Neue Konkurrenz für Edeka, Rewe & Co. Riese aus Türkei nimmt Deutschland ins Visier

Getir_PR-UK

Getir macht auf seinem britischen Instagram-Account Werbung. Der türkische Lieferdienst startet nun auch in Deutschland.

Köln/Berlin – Immer mehr Online-Lebensmittel-Lieferdienste kapern den deutschen Markt und könnten zu einer echten Gefahr für klassische Supermarktketten werden. Der nächste Digital-Angreifer stammt aus der Türkei und nimmt jetzt ebenfalls deutsche Kunden ins Visier: Getir hat große Pläne.

  • Türkischer Liefergigant Getir kommt nach Deutschland
  • Zuerst will der Digital-Anbieter in Berlin Fuß fassen, dann expandieren
  • Der Markt der Online-Lebensmittel-Lieferdienste boomt derzeit

Vor Corona galt der Markt der Lieferdienste in Deutschland als gesättigt: Just Eat Takeaway (zu dem auch Lieferando gehört) kontrollierte 2019 fast alle bekannten Lieferdienste. Dienste wie Deliveroo zogen sich zurück. Lieferheld, Pizza.de, Foodora – alles wurde Teil von vom niederländischen Rivalen Takeaway.

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Doch seit dem vergangenem Jahr werden die Karten neu gemischt, Online-Lebensmittel-Lieferdienste werden immer beliebter: In Deutschland war Gorillas das erste Startup, das 2020 einen Supermarkt mit Sofortliefer-Versprechen gestartet hat.

Express-Lieferdienste versprechen Lebensmittel innerhalb von Minuten

Das Geschäftsmodell: In rund zehn Minuten nach Bestelleingang soll der Fahrer schon vor der Haustür stehen. Wenige Monate später wurde Flink gegründet – das Konzept ist das gleiche. Mittlerweile sind beide Express-Lieferdienste auch in NRW tätig. Es gibt weitere Klone in Deutschland wie Frischepost, Grovy und Jokr.

Und nun steht ein türkischer Konkurrent vor dem Start: Getir. In Istanbul ist das Unternehmen schon länger tätig, jetzt nimmt der Liefergigant deutsche Kunden ins Visier. Nach Informationen von „Gründerszene” hat Getir Ende Februar eine deutsche Vorratsgesellschaft gekauft, die unter dem Namen Getir Germany GmbH firmiert. Die Basis für den Deutschlandstart ist gelegt.

Getir startet in Deutschland

Erst sollen die violetten E-Roller von Getir in Berlin liefern, laut „Chip” sollen aber bald weitere Städte folgen: In zwei Jahren will Getir in zehn Städten aktiv sein und die Marktführerschaft an sich reißen. Getir liefert nicht nur Lebensmittel und Supermarkt-Produkte, sondern will auch Snacks von Bäckereien und Kiosks an die Haustüren bringen.

Die Corona-Krise scheint den Online-Lieferdiensten hohen Wachstum zu bescheren: Neben Getir steht ein weiterer Konkurrent aus Tschechien in den Startlöchern: Rohlik. Der Lieferdienst will in München starten. In NRW macht zudem Picnic den klassischen Supermärkten und Discountern bereits seit 2019 Konkurrenz – allerdings ohne das Express-Versprechen.

Online-Lieferdienste: Immer mehr Start-ups in Deutschland

Die Zahl der Start-ups wird immer unübersichtlicher. Doch im Gegensatz zu klassischen Supermärkten haben sie neben dem Express-Versprechen, innerhalb von wenigen Minuten Lebensmittel zu liefern, einen weiteren Vorteil: kleine dezentrale Lager, wo die Produkte bereitliegen, die von den Kunden ständig gebraucht werden – Äpfel, Zahnpasta, Brot.

Sobald bestellt wird, stellen Kuriere die Produkte dort zusammen und radeln los. Kurze Wege vom Lager heißt auch: kurze Lieferzeiten. Hinzu kommt eine intelligente App. Werden die klassischen Supermärkte für Kunden immer uninteressanter?

Supermarkte und Discounter unter Druck: Auch sie experimentieren

Auch Rewe, Aldi und Co. experimentieren mit neuen Konzepten, um Einkaufen attraktiver zu machen. Rewe erprobt in Köln etwa Einkaufen ohne Bezahlen: „Pick and go" heißt das Ganze. Aldi experimentiert mit einem Lieferdienst in Spanien und Portugal.

Bleibt die Frage, ob sich das rasante Wachstum von Express-Lieferdiensten auch nach der Pandemie fortsetzt. Und wieviel Anbieter am Ende nach der hektischen Gründerwelle wirklich übrig bleiben. (mg)

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