Endlich Highspeed-Internet zum Sparpreis? Der Umstieg auf Glasfaser klingt super. Aber Achtung: Zwischen Lockangeboten und fiesen Vertragsklauseln könnt ihr schnell draufzahlen. Ein neues Gerichtsurteil ist jetzt eure beste Waffe!
Glasfaser-AlarmSo umgeht ihr die fiesesten Kostenfallen und spart hunderte Euro

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Sparpotential: Buchen Eigentümer beim ausbauenden Anbieter für Glasfaser einen Zweijahres-Vertrag dazu, bekommen sie den Anschluss in der Regel kostenlos.
Der Hauptgrund für den Sprung zur Glasfaser-Technologie ist für die meisten Deutschen glasklar das Geld. Eine von Innofact im Auftrag von Verivox durchgeführte Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Menschen mit DSL- oder Kabelanschluss würden wechseln, wenn der Preis stimmt. Das meldet auch die dpa.
Was beim Wechsel kaum eine Rolle spielt
Überraschend unwichtig ist den Befragten hingegen das Vertrauen in einen großen, bekannten Anbieter – das ist nur für rund ein Viertel (26 Prozent) ein Kriterium. Noch weniger zieht das Argument, dass ein Glasfaser-Anschluss den Wert der eigenen Immobilie steigern könnte (16 Prozent).
Und selbst bei denen, die schon mit Lichtgeschwindigkeit surfen, bestätigt sich das Bild: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) wurde durch ein Schnäppchen oder eine günstige Gelegenheit zum Wechsel bewegt. Die überlegene Technik wie eine stabile Verbindung war nur für knapp ein Drittel (31 Prozent) der Hauptgrund.
Experten-Tipps: So schützt ihr euch vor Abzocke
Damit ihr nicht in eine teure Falle tappt, hat die Stiftung Warentest klare Ratschläge parat:
• Kein Druck an der Haustür: Lasst euch nicht von Vertretern verrückt machen! Das alte DSL-Kupfernetz wird frühestens 2035 abgeschaltet.• Gratis-Anschluss mitnehmen: Wohnt ihr in einem Ausbaugebiet? Dann kann sich ein Zweijahres-Vertrag lohnen. Oft gibt's den Anschluss dann kostenlos dazu, statt 500 bis 1.000 Euro zu zahlen.• Immer erst vergleichen: Unterschreibt nichts blind! Checkt Tarife online auf Vergleichsportalen. Vertreter arbeiten auf Provision und wollen nicht immer euer Bestes.• Wie viel Speed muss sein? Fürs Streamen oder Homeoffice reichen 300 MBit/s locker aus. Die gibt's oft schon für rund 40 Euro im Monat. Aufrüsten könnt ihr später immer noch.• Der Notausgang: Bei Verträgen, die ihr an der Haustür, am Telefon oder online abschließt, habt ihr immer ein zweiwöchiges Widerrufsrecht. Nutzt es im Zweifel!
Achtung, Vertrags-Falle: Dieses Urteil müsst ihr kennen
Und jetzt kommt der Hammer, der euch bares Geld sparen kann: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 8. Januar entschieden, dass die Vertragslaufzeit sofort mit dem Abschluss des Vertrags beginnt – und nicht erst Monate später, wenn der Anschluss endlich aktiv ist (Az.: Az. III ZR 8/25). Der Stichtag ist meist der Moment, an dem ihr die Auftragsbestätigung bekommt.
Checkt also unbedingt im Kundenportal eures Anbieters oder auf der Monatsrechnung, welches Laufzeit-Datum dort steht. Länger als 24 Monate darf die Mindestlaufzeit sowieso nicht sein.
So könnt ihr euren alten Vertrag vielleicht früher kündigen
Das Beste daran: Diese Entscheidung ist nicht auf Glasfaser beschränkt! Das Ratgeberportal Finanztip weist darauf hin, dass das Urteil auch für eure bestehenden DSL- oder Kabel-Verträge gelten kann. Viele könnten ihre Verträge deshalb früher beenden als gedacht und sich so „teure Endmonate“ ohne Rabatte sparen.
Steht bei euch ein falsches Enddatum im Vertrag? Fordert den Anbieter schriftlich auf, das zu korrigieren. Die Verbraucherzentralen bieten auf ihrer Webseite dafür sogar einen Musterbrief an.
Aber Vorsicht: Anbieter sind nicht dumm. Finanztip warnt, dass bei Neuverträgen nach dem BGH-Urteil die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geändert sein könnten. Einige versuchen jetzt, die Laufzeit doch an den Tag der Schaltung zu binden. Dagegen laufen aber bereits Abmahnungen von Verbraucherschützern – neue Gerichtsverfahren sind also wahrscheinlich.
Wer also über einen Wechsel nachdenkt oder schon unterschrieben hat, sollte ganz genau hinschauen. Ein kritischer Blick in die Unterlagen kann sich richtig lohnen und eine Menge Geld sparen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

