Vor 125 Jahren kam er in einem Kaff zur Welt und eroberte später Hollywood: Als aufrechter Amerikaner kämpfte Gary Cooper in zahlreichen Western für das Recht.
Wortkarg, aufrecht, heldenhaftDer Stuntman, der zur Western-Legende wurde

Copyright: Hulton Archive/Getty Images
Er war ein Mann weniger Worte: Vor 125 Jahren, am 7. Mai 1901, wurde Hollywood-Legende Gary Cooper geboren. (Bild: Hulton Archive/Getty Images)

Copyright: ZDF / United Artists
Seine berühmteste Rolle: Für „Zwölf Uhr mittags“ (1952) erhielt Gary Cooper seinen zweiten Oscar. (Bild: ZDF / United Artists)

Copyright: Hulton Archive/Getty Images
Schon früh war Gary Cooper (Bild aus „Fighting Caravans“, 1931) auf die Rolle des Westernhelden abonniert. (Bild: Hulton Archive/Getty Images)
„Hallo Sie, Zwei-Meter-Mann!“, soll einst der Regisseur dem unbekannten Stuntman in Hollywood zugerufen haben - womit dessen unaufhaltsame Western-Karriere begann. Für zehn Dollar am Tag fiel damals der baumlange Mann von galoppierenden Pferden oder schoss mit Platzpatronen aus dem Hinterhalt. Der wortkarge Stuntman hörte auf den Namen Frank James Cooper und stammte aus dem kleinen Kaff Helena in Montana, dort wurde er vor 125 Jahren, am 7. Mai 1901, geboren. Bald wurde Cooper, den sie fortan „Coop“ nannten, eine kleine Berühmtheit: Er konnte einfach am besten boxen, rennen und schießen. Gary Cooper kämpfte fortan in zahlreichen Hollywood-Western als wortkarger Held für das Recht und wurde zu einer Legende.

Copyright: Hulton Archive/Getty Images
Doch Cooper konnte auch anders: In der romantischen Komödie „Perlen zum Glück“ (1936) spielte er an der Seite von Marlene Dietrich. (Bild: Hulton Archive/Getty Images)

Copyright: ARD / WDR
Für seine Hauptrolle in „Sergeant York“ (1941) erhielt Gary Cooper seinen ersten Oscar. (Bild: ARD / WDR)
Frank James Cooper, 22 Jahre alt und 1,97 Meter groß, blond und blauäugig, ein ehemaliger Karikaturist und Kunststudent, hatte zwar bereits als 13-Jähriger auf der Ranch seines Vaters, eines britischen Einwanderers und Richters am Obersten Gerichtshof, das Reiten gelernt, aber nie gedacht, dass er damit einmal sein Geld verdienen könnte. Doch dann wurde der „lange Cowboy“, wie man ihn bald in Hollywood zu nennen pflegte, zur zentralen Figur zahlloser Western, ein aufrechter Vertreter der Gerechtigkeit. Einer, der meist alleine gegen alle kämpfte. Und das mit anhaltendem Erfolg bis zum Ende seiner Karriere.
Gary Cooper: „Ich bin kein schöner Mann“

Copyright: Paramount Pictures
In der Hemingway-Verfilmung „Wem die Stunde schlägt“ (1943) spielte Gary Cooper an der Seite von Ingrid Bergman. (Bild: Paramount Pictures)

Copyright: Keystone/Hulton Archive/Getty Images
Gemeinsames Picknick: Gary Cooper und Audrey Hepburn genießen am Set von „Lockende Versuchung“ (1956) ihre Drehpause. (Bild: Keystone/Hulton Archive/Getty Images)

Copyright: ARD / Degeto
Eine von Gary Coopers letzten Filmen: „Der Mann aus dem Westen“ (1958) gilt als einer der besten Western der 50er-Jahre. (Bild: ARD / Degeto)
1924 bekam Cooper seine erste größere Rolle in „The Vanishing America“, 1926 in „The Winning of Barbara Worth - Entfesselte Elemente“ die erste Hauptrolle, die ihm wegen des großen Erfolgs einen Vertrag bei der Paramount einbrachte. Ein Held war geboren, ein stiller, einsamer Westerner. Weil er - gleichfalls 1926 - in „The Eagle“ neben dem Frauenhelden Rodolfo Valentino stand und gegen diesen ohne Chance war, glaubte er: „Ich bin kein schöner Mann. Mein Fach ist der Western. Mit Pomade im Haar und Salonmanieren sieht man mich nicht mehr.“ Trotzdem wurde er in zahlreichen Komödien - unter anderem bei Ernst Lubitsch - mit seinem minimalistischen, für den neuen Tonfilm angemessenen Stil, ein charmanter jugendlicher Held, der stets anderen half. Als zynischer reicher Liebhaber ließ er sich in Billy Wilders „Ariane - Liebe am Nachmittag“ 1956 von Audrey Hepburn charmant belehren.

Copyright: ARD / Degeto
Gipfeltreffen zweier Superstars auf hoher See: Im Krimiabenteuer „Die den Tod nicht fürchten“ (1959) spielten Charlton Heston (links) und Gary Cooper die Hauptrollen. (Bild: ARD / Degeto)
Als Cooper 1929 das Drehbuch zu „The Virginian“ (“Der Mann aus Virginia“) las, war er entsetzt: Es war die Geschichte eines Cowboys, der ein Dorf vor kriegerischen Indianern retten musste. „Als ich das Drehbuch las“, erinnerte er sich später, „war ich verzweifelt. Jede Menge Dialoge, zu wenig Action und eine alberne Liebesgeschichte mit einer Partnerin, die fast einen halben Meter kleiner war als ich.“ Cooper machte das Beste daraus, erfand spezielle Gesten für sich und den verzögerten Cooper-Schritt, sprach mit einem scheuen Lächeln im feinen Gesicht mit der leicht vorspringenden Nase mehr als mit Worten. Jedes seiner Film-Pferde ritt Cooper schon vier Wochen vor Drehbeginn ein und brachte ihm immer wieder Futter, um so einen idealen vierbeinigen Partner zu haben.
Nicht nur für „High Noon“ bekam er den Oscar

Copyright: Express/Hulton Archive/Getty Images
Gary Cooper und seine Ehefrau Veronica waren von 1933 bis zu seinem Tod 1961 verheiratet. (Bild: Express/Hulton Archive/Getty Images)
Mit wenigen Mitteln machte Cooper, der nie Schauspielunterricht nahm und mit einer glühenden Katholikin aus der New Yorker Oberschicht verheiratet war, eine Karriere, die ihresgleichen sucht: 90 Filme in 35 Jahren, 67 davon Western. Der Berühmteste: Fred Zinnemanns Klassiker „Zwölf Uhr mittags“, für den er 1952 seinen zweiten Oscar bekam. (Bereits 1942 wurde er als bester Hauptdarsteller für „Sergeant York“ ausgezeichnet.) Als gebeugter Marshall, der Sieger bleibt und doch glaubt, verloren zu haben, als er den Stadtverordneten seinen Sheriffstern vor die Füße wirft, ging er in die Filmgeschichte ein.
„Das Publikum soll mich so in Erinnerung behalten, wie ich früher war“, sagte er am Ende seines Lebens. Da hatte er schon Krebs und verzichtete aufs Drehen. Kurz bevor er am 13. Mai 1961 in Hollywood mit gerade 60 Jahren starb, wurde dem aufrechten Amerikaner noch ein Oscar für sein Lebenswerk verliehen. Sein Freund James Stewart nahm ihn stellvertretend für den Schwerkranken entgegen. Er weinte dabei. Einen Monat später war Gary Cooper tot. Auf dem Sacred Heart Cemetry in Southampton auf Long Island liegt er begraben. (tsch)
