Bitter für NHL-Profi Leon Draisaitl Olympia findet ohne den Kölner Ausnahme-Spieler statt

Leon Draisaitl im Spiel der Edmonton Oilers gegen die Seattle Kraken.

Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers, hier im NHL-Spiel gegen die Seattle Kraken am 3. Dezember 2021, wird die Olympischen Winterspiele in Peking aller Voraussicht nach verpassen.

Die Vorfreude auf die Olympischen Winterspiele in Peking war riesig bei NHL-Star Leon Draisaitl. Doch nun kommt alles ganz anders. Bitter für den Kölner.

Das Ende dieses Eishockey-Jahres kam für ihn schneller als erwartet: Seit Sonntag (19. Dezember 2021) darf der aus Köln stammende NHL-Profi Leon Draisaitl (26) nicht mehr Eishockey spielen.

Wegen der explodierenden Corona-Zahlen sind die Spiele seiner Edmonton Oilers bis Weihnachten abgesagt, die Eisfläche fürs Training ist gesperrt. Die verlängerte Pause hat Folgen: Sein Traum von Olympia wird in den nächsten Tagen platzen.

Olympia-Absage der NHL-Profis wird erwartet

Denn mit mehr als 130 positiv getesteten Spielern und Trainern, 49 Spielabsagen und verschärften Corona-Maßnahmen in Kanada ist spätestens seit Montagabend (20. Dezember) klar: Bei den Winterspielen in Peking (4. bis 22. Februar 2022) werden die Stars aus der NHL wieder fehlen. Nur wenn in der vorgesehenen Olympiapause durchgespielt wird, wird die Liga ihr Mammutprogramm mit 82 Spielen pro Team bestreiten können. Nachdem der Spielbetrieb kurz vor den Feiertagen gestoppt wurde, wird die offizielle Olympia-Absage in Kürze erwartet.

Für Draisaitl, der schon beim sensationellen Silber-Coup 2018 in Pyeongchang nicht mitwirken durfte, eine große Enttäuschung. „Riesig“ hatte sich Deutschlands Sportler des Jahres 2020 darauf gefreut, „das endlich mal miterleben zu können“. Zusammen mit Torhüter Philipp Grubauer (30, Seattle Kraken) und Verteidiger Moritz Seider (20, Detroit Red Wings) war der Kölner von Bundestrainer Toni Söderholm (43) schon im Oktober für Olympia gemeldet worden.

NHL-Star Leon Draisaitl nicht zu Olympia: Nun greift Plan B

Für den Chefcoach greift nun Plan B. „Für mich war nie hundertprozentig klar, dass die NHL mitspielt“, sagte Söderholm. Wenn Draisaitl und Co. fehlen, wird sein Team komplett aus Spielern aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und anderen europäischen Ligen bestehen – darunter die ehemaligen NHL-Profis Dominik Kahun (26, SC Bern), Tom Kühnhackl (29, Skelleftea AIK) und Tobias Rieder (28, Växjö Lakers).

Der Vorteil: Söderholm fliegt mit der kompletten Mannschaft nach Peking und kann sofort mit allen trainieren. Und die Vorrundengegner haben plötzlich ein ganz anderes Kaliber. Statt Superstars wie Connor McDavid (24) und Sidney Crosby (34) stehen dann wohl Europa-Legionäre für Kanada auf dem Eis. Das wahrscheinliche Ersatzteam verzichtete vorsorglich schon auf die Teilnahme am traditionsreichen Spengler Cup in Davos. Ähnlich sieht es bei den USA aus.

NHL-Profis fehlen bei Olympia: Erinnerungen an 2018 werden wach

Diese Aussicht weckt Erinnerungen an 2018: Auch in Südkorea war die NHL nicht dabei – mit dem bekannten silbernen Happy End für die deutsche Mannschaft. Der damalige Bundestrainer Marco Sturm (43) glaubt deshalb: „Gerade ohne die NHL-Spieler wäre wieder alles möglich.“

Söderholm betont: „Auch mit der NHL hätte ich Möglichkeiten für uns gesehen. Jetzt kann mehr passieren.“ Über Vor- oder Nachteile will er nicht nachdenken: „Egal wer spielt, wir haben großes Selbstvertrauen. Wir haben genügend Qualität, die in Europa spielt.“

Für Draisaitl soll der Weihnachtsurlaub am 27. Dezember enden, das Spiel bei den Calgary Flames ist noch nicht abgesagt. Aktuell stehen sieben seiner Teamkollegen und Trainer Dave Tippett (60) auf der Corona-Liste. Und in Kanada werden mit Blick auf die Omikron-Variante die Maßnahmen verschärft, die Provinz Quebec ist wieder im Lockdown, Sportveranstaltungen sind vorerst ausgesetzt. Noch betrifft das nur die Montreal Canadiens – noch. (sid)

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