BeReal Neue Alternative? Wie die App funktioniert und wie authentisch sie wirklich ist

Die Band Elle & The Pocket Belles macht ein Selfie im Juli 2022 auf dem Qatar Goodwood Festival im englischen Chichester.

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Die französische App „BeReal“ erfreut sich steigender Beliebtheit. Trotz Ähnlichkeiten zu den bekannten Social-Media-Plattformen gibt es einige Funktionen, die BeReal hervorstechen lässt – zumindest zeitweise.

Vor allem Instagram ermöglicht es seinen Nutzerinnen und Nutzern, sich scheinbar perfekt zu inszenieren. Neben diversen Filtern und Effekten spielt die unbegrenzte Zeit, die man für den Upload zur Verfügung hat, eine wichtige Rolle – ganz anders bei der App BeReal aus Frankreich.

Obwohl es die Anwendung schon seit 2020 im App-Store gibt, gelangt sie erst seit diesem Jahr zu umfassenderer Bekanntheit. Dabei reiht sie sich aber nicht einfach in die Riege der Standard-Apps im Social-Media-Bereich ein, sondern ist eher um einen Gegentrend bemüht.

BeReal: Parallelen zu anderen Plattformen

In den Grundzügen scheint BeReal eine weitere Social-Media-App zu sein. Der Schwerpunkt liegt – wie bei Instagram – auf dem Upload von Fotos.

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Auch kann man sich mit anderen Usern vernetzen und auf deren Uploads reagieren. Die Fotos sind zudem nur für einen Tag einsehbar, was man unter anderem bereits von Snapchat oder WhatsApp-Stories kennt.

Mit Zeitdruck bei BeReal zu mehr Authentizität?

Bis hierhin nichts Neues. In welchem Punkt die BeReal-App jedoch von anderen „sozialen Welten“ abweicht, ist der Zeitfaktor.

Die App verschickt täglich eine Push-Nachricht mit der Aufforderung, BeReal zu öffnen und das Foto des Tages zu knipsen. Startet man die App, beginnt ein Countdown und das Foto muss innerhalb der nächsten zwei Minuten aufgenommen werden.

Das Ergebnis erinnert an Videocalls, da das fertige Foto aus zwei Elementen besteht: dem, was die rückwärtige Kamera aufnimmt und dem, was die Frontkamera festhält.

Die App ist außerdem fair: Die Schnappschüsse der Personen, denen man folgt, werden erst nach dem eigenen Upload sichtbar.

Ein Schlupfloch, das keins ist

So konsequent, wie die App daherkommt, ist sie aber nicht ganz.

Nutzerinnen und Nutzer, die es innerhalb besagter Zeit nicht schaffen, einen Upload beizusteuern, können sozusagen „verspätet abgeben“. Das kennzeichnet die App dann aber auch entsprechend.

Das Ziel von BeReal, sich (wirklich) authentisch zu zeigen, kann so eher verfolgt werden. Diese Kennzeichnung erfolgt auch, wenn Personen mehrere Versuche brauchen, ein „authentisches“ Foto von sich und der Umgebung aufzunehmen.

BeReal: Keine Followerzahlen, dafür ganz besondere Emojis

Die Zeit zum gezielten Inszenieren fällt bei BeReal weg, genauso wie sichtbare Followerzahlen. Als „Ausgleich“ für fehlende effektvolle Filter kann die Community jedoch Selfies aufnehmen, mit denen sie auf Uploads anderer Nutzerinnen und Nutzer reagiert.

Laut eines Tweets könnte nun auch Instagram diese eher ungewöhnliche Version von Social Media für sich entdecken.

Damit würde eine interessante Entwicklung bevorstehen: Tendiert auch die bei Milliarden Menschen auf der Welt bekannte Social-Media-Plattform immer mehr zur Echtheit – oder kann BeReal der herrschenden Perfektion im Internet gar nicht erst standhalten? (hl)

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