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Verlockende Idee Überwintern im Ausland: Mallorca wirbt mit neuen Angeboten – doch lohnt es sich?

Ein Flugzeug startet am 08. Februar 2011 vom Düsseldorfer Flughafen vor der Kulisse eines spektakulären Sonnenuntergangs.

Ein Flugzeug startet am 08. Februar 2011 vom Düsseldorfer Flughafen vor der Kulisse eines spektakulären Sonnenuntergangs.

Die Tourismusbranche wittert in den steigenden Energiepreisen eine Chance: Warum sollten deutsche Rentner und Rentnerinnen ihren Ruhestand im kalten Norden verbringen, wo heizen bald unbezahlbar sein könnte? Mallorca lockt mit wunderschöner Natur – und milden Wintern.

Mallorca lockt nicht nur mit wunderschöner Natur, gutem Essen und traumhaften Stränden, auch eine andere Qualität der Insel findet neuerdings Beachtung: Der milde Winter. 9,3° Celsius beträgt die durchschnittliche Temperatur auf Mallorca im kältesten Monat Januar. Das sind immerhin gut 5 Grad mehr als im selben Monat in Köln. 

Das ist ein Unterschied, der für viele Menschen in Deutschland angesichts rapide steigender Energiekosten immer attraktiver werden dürfte. Auch die Tourismusbranche hat ihre Chance erkannt und wirbt jetzt auch für Mallorca-Urlaub jenseits der üblichen Saison. 

Mallorca: Überwintern im Süden – eine gute Idee?

Damit stehen vor allem die älteren Semester im Fokus. Diese haben meist mehr Zeit als Erwerbstätige und sind oft nicht so ortsgebunden, wie zum Beispiel eine Familie mit berufstätigen Eltern und schulpflichtigen Kindern.

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Fraglich ist jedoch, wie viele Seniorinnen und Senioren sich den Langzeiturlaub tatsächlich leisten können. Schließlich muss zu Hause weiter die Miete gezahlt werden. Bei den meisten Rentnerinnen und Rentnern dürfte diese Doppelbelastung aus Miete und Hotel wohl kaum eine Option sein. 

Die Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros (VUSR), Marija Linnhoff, wirbt dennoch für die Langzeitangebote. In der „Mallorca Zeitung“ argumentiert sie: „Senioren rechnen immer die Kosten für den Urlaub zu ihren normalen Ausgaben hinzu, dabei kann man GEZ abmelden, die Heizung abdrehen, und man braucht kein Geld für das Essen einzurechnen.“

Besonders das Abdrehen der Heizung sollte man jedoch besser noch einmal überdenken. Ist sie im Winter zu lange nicht im Betrieb, können Wasserrohre vereisen und sogar platzen.

Der Tourismusverband ist nicht die einzige Organisation, die in Folge des Gasmangels versucht, deutsche Rentner und Rentnerinnen zum Überwintern in den Süden zu locken. Auch griechische Politiker werben mit sehr ähnlichen Argumenten für den Winterurlaub auf einer ihrer schönen Mittelmeerinseln. 

Generell liegen Langzeiturlaube schon eine Weile im Trend. Reiseveranstalter bieten immer häufiger vergünstigte Tarife für lange Aufenthalte an. Besonders während den Hochzeiten der Coronapandemie waren diese Angebote sehr beliebt.

Jetzt könnten die hohen Gaspreise ein weiterer Grund sein, Heim und Herd im Winter zu verlassen und sich in den angenehmeren Süden abzusetzen. Die Tourismusbranche jedenfalls würde sich freuen. (bcr)

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