Ein fieser Verrat! Viel Geschwänzel um den Lammschwanz! Eine zornige Zarrella! Der Staffel-Auftakt zum „Grill den Henssler Sommer-Special“ (VOX) bot mehr, als manche Unterhaltungsshow in ein paar Jahren. Und dann ging es Steffen Henssler noch an den Kragen. Und den Bart.
„Wie Hundefutter“Tokio-Hotel-Drummer erlebt Fiasko bei „Grill den Henssler“

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Kein Glück hatte Gustav Schäfer von Tokio Hotel bei seinem Heimspiel auf der Magdeburger Seebühne. Sein Dessert „Gegrillter Fenchel, Marscarpone, Weintrauben und Cookie-Topping“ geriet zum Fiasko. (Bild: RTL)

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Steffen Henssler war bei ersten „Grill den Henssler Sommer-Special“ (VOX) nicht so gut auf Tony Bauer zu sprechen. Denn der Comedian trickste ihn gleich doppelt aus. (Bild: RTL)
„Kochsportlich“ war das erste „Sommer-Special 2026“ von „Grill den Henssler“ ein Fiasko. 72:58 hießt es am Ende. So wenig Punkte wurden seit der Einführung des sommerlichen Spin-Offs vor exakt zehn Jahren nie ergrillt. Da ging einiges schief am Grill. Und trotzdem boten Steffen Henssler und seine Promi-Gäste beste Unterhaltung - davon werden die Fans noch lange zehren. Mindestens noch fünf Ausgaben - denn so lange muss der „Grillkönig“ obenrum runderneuert antreten.

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Eigentlich traten unter der Anleitung von Koch-Coach Max Stiegl nur drei Promis gegen Henssler an: Tony Bauer, Carola „Doc Caro“ Holzner und Gustav Schäfer (von links). Aber Tony Bauer hatte eine Überraschung parat. (Bild: RTL)
Schuld ist: Tony Bauer. Der Comedian, der bisher zweimal unter Hensslers Grillgabel geriet, wollte unbedingt, dass aller guten Dinge drei würden. Er kündigte auch gleich forsch an: „Ich rasier dich.“ Um das zu erreichen, hatte er Verstärkung mitgebracht. Er hatte sich clever an Antonio „Toni“ Zaza rangewanzt. Der ist nicht nur von Steffen Henssler bei „The Taste“ entdeckt, sondern danach auch in dessen Betrieb angestellt worden. Weshalb Henssler auch ziemlich überrascht reagierte: „Das ist eigentlich ein Kündigungsgrund.“ Aber dem Chef gefiel die Idee, gegen zwei Tonis anzutreten.
Und weil Henssler ungern irgendeiner Herausforderung aus dem Weg geht, schlug er auch in die Grillwette ein, die ihm Zaza zügig anbot: Gewinnt Henssler den Grillgang, dann wird Toni noch in der Sendung der Schnurrbart abgesäbelt. Verliert aber Henssler, wird er rasiert: Der Vollbart muss ab - und bis zum Ende der Staffel wird nur ein „Schnorres“ Hensslers Oberlippe zieren. Henssler führte zu diesem Zeitpunkt schon fast uneinholbar 41:24. Noch ein Grund, die Wette anzunehmen. Und schon nahm das Drama seinen Lauf.
Henssler in der Schnorres-Klemme: Der Vollbart muss ab!

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Zum Hauptgang brachte Bauer Verstärkung mit: Steffen Hensslers „The Taste“-Entdeckung und Mitarbeiter Antonio „Toni“ Zaza (rechts). Damit nicht genug, überredeten die beiden Henssler zu einer haarigen Wette. (Bild: RTL)

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Der Deal: Verliert Henssler den Kochgang, muss er sich den Vollbart abrasieren - bis auf einen dünnen Schnurrbart. Als das Jury-Votum kam, verhöhnten die beiden Tonis Henssler mit Schnorres-Gesten. (Bild: RTL)
Henssler maulte zwar ironisch über den Verrat (“Das ist der Dank! Da holt man den Jungen aus der Gosse ...“) und meinte „Ne Gehaltserhöhung kannste vergessen“, behielt aber seine traditionelle Großspurigkeit: Die Promis seien ja „heute nur zu zweieinhalbt“, meinte er mit Bezug auf Tony Bauers Körpergröße von 1,65 Metern, und überhaupt: „Wenn Tony der ist, der das Ding aus dem Feuer holen muss, dann gute Nacht.“
Aber bald geriet er angesichts der Aufgabe im Hauptgang „Adana-Kebab mit gegrillter Paprika, Fladenbrot und Cacik“ gehörig ins Schwitzen. Nicht wegen Tony, sondern wegen Toni. Denn Zaza und Koch-Coach Max Stiegl konzentrierten sich vor allem darauf, Bauer aus der Küche zu halten. Der dann auch häufiger bei Henssler vorbeischaute.

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Doc Caro sorgte mit der südafrikanischen Delikatesse „Lammschwanz mit gebratener Banane und Chakalaka-Bulgursalat“ für die lustigste Vorspeise aller Zeiten. Die Chance für schlüpfrige Zoten wurde von allen Beteiligten ausgiebig genutzt. (Bild: RTL)
Das Ende vom Lied sah Henssler kommen. „Das ist nicht so geil geworden“, ahnte er und meinte „Das ist einfach nicht mein Essen.“ Die Jury bestätigte es: Jana Ina Zarrella (9:6), Alexander Herrmann (8:6) und Joachim Llambi (7:3) sorgten dafür, dass Hennsler vom „doppelten Toni“ 24:15 in Grund und Boden gegrillt wurde. Tony Bauer feierte, obwohl er kaum einen Handschlag gemacht hatte: „Endlich hab ich gewonnen!“ Das Ergebnis, einen prägnanten Bleistift- oder sogenannten Clark-Gable-Bart bei Henssler, wird das Publikum ab nächster Woche genießen dürfen.
Feuerwerk der Zoten: „Bei uns meldet sich bald der Jugendschutz“

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Jurorin Jana Ina Zarrela war not amused. „Iiiih! Oh Gott. Wie isst man das?“ Auch Alexander Herrmann war skeptisch. (Bild: RTL)

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Vor lauter zweideutigen Zoten lachte das Publikum Tränen. Moderatorin Laura Wontorra auch: „Herzlich willkommen bei 'Grill den Schwänzler'.“ (Bild: RTL)
Mit dem Hauptgang-Sieg wurde das Koch-Match wider Erwarten nochmals spannend. Den Impro-Gang (Kachelfleisch, Sellerie, Jakobsmuschel) hatte Henssler 17:13 gewonnen, dazu zwei Küchen-Competitions. Und die Vorspeise. Die bescherte, bestellt von Carola „Doc Caro“ Holzner, „Lammschwanz mit gebratener Banane und Chakalaka-Bulgursalat“ ein Highlight. Weniger im lukullischen, aber im unterhaltenden Bereich. „Die letzte Sendung, bei der so viel gelacht wurde, war 'Dinner for One'“, japste Moderatorin Laura Wontorra zwischendurch und hatte absolut recht.
Denn natürlich bietet sich die südafrikanische Delikatesse für schlüpfrige Wortspiele und deftige Zoten an - und alle Beteiligten gingen in die Vollen. Das Publikum lachte Tränen und Wontorra konstatierte: „Herzlich willkommen bei 'Grill den Schwänzler' - Bei uns meldet sich bald der Jugendschutz.“

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Jana Ina Zarella fand die „Mischung brutal“ und fühlte sich wegen des vielen Alkohols „nach zwei Sekunden besoffen“. (Bild: RTL)
Die äußerst lockere Stimmung machte auch vor der Jury nicht halt. Zarrella wandte ihren Blick in Grausen und hatte wörtlich Berührungsängste. „Wie isst man das denn?“ Joachim Llambi assistierte korrekt, aber eben auch zweideutig: „Nimm ihn doch in die Hand!“ Und Alexander Herrmann meinte, das Ganze erinnere ihn an „Hannelore Lecter und das Schweigen des Lammschwanzes“. Es war zum Brüllen. Doc Caro unterlag deutlich 11:18, hatte aber den Trost: „Meins ist auf jeden Fall das lustigste Gericht.“
Jana Ina Zarrella: „Ich war nach zwei Sekunden besoffen“

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Ende gut, alles gut. Henssler siegte 72:58 und jubelte erleichtert - und vorerst letztmals mit Vollbart! (Bild: RTL)
Das Finale war Gustav Schäfer überlassen. Der Tokio-Hotel-Schlagzeuger hatte nur fünf Punkte Rückstand und auf der Magdeburger Seebühne ein Heimspiel. Aber er setzte es mit dem Dessert „Gegrillter Fenchel, Mascarpone, Weintrauben und Cookie-Topping“ fulminant in den Sand. Fenchel zu salzig, Mascarpone zu alkoholhaltig (Zarrella: „Ich war nach zwei Sekunden besoffen“), Herrmann fragte sich, wer drauf gekommen sei, so einen „Zungenfasching zu machen“.
Zarrella erinnerte Schäfers Teller optisch „an Hundefutter“, aber: „Ich hab trotzdem probiert - weil ich dafür bezahlt werde.“ Henssler sprach sie hingegen ein Lob aus. Er habe das Beste draus gemacht.
Llambi fühlte sich an „Let's Dance“ erinnert. Da nahm Gustav Schäfer im Frühling teil. Seine Tochter hatte damals schon vor Staffelstart gesagt „Der kann nicht tanzen“. Llambi: „Das hat sich gebessert.“ Immerhin wurde Schäfer achtbarer Sechster. Aber: „Ich glaube, Blau ist der Gustav. Und wenn seine Tochter sagen würde 'Der kann nicht kochen' - diesmal hätte sie recht.“ Schäfer unterlag 7:16 und machte damit Hensslers 14. Sieg in einem Sommer-Special hintereinander (!) perfekt.
Mal sehen, wie er sich nächste Woche mit Schnorres schlägt. (tsch)

