175 Mitarbeiter betroffen Firma meldet Insolvenz an – mit Folgen für Aldi und Lidl

Der Hersteller des Aldi-Waschmittels Tandil hat Insolvenz angemeldet. Das Foto zeigt eine Filiale am 5. Juli 2021 in Düsseldorf.

Der Hersteller des Aldi-Waschmittels Tandil hat Insolvenz angemeldet. Das Foto zeigt eine Filiale am 5. Juli 2021 in Düsseldorf.

Thurn Germany ist insolvent. Betroffen sind 175 Mitarbeiter. Das Unternehmen produziert unter anderem Waschmittel für Discounter.

Köln. Bekannt ist die Firma unter einem anderen Namen – unter anderem produziert Thurn Germany das Aldi-Waschmittel Tandil. Im Juli 2021 hatte das Unternehmen mit Sitz in Neunkirchen-Seelscheid (NRW) Insolvenz angemeldet.

Nachfolgend gab es Verhandlungen mit einem interessierten internationalen Investor. Nun berichtet die „Lebensmittel Zeitung“, dass die Gespräche überraschend gescheitert sind. Heißt: Thurn muss den Betrieb nun doch einstellen. „Schon in der nächsten Woche ist der Insolvenzverwalter gezwungen, den Mitarbeitern zu kündigen und die Betriebsstilllegung einzuleiten“, teilte das Unternehmen mit. Betroffen sind demnach 175 Mitarbeiter.

Aldi-Lieferant Thurn Germany ist insolvent

Thurn Germany produziert seit Jahren Spül- und Waschmittel für Discounter – unter anderem für Aldi und Lidl. Grund für die Insolvenz soll die Corona-Pandemie sein, berichtete im Juli unter anderem der „Rhein-Sieg-Anzeiger“.

„Nach dramatischen Umsatzeinbrüchen wegen Corona mussten wir leider diesen Schritt tun“, wurde damals Peter Schoof, geschäftsführender Gesellschafter bei Thurn, zitiert. Der Staat habe nicht mit finanziellen Mitteln geholfen, weil „wir nicht ins Raster gepasst haben“.

Nur Betriebe hätten Corona-Hilfen bekommen, die direkt durch die staatlichen Eingriffe betroffen waren – wie beispielsweise Hotels.

Aufgrund der Pandemie sei vor allem das Geschäft in den Bereichen Freizeitsport, Gastronomie und körpernahe Dienstleistungen weggebrochen, so Peter Schoof. Schlichtweg haben die Deutschen während der Corona-Zeit weniger gewaschen.

Fitnessstudios, Restaurants oder Kultureinrichtungen blieben während des Lockdowns wochenlang geschlossen. Folge: Der Bedarf an Waschmittel ging stark zurück.

Thurn Germany: Aldi-Waschmittelproduktion geht weiter

Trotz Insolvenzverhandlungen ging die Produktion an den Thurn-Standorten in Neunkirchen-Seelscheid (NRW), Genthin (Sachsen-Anhalt) sowie im niederländischen Kerkrade weiter, berichtet die „Lebensmittel Zeitung“. Im Zuge der drohenden Schließung des Werks in Neunkirchen-Seelscheid könnten auch die anderen Produktionsstätten in Gefahr sein. Lediglich für den Standort Gethin gibt es noch Hoffnung – dort werden derzeit noch gesonderte Verhandlungen mit einem anderen Investor geführt.

Hier ein Überblick: Wer produziert was für Aldi und Lidl...

  • Thurn Germany stellt Putz- und Reinigungsmittel in Pulverform sowie Spülmaschinen Tabs für Lidl und Aldi her.
  • Thurn und Sopronem produzieren die Lidl-Eigenmarken Formil, Maxitrat und W5 mit.
  • Die Aldi-Marken Tandil (Waschmittel) und Alio (Geschirrspülreiniger) werden von Thurn Germany mitproduziert.

Ebenfalls im Juli hatte bereits der Waschmittelhersteller Sopronem seine Zahlungsunfähigkeit bekannt gegeben, der unter anderem für Lidl flüssig Waschmittel produziert hat.

Aber keine Angst – es wird auch weiterhin Waschmittel bei Aldi geben. Thurn Germany ist nicht der einzige Aldi-Lieferant. Auch die Dalli-Werke (2000 Mitarbeiter) mit Sitz in Stolberg stellen Handelsmarken für Aldi (Tandil), Lidl (Cien) oder dm (Balea) her. (mt)

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