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Tragödie in ItalienKind isst Käse – und stirbt nach neun Jahren im Koma

Zum Themendienst-Bericht "Ernährung/Ratgeber/KORR/" von Eva Neumann vom 21. September: Ob weich oder fest: Rohmilchkäse schmeckt in der Regel kräftiger als normaler Käse. (Die Veröffentlichung ist für dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei. Quellenhinweis: "CMA/dpa/tmn") +++ +++

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Rohmilchkäse (Symbolfoto) wurde für Mattia zum Verhängnis. 

Ein Bissen Rohmilchkäse wurde für den kleinen Mattia zum tödlichen Verhängnis. Neun Jahre verbrachte er im Wachkoma, nun ist er gestorben.

„Unser Mattia hat uns verlassen.“ Mit diesen erschütternden Worten bestätigte Giovanni Battista M. den Tod seines Sohnes. Nach einem neunjährigen Martyrium im Wachkoma hat das Herz des Jungen aufgehört zu schlagen. Die Tragödie, die weit über seine Heimatregion Trentino hinaus für Entsetzen sorgte, nahm 2017 mit einer scheinbar harmlosen Mahlzeit ihren Lauf.

Der Junge war damals erst vier, als er den Rohmilchkäse probierte. Doch das Produkt war mit tückischen Escherichia-coli-Bakterien verunreinigt. Mattia erkrankte daraufhin am sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom. Diese seltene, aber schwere Krankheit kann zu Organversagen, vor allem der Nieren, führen. Das berichtet „t-online“.

Vater kämpft für Gerechtigkeit und Aufklärung

Der fatale Käse kam aus einer Molkerei im Südtiroler Nonstal. Ein Gericht in Italien befand später zwei Betriebsleiter der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig. Für den Vater ist der juristische Kampf damit aber nicht beendet. Er kündigte erst im April dieses Jahres in einem Gespräch mit der Zeitung „Il T“ an, auch zivilrechtlich gegen die Verantwortlichen klagen zu wollen.

Er will eine lückenlose Aufklärung des Falles erreichen. Außerdem fordert er eine bessere Kennzeichnung für Rohmilchprodukte. Mit seinem unermüdlichen Engagement möchte er verhindern, dass andere Familien ein vergleichbares Leid erfahren müssen. 

Der Fall macht auf dramatische Weise die Risiken deutlich, die in Rohmilchprodukten stecken können. Verbraucherschützer, etwa von der Verbraucherzentrale in Niedersachsen, mahnen deshalb, Rohmilch wegen der Ansteckungsgefahr mit E. coli-Bakterien immer zu erhitzen. Im Gegensatz zur Milch aus dem Supermarkt, die wärmebehandelt ist, wird Rohmilch nach dem Melken lediglich gefiltert und gekühlt. So können krankmachende Keime wie Viren oder Bakterien überleben und schwere Infektionen auslösen. (red)

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