Aldi will neu angreifen Discounter mit großer Änderung – sie gilt für ganz Deutschland

Das Logo einer Aldi Süd Filiale, fotografiert im November 2020 in einer Fußgängerzone der Düsseldorfer Innenstadt. Das Logo leuchtet, es ist Abend.

Das Logo einer Aldi-Süd-Filiale, fotografiert im November 2020 in einer Fußgängerzone der Düsseldorfer Innenstadt. Aldi will mit einem neuen Online-Angebot bundesweit neu angreifen.

Aldi will mit einem neuen Onlineshop bundesweit angreifen. In ihm gilt ab sofort die seit rund 60 Jahren bestehende Trennung zwischen Süd und Nord nicht mehr. 

Essen/Mülheim a. d. Ruhr. 1961 trennten Karl und Theo Albrecht das damalige Stammhaus Albrecht KG in die bis heute aktuellen Unternehmen Aldi Nord und Aldi Süd. Und auch wer online über Aldi bestellen wollte, musste bislang ebenfalls das passende Liefergebiet auswählen. Je nach Wohnort also Aldi Nord oder Aldi Süd.

Das soll nun zumindest im Internet der Vergangenheit angehören. Wie das Unternehmen am Dienstag (21. September) mitteilt, will sich Aldi mit einem neuen Onlineshop bundesweit neu aufstellen. Aus der bisherigen Homepage „Aldi liefert“ wurde der „Aldi-Onlineshop“. Nicht nur das Liefergebiet, auch das Sortiment werde vereinheitlicht, erklärt Aldi.

Man treffe für die Kundschaft eine Vorauswahl an „besonders attraktiven Produkten“ und biete diese online zum Kauf an, erklärt Kai Schmidhuber, Geschäftsführer Aldi E-Commerce, das Konzept. Aldi verspricht außerdem auch kürzere Lieferzeiten.

Aldi mit neuem Online-Shop: E-Commerce Gewinner der Pandemie

„Analog zu unserem stationären Angebot gilt unser Preis-Leistungs-Versprechen darüber hinaus natürlich auch online“, verspricht Moritz Scheffler, ebenfalls Geschäftsführer Aldi E-Commerce, zudem. Die Warenverfügbarkeit werde weiter verbessert. Eine weitere Änderung: Neue Angebote seien jeweils montags und donnerstags ab sofort bereits ab sieben Uhr erhältlich – eine Stunde früher als bisher.

Dass Aldi sein Online-Angebot verbessert, ist ein logischer Schritt. E-Commerce gehört zu den Gewinnern der Pandemie, die Konsumgüterumsätze im Internet stiegen 2020 um 34 Prozent, wie eine großangelegte Studie des Marktforschungsunternehmens NielsenIQ jüngst ergab. 

Discounter Aldi, Netto, Penny & Co. unter hohem Druck

Zudem standen die Discounter zuletzt unter hohem Druck, haben sie doch nach einer Studie des Marktforschers Gfk in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weitere Marktanteile an die Supermärkte verloren. Die Discounter hätten zwischen Januar und Juni Umsatzeinbußen von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum hinnehmen müssen. Die Supermärkte hätten dagegen ihre Umsätze im gleichen Zeitraum um 6,3 Prozent steigern können. 

Die Supermärkte entwickeln sich nach Angaben der Marktforscher seit Beginn der Corona-Krise deutlich besser als die Discounter. Sie profitierten lange Zeit davon, dass die Menschen in Corona-Zeiten ihre Einkäufe möglichst an einem Ort erledigen wollten. Außerdem kam und kommt ihnen zugute, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher sich als Ausgleich für die Einschränkungen in der Pandemie beim Konsum in den eigenen vier Wänden verwöhnen wollen und beim Einkauf nicht so aufs Geld schauen. (mg/mit dpa)

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