Zuschauer flippten aus Was hat Vanessa Mai mit einem der größten TV-Skandale zu tun?

Vanessa Mai posiert auf einem Selfie am 24. März 2021 im Bett. Die Sängerin macht beim Action-Format „Celebrity Hunted“ mit.

Vanessa Mai (hier auf einem Selfie, das sie am 24. März 2021 bei Instagram postete) macht mit Ehemann Andreas Ferber im Amazon Prime-Format „Celebrity Hunted“ mit.

Köln/München. Sängerin Vanessa Mai und ihr Ehemann Andreas Ferber: Von Gesetzeshütern gejagt, mit schmalem Geldbeutel auf der Flucht: Für die neue Show „Celebrity Hunted“ bei Amazon Prime müssen die beiden – wie andere Promis auch – unter dem Radar von professionellen Ermittlern bleiben. Ein bisschen fühlt man sich beim Konzept von „Celebrity Hunted“ an die Show „Das Millionenspiel“ erinnert. Einer der größten TV-Skandale der 70er Jahre in Deutschland.

Vanessa Mai und Ehemann Andreas Ferber als „Bonnie und Clyde“

Klingt spannend, was Vanessa Mai ihren Fans schon am Donnerstag (24. Juni) auf Instagram schrieb: „Endlich darf ich es euch sagen!! Heftige 10 Tage liegen hinter Andreas und mir. Ihr habt richtig gelesen… Andreas und ich aka Bonnie und Clyde.“

Das Konzept des „Celebrity Hunted“-Formates, in dem Vanessa Mai und Ehemann Andreas Ferber mitmachen, ist schnell erklärt: Die Promis, darunter neben Vanessa Mai auch Boxweltmeister und Unternehmer Dr. Wladimir Klitschko, Model Stefanie Giesinger sowie Sänger Tom Beck, müssen untertauchen und werden von Crime-Experten gejagt. Mit „allen legalen Mitteln“, so Amazon Prime, müssen sie verhindern, aufgespürt zu werden.

Vanessa Mai: Celebrity Hunted erinnert an Skandalfilm der 70er

Vor fast 51 Jahren gab es bereits im deutschen Fernsehen einen Thriller, der stark an „Celebrity Hunted“ erinnert und zu einem der größten TV-Skandale der Siebziger wurde.

In „Das Millionenspiel“ (WDR) im Stil einer heutigen Reality-Show musste Kandidat Bernhard Lotz aus Leverkusen eine Woche lang vor Auftragskillern flüchten. Die Bevölkerung sollte ihn entweder unterstützen oder dafür sorgen, dass er an die Killer ausgeliefert wird. Dafür wurden entsprechende - fiktive – Telefonnummern eingeblendet.

TV-Film „Das Millionenspiel“ (1970): Dieter Thomas Heck als Moderator Tilo Uhlenhorst im Studio spricht mit einer Hotelangestellten (auf der Videowand im Hintergrund)

Szene aus „Das Millionenspiel“ von 1970. In dem Fernsehfilm, in dem es um eine fiktive Menschenjagd geht, spielt Dieter Thomas Heck den Moderator. Tausende Fernsehzuschauer nahmen den Thriller des WDR damals für bare Münze.

Der Fernsehfilm „Das Millionenspiel“ täuschte den Zuschauern perfide vor, die Menschenjagd sei real. Immer wieder wurde vermeintlich live ins Studio geschaltet, wo der von Dieter Thomas Heck („ZDF Hitparade“) gespielte Moderator mit angeblichen Live-Reportern sprach oder Wissenswertes aus der Biografie des „Gejagten“ zum Besten gab.

„Das Millionenspiel“ war ein TV-Skandal der 1970er-Jahre

Der ganze Film „Das Millionenspiel“, am 18. Oktober 1970 ausgestrahlt und von Wolfgang Menge ersonnen, war derart realitätsnah gemacht, dass während der Sendung viele Zuschauer anriefen, die sich an der Jagd beteiligen oder selbst gejagt werden wollten. Eine Frau bot gar an, ihren Ehemann in den Tod schicken zu wollen. Weitaus mehr Menschen allerdings gingen, so berichtete es damals der „Spiegel“, auf die Barrikaden.

„Arschlöchern die Zähne einschlagen“: Zuschauer vor 50 Jahren eskalierten

Wütende Anrufe, Beschwerdebriefe und gar Hass-Telegramme (E-Mail gab es damals noch nicht) landeten demnach beim WDR:

  • Ein Anrufer konstatierte: „Die allergrößte Schweinerei, die uns jemals vorgesetzt wurde“
  • Andere befanden, dass die Macher des Programms „rauschgiftsüchtig“ seien oder in eine „Klapsmühle“ gehörten
  • Einer drohte, „diesen aktuellsten Arschlöchern der Bundesrepublik“ müsse man „sehr gründlich die Fresse polieren und die Zähne einschlagen. Vielleicht aber geht es schneller und vornehmer mit einem MG“.

Dass „Celebrity Hunted“ für ähnliche Empörung und Eskalation sorgt wie damals „Das Millionenspiel“, ist eher unwahrscheinlich. Denn die Fans wissen längst um die Fiktionalität des Action-Formates. (smo)

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