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Trick gegen HitzeRettungsdecke am Fenster – Experten warnen

PRODUKTION - 10.07.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: KOMBO - Menschen schützen ihre Wohnungen mit Rettungsdecken, die mit Aluminium beschichtet sind, vor der Hitze und der Sonne. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa

Zahlreiche Kölner haben ihre Wohnungen mit Rettungsdecken vor Hitze geschützt. 

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Rettungsdecke am Fenster gegen Hitze? Kölner Experten warnen vor einem Fehler, der teuer werden und Feuer auslösen kann.

Ein genialer Tipp gegen die Sommerhitze macht die Runde. Und er funktioniert! Doch ein kleiner Fehler kann schnell zur Gefahr werden.

Der Tipp, der in den sozialen Medien umhergeht: Eine Rettungsdecke am Fenster soll die Wohnung kühl halten. Und das stimmt sogar – aber nur, wenn man es richtig macht. Fachleute aus Köln, darunter Glaser und die Feuerwehr, schlagen Alarm wegen eines kritischen Fehlers. Dieser kann nicht nur die Scheiben zerstören, sondern im Extremfall auch einen Brand auslösen.

Eigentlich kommt die metallbeschichtete Folie aus der Notfallmedizin. Sie wurde konzipiert, um verletzte Personen vor dem Auskühlen oder einem Hitzekollaps zu bewahren. Das Funktionsprinzip ist simpel: Anstatt durch eine dicke Schicht zu isolieren, reflektiert sie einfach Wärmestrahlung. Auf diese Weise bewahrt sie die eigene Körpertemperatur oder wehrt Hitze von außen ab.

Das A und O bei der Anwendung am Fenster ist: Die Folie muss an der Außenseite angebracht werden. Nur dort kann die metallische Oberfläche die Sonnenstrahlung reflektieren, noch ehe diese das Glas erreicht. So wird die Wärme effektiv abgeblockt. Dabei sollte die silberne Seite nach außen weisen, weil sie Sonnen- und Wärmestrahlen ein wenig besser reflektiert.

Wohnung mit Rettungsdecke kühlen

Anwender berichten nach eigenen Tests in ihren vier Wänden von einem Temperaturunterschied von mehr als zehn Grad, selbst ohne den Einsatz einer Klimaanlage. Aber Achtung: Befestigt man die Decke stattdessen von innen, droht ein gefährlicher Hitzestau zwischen der Scheibe und der Folie.

Exakt vor diesem Szenario warnt die Feuerwehr Köln. Wenn die Rettungsfolie im Rauminneren montiert wird, kann die aufgestaute Hitze das Fensterglas schädigen. Glas ist nämlich anfällig für Brüche durch hohe Temperaturen. Nicht nur mechanische Einwirkungen – wie der Aufprall eines Fußballs – sondern ebenso thermischer Stress kann zu den sogenannten Hitzesprüngen führen.

Zudem existiert das Risiko, dass sich Gardinen oder anderer Fensterschmuck durch die enorme Hitze entflammen. Einen von außen montierten Schutz beanstandet die Feuerwehr nicht. Jedoch könnte sich eine Decke bei heftigem Wind losreißen und beispielsweise für den Straßenverkehr gefährlich werden.

Glaser erklärt den Rettungsdecken-Trick

Florian Scholz von der Glaserei Lessür aus Köln-Nippes sieht bei außen montierten Rettungsfolien ebenfalls prinzipiell keine Schwierigkeiten. Seiner Erfahrung nach ist es unbedenklich, solange die Bedeckung die Scheibe ebenmäßig abschirmt. Eine Zunahme von gesprungenen Scheiben aufgrund der Decken konnte sein Unternehmen bisher nicht beobachten.

Dass Glas durch Hitzeeinwirkung Risse bekommen kann, ist jedoch ein bekanntes Phänomen. Gefährlich wird es stets, sobald sich das Material ungleichmäßig aufheizt – zum Beispiel, wenn Jalousien nur zur Hälfte geschlossen sind oder ein Bereich des Glases heißer wird als der Rest. Selbst ein Grill in unmittelbarer Fensternähe kann derartige Spannungen verursachen. „Scheiben müssen sich möglichst gleichmäßig erwärmen oder abkühlen“, sagt Scholz.

Menschen schützen ihre Wohnungen mit Rettungsdecken, die mit Aluminium beschichtet sind, vor der Hitze und der Sonne.

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Menschen schützen ihre Wohnungen mit Rettungsdecken, die mit Aluminium beschichtet sind, vor der Hitze und der Sonne.

Diese Beurteilung teilt auch Detlef Schonert von der Glaserei Schonert im Kwartier Latäng. Außen angebracht sei eine Rettungsfolie oder auch Aluminiumfolie harmlos. „Von innen sollte man es nicht machen“, bekräftigt der Fachmann. Der Grund: Heutige Isolierglasfenster besitzen eine Beschichtung auf der Innenseite, was zu thermischen Spannungen führen kann. Sogar innenliegende Rollos oder Plissees werden zum Problem, sobald sie die Glasfläche nur teilweise abdecken.

Schonert kennt aus seinem Berufsalltag etliche Fälle von thermischen Sprüngen. Er schätzt, dass ungefähr die Hälfte der Glasreparaturen in seinem Betrieb auf solche Spannungen zurückgeht. „Aber ich hatte noch keinen Fall wegen einer Rettungsdecke“, stellt Schonert klar. Dagegen kann bereits ein Kissen, das am Fenster lehnt, oder eine simple Einkaufstasche genügen, um bei Sonneneinwirkung einen typischen, fächerartigen Riss im Glas zu verursachen.

Warum Schutz von außen immer besser ist

Die Regel, dass eine Abschattung von außen wesentlich effektiver ist, betrifft nicht allein Rettungsdecken. Auch Jalousien, Fensterläden oder von außen angebrachte Sonnenschutzfolien blockieren die Sonnenenergie, bevor sie das Glas erreicht. Im Gegensatz dazu heizen sich innen angebrachte Vorhänge oder Plissees selbst auf und strahlen einen Teil dieser Hitze zurück in den Raum.

Wie stark der Effekt einer äußeren Abschirmung sein kann, demonstriert eine Untersuchung des ADAC. Eine von außen auf die Windschutzscheibe gelegte Sonnenschutzfolie reduzierte die Temperatur im Auto um acht Grad im Vergleich zu einem Fahrzeug ohne Schutz. Der Test ergab für das geschützte Auto 45 Grad anstelle von 53. Lediglich Halbgaragen erzielten ein noch besseres Ergebnis, bei dem die Temperatur auf nur 43 Grad anstieg.

Günstiger Trick: Hier gibt es die Wunder-Folie

Für zahlreiche Menschen stellen die Decken daher eine preiswerte Option dar. Sogar das Deutsche Rote Kreuz (DRK) aus Ravensburg spricht eine klare Empfehlung aus: „Sie eignen sich hervorragend als kostengünstiger und unkomplizierter Hitzeschutz für Wohn- und Geschäftsräume.“ Die Befestigung der Folie sollte idealerweise am Fensterrahmen erfolgen.

„Rettungsdecken sind bereits für weniger als fünf Euro im Baumarkt, im Handel, in Apotheken oder online erhältlich. So bleibt der Inhalt des Erste-Hilfe-Kastens für Notfälle vollständig erhalten“, lautet der Rat des DRK.

Für die Glas-Experten ist das Fazit jedoch eindeutig: Wer eine permanente Lösung gegen die Hitze im Sommer sucht, ist auf lange Sicht mit professionellen Sonnenschutzsystemen von außen besser beraten. Der preiswerte Trick mit der Rettungsdecke kann eine Hilfe sein – vorausgesetzt, er wird korrekt umgesetzt. Und die nächste Hitzewarnung für Köln steht bereits für Mittwoch an.

Für den eigentlichen Zweck der Decke gilt übrigens die Regel: Die goldene Seite nach außen schützt vor Kälte, die silberne Seite hingegen wehrt Hitze ab. (red)

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