Richtiger Reifendruck: So wird Ihr Rad schneller und sicher
Experte warnt RadfahrendeACE-Tipps zu Reifendruck, Profil und wann Sie wechseln sollten

Copyright: Robert Günther/dpa-tmn
Zu wenig Luft? Zu viel? Der richtige Reifendruck steht meist direkt auf der Reifenflanke.
Nichts ist ärgerlicher: Mitten auf dem Weg zur Arbeit oder bei der Tour am Rhein entlang – zisch, die Luft ist raus. Ein platter Reifen nervt! Aber mit dem richtigen Druck im Pneu seid ihr nicht nur pannenfrei, sondern auch flotter und sicherer unterwegs. Der Auto Club Europa (ACE) verrät, wie es geht.
Aber woher weiß ich, wie viel Luft rein muss? Ganz einfach: Ein kurzer Blick auf die Reifenflanke genügt. Dort haben die Hersteller den erlaubten Mindest- und Höchstdruck eingeprägt, meist in den Einheiten bar oder PSI. Je nachdem, ob ihr den Wocheneinkauf oder nur euch selbst transportiert, solltet ihr den Wert innerhalb dieser Spanne justieren. Die simple Formel lautet: Viel Gepäck braucht viel Druck.
Der geniale Trick für Vorder- und Hinterrad
Der Verkehrsclub hat noch einen cleveren Tipp parat: Gebt dem Hinterreifen immer etwas mehr Power als dem vorderen. Warum? Weil das Rad hinten deutlich mehr Last trägt. Eine exakte Vorgabe existiert laut ACE nicht, aber eine gute Faustregel sind ungefähr fünf bis zehn Prozent zusätzlich. Wenn im vorderen Reifen also 3,5 bar sind, gönnt dem hinteren Pneu circa 3,8 bar. Wichtig ist aber: Beide Werte müssen immer im zulässigen Bereich des Herstellers liegen.
Wie oft muss ich wirklich an die Pumpe?
Und wie häufig steht die Kontrolle an? „Das kommt sehr auf den Einsatzzweck an“, stellt ACE-Technikexperte Marcel Mühlich klar. Echte Rad-Profis und ambitionierte Hobbyfahrer checken den Druck vor jeder einzelnen Tour. Für alle anderen gilt: „Pendlerinnen und Pendler, die regelmäßig fahren, sollten alle ein bis zwei Wochen prüfen. Mit der Zeit bekommt man ja ein Gefühl für den richtigen Luftdruck.“
Wenn sich das Fahrrad schwammig anfühlt oder das Treten plötzlich zur Qual wird, ist das ein klares Zeichen für zu wenig Luft. Doch Mühlich warnt: „Aber der Luftverlust ist in der Regel schleichend und man gewöhnt sich an den weicheren Zustand. Deswegen lieber mal einmal mehr kontrollieren“. Sein unmissverständlicher Rat: „Wenn man auch optisch sieht, dass der Reifen zu wenig Luft hat, dann ist auch wirklich zu wenig drin.“
Mehr Reichweite fürs E-Bike? Der Druck macht's!
Ein hoher Reifendruck verringert grundsätzlich den Rollwiderstand. Das ist vor allem für E-Bike-Fahrer ein echter Gewinn, denn so lässt sich die Reichweite spürbar verlängern. Der Nachteil: Auf dem Kopfsteinpflaster der Altstadt oder auf Schotterwegen leidet der Fahrkomfort und der Halt wird schlechter.
Wer also eine gemischte Tour plant, kann den Druck unterwegs anpassen. Für Wald- und Feldwege einfach ein bisschen Luft rauslassen. Eine kleine Akkupumpe im Gepäck ist dafür ideal, denn absolut dicht sind Reifen und Schläuche sowieso nie.
Der perfekte Reifen für Asphalt und Schotterpisten
Wer oft auf denselben Wegen unterwegs ist, kann sein Rad mit speziellen Reifen optimieren. Breitere Modelle sorgen für mehr Bequemlichkeit und Grip, haben aber tendenziell einen höheren Rollwiderstand. Für schnelle Fahrten auf dem Asphalt der Kölner Ringe sind Pneus mit wenig Profil ideal. Wer dagegen lieber matschige Pfade am Fühlinger See unter die Räder nimmt, sollte zu Modellen mit einem groben Profil greifen. Diese bieten klare Vorteile bei der Bodenhaftung und Spurtreue.
Als guten Kompromiss für Stadt und Umland schlägt der ACE Reifen mit Stollen und einer durchgehenden Lauffläche in der Mitte vor. Diese rollen auf der Straße leise und leicht. Sobald es aber auf rutschige Wege mit Schlamm oder Schotter geht, sorgen die seitlichen Stollen für den nötigen Halt. Wer ausschließlich im Gelände unterwegs ist, kann natürlich auf reine Stollenreifen setzen.
Auch der beste Reifen ist irgendwann am Ende. Für Fahrräder gibt es zwar keine gesetzliche Mindestprofiltiefe wie die 1,6 Millimeter bei Autos. Trotzdem warnt der ACE davor, die Profile komplett blank zu fahren. Richtig brenzlig wird es, wenn der Gummi aushärtet oder spröde und rissig wird. Solche Reifen gehören sofort ausgetauscht, ganz egal, wie gut das Profil noch aussieht. Im schlimmsten Fall können sie während der Fahrt plötzlich explodieren – eine absolute Horrorvorstellung. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
