Beunruhigend Tomatenmark mit Schimmelgiften belastet – Ergebnis bei „Öko-Test“

In Tomatenmark ist Schimmel - erntereife Tomaten liegen in einem der bis zu 300 Meter langen Gewächshäuser eines Gemüsebaubetriebes.

„Öko-Test“ hat Tomatenmark untersucht und in der Hälfte der Produkte Schimmelpilzgifte nachgewiesen. Erntereife Tomaten liegen in einem der Gewächshäuser eines Gemüsebaubetriebes (Symbolfoto).

Mit Tomatenmark lassen sich viele leckere Gerichte zaubern und so gehört es in jede frische Küche. Doch Kunden müssen aufpassen, denn Öko-Test hat verschiedene Marken untersucht und festgestellt, dass mehr als die Hälfte ungewünschte Zutaten und Stoffe enthalten.

Köln. So gut wie jeder hat es zuhause: Tomatenmark ist aus den meisten Haushalten nicht wegzudenken und Bestandteil vieler Gerichte. Umso besorgniserregender sind die Ergebnisse eines aktuellen „Öko-Test“: Demnach wurden in der Hälfte der getesteten Produkte Schimmelpilzgifte nachgewiesen – und zwar in Mengen, die als „erhöht“ oder „stark erhöht“ bewertet wurden.

Tomatenmark: Gefahr durch giftigen Schimmel

Schimmelgifte im Tomatenmark – das ist nicht nur eklig, sondern kann in manchen Fällen auch gefährlich werden. Denn wie „Öko-Test“ betont, handelt es sich bei den Stoffen um sogenannte Alternariatoxine, speziell um Alternariol und Tenuazonsäure (TeA).

Beide stellen ein mögliches Gesundheitsrisiko für den Verbraucher dar. Alternariatoxine sind Gifte von Schimmelpilzen. Sie sind auf Pflanzen ziemlich weit verbreitet und können etwa in Nüssen, Getreide und Gemüse wie eben Tomaten stecken.

Alles zum Thema Öko-Test

Alternatiol wirkt dabei „in vitro genotoxisch“, bedeutet, das Gift kann das Erbgut beschädigen. Tenuazonsäure kann dagegen zu Organschäden führen, weil es die Proteinbildung im Körper negativ beeinträchtigen kann.

Öko-Test: In diesen Produkten steckt Schimmelpilzgift im Tomatenmark

Grenz- oder Richtwerte für die erlaubte Menge dieser Stoffe in Lebensmitteln gebe es momentan noch nicht. Und so wurden bei vier Herstellern bedenkliche Werte entdeckt.

In drei Bio-Produkten stecken Alternariatoxine in einer Höhe, die die von der Politik geplanten Richtwerte für verarbeitete Tomatenprodukte überschreiten. Ein weiteres Tomatenmark im Test übersteigt sogar beide Richtwerte für Alternariol und TeA deutlich.

Doch das ist nicht alles. Denn neben den Schimmelgiftpilzen wurden in fünf Produkten Spuren von besonders bedenklichen Pestiziden entdeckt. Und zwar Chlorfenapyr und Imidacloprid sowie Dimethomorph. Letzteres steht sogar im Verdacht, die menschliche Fortpflanzung zu beeinträchtigen.

Das sind die Testsieger vom Öko-Test:

  • Edeka Bio Tomatenmark doppelt konzentriert (0,85 Euro/200 g) – „sehr gut“
  • Basic Tomatenmark zweifach konzentriert (1,19 Euro/200 g) – „sehr gut“
  • Eden Tomatenmark einfach konzentriert (1,80 Euro/200 g) – „sehr gut“
  • Cucina Tomatenmark dreifach konzentriert Aldi Nord - „sehr gut “
  • Ja! Tomatenmark 3-fach konzentriert - „sehr gut “
  • Rewe Mondo Italiano Tomatenmark dreifach konzentriert – Netto Marken-Discount - „sehr gut “

Diese Produkte schnitten am schlechtesten ab:

  • Dm Bio Tomatenmark 2-fach konzentriert (0,85 Euro/200g) - „mangelhaft “
  • Ener Bio Tomatenmark 2-fach konzentriert (0,89 Euro/200 g) - „mangelhaft“ 
  • Alnatura Tomatenmark 2-fach konzentriert (0,99 Euro/200 g) - „mangelhaft “
  • Cirio Tomatenmark doppelt konzentriert (1,09 Euro/200 g) – „ungenügend“

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