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Tulpen anschneidenDie besten Tipps, damit die Blumen länger halten

Eine gelbe Tulpe in einer Vase.

Auch als Solistin in der Vase steht die Tulpe ausgesprochen gut da. Die Frühblüher zählen zu den beliebtesten Blumen hierzulande.

Die Tulpen lassen den Kopf hängen? Wir verraten, warum man Tulpen anschneiden sollte und wie die Lebensdauer der Blumen verlängert werden kann,

von Stefanie Monien (smo)

Tulpen sind die Frühlingsboten schlechthin: Die fröhlich-bunten Blumen gibt es weltweit in mehr als 8000 Sorten und Hybriden, auf der Beliebtheitsskala rangieren sie mit 14 Prozent Marktanteil im Jahr 2021 auf Platz zwei hinter der Rose (35%). Der Vollständigkeit halber: Die Chrysantheme (zehn Prozent) landet auf Platz drei.

Zurück zu den Tulpen: Wenn der Frühling ganz zaghaft anklopft, dann führt an Tulpen kein Weg vorbei. Ob im Blumenhandel, im Gartencenter, im Supermarkt oder beim Discounter – überall tummeln sich die Tulipa (so der lateinische Name).

Damit der Blumenstrauß lange schön aussieht, sollte man Tulpen anschneiden. Wir verraten, wie's richtig geht.

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Tulpen richtig anschneiden und dekorieren

In der Wohnung setzen Tulpen als Schnittblumen tolle Farbakzente, in schlichten weißen oder gläsernen Vasen sehen sie besonders edel aus. Übrigens: Wildtulpen werden eher bescheidene 15 Zentimeter hoch, manche Hybriden bringen es schon mal auf 70 Zentimeter. 

Aber wie halten die Blumen, die zum größten Teil aus den Niederlanden zu uns kommen, möglichst lange? Hier gibt's tolle Tulpen-Tipps von A wie Anschneiden bis Z wie Zeitungstrick.

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Tulpen kaufen: Darauf muss ich achten

Sie locken allerorten in den schönsten Farben. Doch worauf muss ich achten, wenn ich mir mit einem Strauß Tulpen den Frühling in die Wohnung holen möchte? 

  • Kaufen Sie Tulpen möglichst aus regionaler Produktion (Logo: „Ich bin von hier“). Das schont das Klima.
  • Tulpen möglichst ohne Plastikfolie kaufen – auf dem Wochenmarkt oder in manchen Supermärkten gibt es sie als unverpackten Bund oder in Papier eingewickelt.
  • Möglichst frische Tulpen kaufen. Zu erkennen an den Schnittstellen der Stengel. Diese sollten weder weiß noch trocken sein, der gesamte Bund sollte sich fest und „griffig“ anfühlen.
  • Extra-Tipp: Machen Sie's mit Tulpen wie beim Frischetest mit Spargel. Blätter und Stängel vorsichtig (!) aneinanderreiben. Frische Tulpen geben ein leises Quietschen von sich.

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Tulpen anschneiden: So geht's richtig

Bevor die Tulpen nun in die Vase kommen, müssen Sie angeschnitten werden. Mit der richtigen Schnitttechnik halten die Blumen rund zehn Tage, je nach Sorte und mit etwas Glück auch länger. 

Bevor Sie nun beherzt an den Tulpenstielen herumsäbeln: Bitte, bitte lassen Sie die Schere links liegen! Denn durch den Gebrauch von Scheren werden die Leitungsbahnen im Stiel der Tulpe gequetscht, die Pflanze kann so schlechter Wasser aufnehmen. Richtig ist, Tulpen folgendermaßen anzuschneiden:

  • Verwenden Sie ein scharfes Messer – ein handelsübliches Küchenmesser* oder ein Windmühlenmesser*.
  • Das Messer muss sauber sein – andernfalls dringen Keime und Bakterien durch den Schnitt in die Pflanze. 
  • Den Schnitt nicht schräg wie bei Rosen und anderen hartstieligen Blumen, sondern eher gerade setzen. 
  • Rund zwei Zentimeter des Stiels abzuschneiden, reicht völlig aus.
  • Tulpen direkt ins Wasser geben, stehen oder liegen sie länger „auf dem Trockenen“, schließt sich die Membran an der Schnittstelle und die Pflanze kann nur noch geringe Wassermengen aufnehmen.

Tulpen anschneiden: Dieses Wasser mögen die Frühblüher

Besonders wohl fühlen sich Tulpen in weichem, kalkarmen Wasser. Ist das nicht vorhanden, das kalte (!) Leitungswasser durch einen entsprechenden Wasserfilter* laufen lassen. Eine gute Alternative (für Tulpen wie auch andere Schnitt- und Zimmerblumen) ist Regenwasser. 

Wichtig: Blätter, die ins Wasser hineinragen, entfernen. Es bildet sich sonst schnell Fäulnis, das Wasser fängt an zu stinken und die Tulpen welken schnell von hinnen. Werden die Stiele unten mit der Zeit braun, sollten Sie diese abschneiden.

Nach dem Anschnitt: Wie oft muss man das Wasser bei Tulpen wechseln?

Tulpen sind zwar sehr durstig, lieben aber frisches Wasser. Daher gelten folgende Faustregeln: 

  • Vase gründlich reinigen. Sämtliche Rückstände früherer Sträuße rigoros entfernen. Das klappt mit heißem Wasser und Spüli, bei „Härtefällen“ können Sie auch eine Gebissreiniger-Tablette* in lauwarmem Wasser direkt in der Vase auflösen. Gebissreiniger eignet sich übrigens auch hervorragend zum Reinigen von Tee- und Kaffeekannen oder zum Entfernen eingebrannter Rückstände von Backblechen.
  • Vase maximal zehn Zentimeter hoch mit Wasser befüllen. Stehen die Tulpenstiele, die voller Saft und Kraft sind, zu tief im Wasser, drohen sie schnell zu faulen.
  • Das Wasser täglich wechseln – manche Floristen empfehlen als Trick, das alte Wasser nicht komplett auszutauschen, sondern immer einen kleinen Rest in der Vase zurückzubehalten. Grund: Frisches Wasser regt das Wachstum der Tulpen an, die kleine Menge an „Altwasser“ bremst diesen Vorgang.

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Mit welchen Hausmitteln bleiben Tulpen frisch?

Schon Oma hatte allerlei Tricks auf Lager, um die Blütenpracht der Tulpen möglichst lange zu erhalten. Und wie Omas nun mal so sind, geben sie ihre Tipps auch gerne weiter.

Hier kommen Hausmittel, mit deren Hilfe Tulpen länger frisch bleiben – und dazu die Erklärung, warum so manch' weit verbreiteter „Kniff“ leider nichts bringt.

1. Tulpen länger frisch halten mit Zitronensaft 

Einen Spritzer Zitronensaft ins frische Tulpenwasser zu geben, senkt den pH-Wert, wirkt antibakteriell und kann die Vermehrung von Keimen ausbremsen.

Den gleichen Effekt hat übrigens auch der Inhalt des kleinen, knisternden Tütchens mit der Blumennahrung, das Sie manchmal beim Floristen erhalten. 

2. Tulpen länger frisch halten mit Zucker und Kopfschmerztablette

Klingt auf den ersten Blick ganz vernünftig: Zucker im Wasser könnte ja wie ein Energiebooster wirken. Tut er auch – aber die Glucose regt blöderweise auch das Wachstum von Bakterien an. Und die braucht nun wirklich kein Tulpenfan.

Auch Kopfschmerztabletten sind nicht zu empfehlen. Zwar ist Salicylsäure auch in Pflanzen selber vorhanden, senkt dazu den pH-Wert des Vasenwassers, aber: Die Dosierung ist kniffelig. Erwischen Sie eine „Überdosis“, verwelken die Pflanzen schneller. Und genau das wollten Sie ja eigentlich verhindern.

3. Tulpen länger frisch halten mit Kupfermünzen

An und für sich eine gar charmante Idee, ein paar Centmünzen in die Vase zu werfen – was bei der gläsernen Variante auch noch sehr dekorativ aussehen kann. Dazu wirkt Kupfer unter anderem auch gegen Pilze. 

Aber: Die Münzen können gar nicht genug Kupfer abgeben, um diesen Effekt zu erzielen. Kupfermünzen in die Vase: Unter Deko-Gesichtspunkten ja, zur Verlängerung der Haltbarkeit nein!

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4. Tulpen länger frisch halten am richtigen Standort

Kühl und hell mögen es Tulpen – ganz so wie draußen an der Frühlingsluft unter ihren natürlichen Wachstumsbedingungen. In geschlossenen Räumen mögen Sie es geschützt (keine Zugluft und keine pralle Sonne). 

Je kühler der Raum, in dem sie stehen, desto besser – Tulpen sind also eine ideale Deko fürs Schlafzimmer. Und wer seine prächtigen Tulpen auf eine Fensterbank über der Heizung stellt, sollte damit rechnen, dass die Blumen schneller verblühen.

Extra-Tipp: Tulpen reagieren stark auf das Reifegas Ethylen, werden dadurch schneller welk. Also die Vase mit den Tulpen besser nicht neben die Obstschale stellen!

Was mache ich, wenn Tulpen die Köpfe hängen lassen?

Auf dem Markt sahen sie noch so schön aus, leider lassen die Tulpen später zu Hause die Köpfe hängen. Und nun? Simpler Trick: Stiele wie gehabt anschneiden, den Tulpenstrauß in Zeitungspapier wickeln und ins Wasser stellen. Die „Manschette“ aus Zeitung sorgt dafür, dass die Stiele wieder eine gerade Form annehmen.

Je weniger Wasser die von Natur aus durstigen Tulpen bekommen, desto weicher werden die Stiele – und desto schneller hängen die Köpfe. Das passiert mitunter auch in der Vase, dann nämlich, wenn Sie den Wasserstand nicht im Blick hatten. 

Warum ist im Supermarkt so wenig Wasser im Eimer mit den Tulpen?

Der Anblick dürfte vertraut erscheinen: In den Eimern und anderen Gefäßen, in denen Tulpen auf dem Markt, beim Blumenhändler oder beim Discounter/Supermarkt feilgeboten werden, ist wenig bis kein Wasser.

Das hat den schlichten Grund, dass die Tulpen durch Wasserverknappung daran gehindert werden, ihre Blüten zu öffnen. Zu Hause sollten sie daher nach dem Anschnitt sofort ins Wasser gestellt werden.

Welche Vase ist für Tulpen geeignet?

Je höher und schlanker die Vase, desto wohler fühlen sich die Tulpen. Denn Tulpen neigen im wahrsten Sinne des Wortes dazu, über den Vasenrand zu lugen – so lassen sie aber schneller die Köpfe hängen. Je höher die Vase, desto besser kann sich die Tulpe „anlehnen“. Das ist umso wichtiger, wenn die Tulpe schwere Blüten hat – wie Papagei-Tulpen oder gefüllte Tulpen zum Beispiel.

Ob Sie nun eine klassische Glasvase* für Ihre Tulpen wählen, eine extravagante Edelstahlvase* oder eine schlichte weiße Porzellanvase* wie beispielsweise von KPM* wählen: Hauptsache, die Tulpen können erhobenen Hauptes für Frühlingsstimmung in der Wohnung sorgen.

Übrigens: In einer Bodenvase* machen sich die filigranen französischen Tulpen mit ihren langen Stielen ganz hervorragend.

Tulpen wachsen in der Vase – wie verhindere ich das?

Je weniger Wasser Sie in die Vase geben, desto besser (regelmäßiges Auffüllen  nicht vergessen!). Die Expertinnen und Experten von iBulb, einem Zusammenschluss von Betrieben der Zwiebelblumenbranche, empfehlen, ganz vorsichtig – mit einer Nadel oder einem dünnen Schälmesser – einen Stich zwischen Blütenkopf und Tulpenstil zu setzen.

So soll das Wachstum der Pflanze in der Vase unterbunden werden. Denn um zu wachsen, pumpen Tulpen ihre Zellen mit Wasser auf. Binnen weniger Tage werden die Stiele so um einige Zentimeter länger, der kleine „Pieks“ am Blütenkopf verhindert das laut Expertenmeinung.

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Sind Tulpen giftig für Tiere wie Hunde, Katzen und Pferde?

So schön sie aussehen, Tulpen sind mitnichten zum Verzehr geeignet. Das in ihnen enthaltene Tulipanin wirkt auf Menschen und Tiere toxisch. Dass man sämtliche Teile der Tulpe nicht essen sollte, versteht sich von selbst.

Allerdings ist das Tulipanin auch in der Zwiebel enthalten, aus diesem Grund sollte man Tulpenzwiebeln nicht neben Speisezwiebeln lagern.  Hunde und Katzen sollten nicht mit Tulpen in Berührung kommen. Haben Sie bemerkt, dass Ihr Tier Tulpenteile gefressen oder Tulpenwasser getrunken hat, suchen Sie bitte sofort einen Tierarzt auf.

Kann man Tulpen und Narzissen zusammen in eine Vase stellen?

Ein klares „Jein“! Denn die Narzisse ist eine gar zickige Diva, die am liebsten als sortenreine Einzel-Schönheit in der Vase stehen möchte. Denn die hübschen Frühblüher sondern einen schleimigen Saft ab. Der macht nicht nur das Wasser trübe, sondern verstopft auch die Leitungsbahnen der Tulpen – diese lassen dann alsbald die Köpfe hängen. 

Damit es trotzdem „matcht“ zwischen Tulpe und Narzisse, gibt's zwei Möglichkeiten:

  • Trick 1: Tauchen Sie die Stiele der Narzisse kurz in heißes Wasser. so verschließen sich die „Poren“ im Stängel und der Schleim kann nicht mehr austreten. 
  • Trick 2: Stellen Sie die Narzissen rund 24 Stunden lang in eine separate Vase, dann können sich die Pflanzen „ausschleimen“. Stiele gut abwaschen und zusammen mit den Tulpen in sauberes, kühles Wasser stellen. Narzissen dann aber nicht mehr anschneiden, sonst geht das „Geschleime“ von vorne los.

Tulpen – echte Niederländer oder nicht?

„Und dann schenk' ich dir – Tulpen aus Amsterdam“ knödelte Mieke Telkamp anno 1961 in einem noch heute beliebten Schlager.  Heute sind die Niederlande der größte Tulpenproduzent der Welt, rund 80 Prozent der „tulps“ werden bei unseren Nachbarn angebaut.

Dabei kommen die Tulpen ursprünglich aus den zentralasiatischen Gebirgen Pamir und Tian-Shan nahe des Himalaya. Sie fanden über die Türkei ihren Weg nach Mitteleuropa. In der Türkei übrigens bekamen sie ihren Namen: Nach ihrer Blütenform, die an einen Turban („Tülbent“) erinnert.

Der Run auf die Tulpe erreichte im 17. Jahrhundert seinen Höhepunkt, damals wurden einzelne Tulpenzwiebeln, wie die der Sorte „Semper Augustus“ (inzwischen ausgestorben) teurer gehandelt als ganze Patrizierhäuser.