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„Nicht nachvollziehbar“Änderung während Schluss-Etappe: TV-Experten toben

Tadej Pogacar fährt ins Ziel und zeigt mit seinen Fingern die Zahl Fünf an.

Copyright: IMAGO/HMB-Media

Tadej Pogacar darf sich über seinen fünften Gesamtsieg bei der Tour de France freuen.

Aktualisiert:

Tadej Pogacar hat die Tour de France 2026 gewonnen, den Sieg auf der letzten Etappe aber verpasst. Eine kurzfristige Änderung sorgte für Ärger bei TV-Experte Jens Voigt.

Die Schluss-Etappe der Tour de France 2026 lief bereits auf Hochtouren, als die Nachricht kam: Die Gesamtzeit wird schon 48 Kilometer vor dem Ziel fixiert! Bei einigen Radsport-Experten löste das Wut als.

Der frühere Radrennprofi Jens Voigt äußerte als TV-Experte bei Eurosport sein komplettes Unverständnis. „Es ist wirklich nicht nachvollziehbar“, sagte er und verwies auf die guten Bedingungen am Sonntagabend. Er argumentierte, dass die Sportler mit 100 km/h durch die Pyrenäen und Alpen fahren, „und dann sollte Montmartre doch auch zu schaffen sein für die Fahrer.“ Das berichtet „SPORT1“.

Tour de France: „Das ist einfach viel zu spät“

Eigentlich galt die Regelung, dass die finale Zeitmessung für das Gesamtklassement erst fünf Kilometer vor dem Ende erfolgt. Dieser Plan wurde aber verworfen. Stattdessen wurde die Zeit nun vor dem ersten Anstieg zur Côte de la Butte Montmartre erfasst, was bedeutet, dass nach Kilometer 41 keine Verschiebungen in der Gesamtwertung mehr möglich waren. 

Für Tadej Pogacar hieß es ab diesem Moment: Nur noch irgendwie ins Ziel kommen. Der Dominator der Tour ruhte sich aber keineswegs auf den Lorbeeren aus. Er blies auf dem Montmartre nochmal zum Angriff, startete mit Mathieu van der Poel einen Ausreißversuch. Der Niederländer rettete sich auf den Champs-Élysées ganz knapp vor dem heranrasenden Peloton ins Ziel, Pogacar gingen kurz vor dem Ziel die Kräfte aus. Es wird ihn nicht grämen: Mit seinem fünften Gesamterfolg zählt Pogacar nun zu den Rekordsiegern. Und die Fans feierten die äußerst packende Schluss-Etappe.

Rolf Aldag, bis 2025 Sportlicher Leiter bei Red Bull-Bora-hansgrohe, kritisierte die Entscheidung der Tour-Bosse, die Zeitwertung bei laufender Etappe vorzuziehen, jedoch ebenfalls scharf: „Ich bin der Meinung, sowas im Radrennen zu entscheiden, ist einfach viel zu spät.“

Der 57-Jährige unterstrich, dass die Route am Montmartre keinerlei Unerwartetes bereithalte. „Es ist nicht so, dass da was festgestellt wurde, da oben ist ein Streik, da oben ist eine Blockade oder sonst was.“

Eine frühzeitige Ankündigung der geänderten Zeitmessung, also vor Etappenbeginn, wäre laut Aldag der korrekte Weg gewesen.

Voigt hätte den Montmartre ohnehin nicht in die Etappe eingebaut. „Ich fand das in Ordnung: Jahrzehntelang Champs-Élysées, die inoffizielle Sprinterweltmeisterschaft“, meinte er.

„Lass die armen Sprinter doch auch mal was gewinnen. Ist ja nicht so, dass die Radfahrer zweiter Klasse sind. Die haben sich auch durchgekämpft und sind im Regen, in der Hitze gefahren. Sind Zeitgefahren, sind die Berge gefahren.“ (red)

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