und erwischt den Haie-Goalie auf dem falschen Fuß.
Schnell reagieren können die Haie aber nicht, stattdessen kassiert Oliwer Kaski direkt die nächste Strafe. Schon wieder sind die Kölner mit einem Mann mehr auf dem Eis. Immerhin lassen die Eisbären ihr zweites Powerplay ungenutzt, der zweite Treffer liegt aber in der Luft.
Kaum sind die Haie wieder komplett, muss Austin dann mit der nächsten Zeitstrafe vom Eis. Nach Video-Check nehmen die Schiedsrichter diese Entscheidung aber zurück, der KEC bleibt vollzählig. Dennoch bleibt nach der Hälfte des Spiels der Eindruck: Die Kölner machen heute Nachmittag definitiv nicht ihr bestes Spiel und kommen zu selten zu Chancen.
Beim 0:1 sieht Juvonen nicht gut aus, ansonsten ist es aber vor allem dem Finnen zu verdanken, dass die Berliner nicht öfter getroffen haben. Besonders Ronning ist heiß auf sein Tor, findet aber auch in Minute 28 mal wieder seinen Meister im Goalie. Chancenverhältnis im 2. Drittel: 12:3!
Jan Luca Sennhenn sagt im kurzen Pausen-Interview bei MagentaSport: „Wir sind besser ins 2. Drittel gekommen, haben das Momentum durch die Strafen leider verloren. Jetzt gilt es, zurückzukommen und weiter Vollgas nach vorne zu geben.“
Die Frust-Szenen beim KEC häufen sich: MacLeod langt vor dem gegnerischen Tor zu, dann checkt Tyrväinen Gegenspieler Lean Bergmann in vollem Tempo zu Boden. Während der Berliner vom Eis in die Kabine muss, gibt es zwei Minuten für den Haie-Finnen.
Mit Drittel-Ende fliegen dann schon wieder die Fäuste, Russell und Moritz Müller sind von den Haien beteiligt, die Schiedsrichter haben alle Hände voll zu tun. Dann geht es für beide Teams in die Kabinen. Das Chancenverhältnis nach 40 Minuten liegt bei erdrückenden 40:10.
Kölner Haie mit Horror-Start ins letzte Drittel
3. Drittel: Der finale Abschnitt läuft. 20 Minuten bleiben den Kölnern noch, um eine bisher enttäuschende Auswärtsfahrt noch versöhnlich zum Abschluss zu bringen. Doch dann gibt es die ganz kalte Dusche!
Jonas Müller kommt gerade vom Wechsel auf das Eis, ist nach einem Schuss von Marcel Noebels dann sofort vor dem Tor zur Stelle und drückt die Scheibe aus kurzer Distanz über die Linie. 2:0 Berlin zum Start ins 3. Drittel.
Vier Minuten später wird es für Köln dann noch schlimmer. Mit einem satten Strahl unter die Latte erhöht Les Lancaster auf 3:0 für Berlin. Partystimmung in Berlin, während beim KEC und dem mitgereisten Anhang die Gesichter immer länger werden.
Juvonen ist es zu verdanken, dass das Debakel nicht noch größer wird. Im Spagat rettet der Finne überragend und verhindert den vierten Einschlag an diesem Nachmittag. Beinahe der Shorthander für die Berliner, die zu diesem Zeitpunkt ein Mann weniger sind.
54:13 Schüsse hat die Datenerfassung zehn Minuten vor dem Ende des Spiels notiert. Die Haie haben hier zu keiner Zeit wirklich gut ins Spiel gefunden, doch jetzt trifft etwas überraschend Dominik Bokk! Der Ehrentreffer macht sieben Minuten vor Schluss jetzt aber doch noch einmal Hoffnung. Geht da noch was?
Bei 4:35 Minuten nimmt Haie-Trainer Kari Jalonen eine Auszeit und schwört seine Truppe auf die Schlussphase ein. Die Haie nehmen schon jetzt den Torhüter vom Eis und riskieren alles – und nur wenige Sekunden später zappelt die Scheibe wieder im Netz! Oliwer Kaski zieht aus der Distanz ab, noch abgefälscht schlägt der Abschluss ein.
2:31 Minuten stehen jetzt noch auf der Uhr, Juvonen geht wieder vom Eis. Kurz darauf liegt die Scheibe dann aber bei Pföderl auf dem Schläger und er trifft aus der Distanz ins leere Tor. 4:2 für Berlin – davon können sich die Haie nicht mehr erholen. Das dritte Halbfinale geht an die Eisbären, der KEC erlebt bis auf die kurze Phase in der Schlussphase einen ganz bitteren Nachmittag.
„Die Niederlage geht in Ordnung. Wir wussten, dass Berlin mit einer starken Reaktion kommen würde. Aber wir konnten es nicht gut genug umsetzen. Wir hatten zu wenig Intensität, haben nicht genug Zweikämpfe gewonnen“, ärgert sich Kapitän Moritz Müller nach dem Spiel am Mikrofon von MagentaSport.
Müller mit Blick auf die gesamte Serie: „So sind die Playoffs. Wir haben zwei Spiele auswärts verloren und müssen jetzt wieder zu Hause gewinnen. Im Halbfinale ist es selten so, dass man einfach über den anderen drübermarschiert. Jetzt müssen wir ein ganz kurzes Gedächtnis haben, das Spiel abhaken und unsere Heimspiele gewinnen.“
