Bei Gewitter Wie schützt man sich vor Blitzschlag?

Mit Gewittern ist nicht zu spaßen. Ein Blitz kann Menschen problemlos töten - auch wenn die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden gering ist. Doch wie kann man sich am besten schützen, wenn es gewittert?

Gewitter gehören zur schöne Jahreszeit: Rund 400.000 Blitze treffen nach Angaben des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) zwischen Mai und August Deutschland, an einem besonders aktiven Tag können über 100.000 Blitze entstehen.

Wer von Unwetter mit Blitzen im Freien erwischt wird, sollte zu manchen Unterschlüpfen unbedingt Abstand halten. Und auch im Haus gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Die wichtigsten Tipps zum Schutz bei Gewitter

Was muss ich bei Gewitter im Freien meiden? Natürlich Bäume. Sie sind ein Anziehungspunkt für Blitze. Aber auch Holzmasten, Gewässer und Kammlagen sowie enge Mulden und Höhleneingänge sind gefährlich, erklärt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder (BAG) in Bonn. Außerdem sollte man sich von Berggipfeln, Türmen, Masten und Antennen fernhalten.

Zu Überlandleitungen hält man am besten sogar einen Abstand von 50 Metern ein. Selbst das Anlehnen an einen Zaun kann gefährlich sein. Zusammengefasst kann man sagen: Einzelne hohe Objekte ziehen Blitze an.

In gewissem Abstand zu Metallmasten, Freileitungen oder unter einem überhängenden Dach ist man geschützt. Wichtig ist aber: Mindestens einen Meter Abstand zu den Wänden, Stützen und vor allem zu Teilen eines Blitzschutzsystems einhalten, der VDE rät sogar zu drei Metern. Die Füße geschlossen gehalten.

Was mache ich, wenn ich im freien Gelände unterwegs bin und überrascht werde?

Eine flache Stelle suchen. Noch besser ist eine Vertiefung im Feld. In die Hocke gehen, Füße eng nebeneinanderstellen und die Arme um die Knie schließen, rät das BAG. Gegenstände aus Metall wie Regenschirme wegwerfen oder Fahrräder weit weg parken.

Es hagelt, und ich finde keinen Unterschlupf – wie reagiere ich?

Es gilt natürlich, ungeschützte Orte, an denen Hagel oder vom Sturm mitgerissene Gegenstände einen treffen können, zu verlassen. Wenn das nicht möglich ist, mit dem Gesicht nach unten auf den Boden legen sowie Kopf und Nacken mit den Händen schützen.

Ist das Auto bei Gewitter sicher?

Ja, erklärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. Allerdings sollte man während des Sturms keine blanken Metallteile berühren.

Nicht in jedem Fall sicher sind Wohnmobile. Damit man dort tatsächlich Schutz findet, braucht das Wohnmobil oder der Wohnwagen Metallkonstruktionen oder eine metallene Außenhaut. Auch das Campingzelt bietet keinen Schutz.

Ist jedes Gebäude ein guter Unterschlupf?

Scheunen und andere Unterschlupfmöglichkeiten aus Holz sind keine Option. Darin besteht Lebensgefahr, betont der VDE. Das gilt übrigens auch für einen Hochsitz im Wald.

In Steinhütten ohne Blitzschutzsystem sollte man sich am besten in der Gebäudemitte mit geschlossenen Füßen in die Hocke begeben.

In offenen Unterständen aus Metall – etwa Bushäuschen – sollte man in der Mitte der offenen Seite warten, möglichst weit weg von den Wänden.

Wie verhalte ich mich bei Gewitter im Haus?

Nicht duschen und nicht baden. Zur Sicherheit alle elektrischen Geräte vom Strom nehmen oder einen Überspannungsschutz verwenden. Fenster, Roll- und Fensterläden schließen und sich von ungeschützten Öffnungen fernhalten. Handys und schnurlose Telefone können gefahrlos verwendet werden, betont der VDE.

Gewitter

Ein heftiges Gewitter über München.

Wie bekomme ich heraus, wie weit das Gewitter weg ist?

Ist Donner zu hören, ist ein Gewitter weniger als zehn Kilometer entfernt. Der Abstand lässt sich so abschätzen: Die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählen und durch drei teilen. Das Ergebnis ergibt die Distanz in Kilometern. Bei zehn Sekunden und weniger besteht Lebensgefahr, erklärt der VDE.

Die Experten raten, schon beim Wahrnehmen des Donners Aktivitäten im Freien einzuschränken. Ein Gewitter ist vorbei, wenn man 30 Minuten lang keinen Donner hört.

Was mache ich, wenn jemand in meiner Umgebung von einem Blitz getroffen wurde?

Ein Blitzschlag kann tödlich enden – Umstehende sollten daher bei bewusstlosen Opfern sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Anders als bei anderen Elektrounfällen besteht nach einem Blitzschlag keine Gefahr für den Helfer. Darauf weist das Deutsche Rote Kreuz hin.

Bei der Wiederbelebung im Wechsel 30-mal mit dem Handballen das Brustbein 5 bis 6 Zentimeter tief eindrücken. Dabei sollte die Frequenz bei 100 bis 120 pro Minute liegen. Dann zweimal Luft über einen Zeitraum von einer Sekunde gleichmäßig in den Mund des Betroffenen blasen, so dass sich der Brustkorb sichtbar hebt.

Wird einem Blitzopfer in den ersten fünf Minuten nach dem Einschlag geholfen, hat eine Wiederbelebung laut DRK in 80 Prozent der Fälle Erfolg.

Wie kann ich mein Haus vor Blitzschlag schützen und gegen Unwetter versichern?

Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) erklärt, welcher Versicherungsschutz für Verbraucher sinnvoll ist und wie man das Haus vor dem Blitzschlag sichert. Die Wohngebäudeversicherung greift bei Schäden durch Blitz, Hagel, Sturm, Feuer oder Leitungswasser. Etwa wenn durch einen Sturm das Dach abgedeckt wurde, der Schornstein umgestürzt ist oder eine Hausmauer durch einen entwurzelten Baum eingedrückt wurde.

Auch wenn ein Blitz im Haus einschlägt und es beschädigt, ist dies versichert. Wenn durch einen Blitzeinschlag im Haus die elektrischen Einrichtungen getroffen werden, sind Folgeschäden wie etwa ein Kurzschluss mitversichert. Für Schäden durch Überschwemmungen mit Starkregenfällen wiederum ist die Elementarschadenversicherung zuständig.

Blitzschutz für bestimmte Häuser

Ein Blitzschutz ist aktuell zwar nur für bestimmte Gebäudearten Pflicht, wie zum Beispiel Häuser mit einer Höhe von über 20 Metern oder in exponierter Lage. Jedoch machen immer mehr Versicherungen ihre Entschädigungsleistungen von der Installation abhängig.

Diese besteht aus zwei Ebenen: der äußeren Blitzschutzanlage, welche die Spannung eines direkten Blitzeinschlags ins Erdreich ableitet und der inneren Anlage, die Überspannungsschäden vorbeugt. Letztere können selbst noch von Blitzen in über zwei Kilometern Entfernung ausgelöst werden.

Geht bei einem Sturm ein Fenster zu Bruch und ruiniert dabei zum Beispiel die Ledergarnitur, ist das ein Fall für die Hausratversicherung. Denn neben den Standardleistungen (etwa Einbruch-, Brand- und Leitungswasserschäden) kommt sie auch bei Sturmschäden an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen auf. Auch hier ist ein Schutz vor Überspannungsschäden ratsam. (dpa)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.