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Stunk im NeuwagenWas Sie gegen den Chemie-Geruch tun können und wann Sie Rechte haben

Ein Mann sitzt im Auto bei geöffneter Tür

Copyright: Christin Klose/dpa-tmn

Erst mal stoßlüften: Um unangenehmen Neuwagengeruch schneller loszuwerden, empfiehlt es sich, vor der Fahrt ca. zwei Minuten zu lüften.

Neuwagenduft: Was tun, wenn er zur Stink-Attacke wird?

Der Duft von Leder, Lack und edlem Holz? Das ist der Traum vom Neuwagen. Die Wirklichkeit sieht aber oft anders aus und riecht nach einem Chemie-Cocktail. In einem fabrikneuen Fahrzeug sind laut ADAC häufig über 150 unterschiedliche Stoffe nachweisbar, die von Klebstoffen, Sitzbezügen und Plastikteilen abgegeben werden.

Diese Ausdünstungen sind nicht nur lästig für die Nase. Im Extremfall können sie sogar das Wohlbefinden und die Gesundheit negativ beeinflussen. Aber es gibt Entwarnung: In der Regel verfliegt der Mief samt Schadstoffen nach einer Weile spürbar.

So werdet ihr den Mief wieder los

Bereits vor dem Erwerb ist es ratsam, bei der Begutachtung und der Testfahrt penibel auf den Geruch im Fahrzeug zu achten. Wenn der Wagen eine Weile stand, ist Stoßlüften vor dem Start eine gute Idee. Dazu einfach sämtliche Türen sowie den Kofferraumdeckel für rund zwei Minuten öffnen. Gerade bei warmem Wetter ist das entscheidend.

Auch unterwegs ist es wichtig, für Frischluft zu sorgen. Benutzt nicht den Umluft-Knopf, sondern stellt das Gebläse auf Zufuhr von Außenluft ein.

Rückgabe wegen Gestank? Das sind eure Rechte

Ein intensiver und fieser Gestank kann wirklich einen Sachmangel darstellen. Das gilt sogar, falls die Messungen von Schadstoffen die legalen Grenzwerte nicht überschreiten. Rechtlich gibt es jedoch eine Trennung zwischen Gesundheitsrisiken durch Schadstoffe und der simplen Belästigung durch den Mief.

Ein bisschen typischer Neuwagenduft ist akzeptabel. Wenn euer neues Fahrzeug aber selbst nach mehreren Wochen noch extrem riecht und die Benutzung dadurch eingeschränkt wird, solltet ihr den Verkäufer ansprechen und dies schriftlich als Mangel anzeigen.

Der Verkäufer hat dann erst einmal das Recht zur Nachbesserung, um den Grund für den Gestank zu entfernen. Funktioniert das nicht, ist eine Reduzierung des Kaufpreises denkbar. Je nach Situation kommt sogar ein kompletter Rücktritt vom Vertrag in Betracht. Die Kosten für einen Anwalt, Expertisen und eventuelle Gerichtsverfahren sollte man dabei aber im Hinterkopf behalten.

ADAC-Check: Das steckt wirklich in der Luft

Neueste Untersuchungen des ADAC in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) liefern jedoch eine teilweise Beruhigung. Im Mittelpunkt standen die sogenannten flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), welche Kopfweh und Reizungen der Schleimhäute verursachen können. Spezielle Aufmerksamkeit galt dem Stoff Formaldehyd, der als krebserzeugend gilt. Für diesen Stoff tritt am 6. August 2027 eine neue Obergrenze in Kraft.

Das Resultat der Prüfung: Sämtliche vier untersuchten Neuwagen blieben bei gemäßigten Temperaturen schon unterhalb dieser zukünftigen Obergrenze. Bei großer Wärme erhöhten sich die Konzentrationen zwar, konnten aber mittels Lüftung und Klimatisierung wieder reduziert werden. Dies unterstreicht die Bedeutung des Lüftungs-Tipps.

Von keinem der geprüften Fahrzeuge ging eine direkte Gefahr für die Gesundheit aus. Allerdings wies ein Modell einen spezifischen Wert auf, der auf einem „vergleichsweise hohen Niveau“ verharrte. Dies könnte Reizungen der Augen, Kopfweh und Schwindelgefühle nach sich ziehen.

Der Automobilclub nimmt jedoch an, dass auch diese Konzentrationen normalerweise binnen der ersten Monate zurückgehen. Falls ihr trotz Belüftung andauernd starke Gerüche oder gar Irritationen feststellt, solltet ihr nicht lange warten und den Mangel beim Verkäufer anzeigen, wie zuvor erläutert. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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