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Warum Hella von Sinnen wütend bleibt

Für ihren neuen Podcast versammelt Hella von Sinnen prominente Gäste wie Mike Krüger, Evelyn Burdecki, Guido Cantz und Claudia Roth. Von Sinnen versteht das Format ausdrücklich nicht als journalistisches Interview. „Ich bin keine Journalistin. Ich bin das Helli, und ich möchte mich einfach unterhalten:“ (Bild: Willy Weber)

Copyright: Willy Weber

Für ihren neuen Podcast versammelt Hella von Sinnen prominente Gäste wie Mike Krüger, Evelyn Burdecki, Guido Cantz und Claudia Roth. Von Sinnen versteht das Format ausdrücklich nicht als journalistisches Interview. „Ich bin keine Journalistin. Ich bin das Helli, und ich möchte mich einfach unterhalten:“ (Bild: Willy Weber)

Nach einem schweren Unfall blickt Hella von Sinnen anders auf das Älterwerden. Gelassener geworden sei sie allerdings nicht, sagt die Entertainerin. Im Gegenteil: Ihre Wut auf gesellschaftliche Entwicklungen sei bis heute ungebrochen.

Der Satz stammt von einer Hollywood-Legende und begleitet Hella von Sinnen seit Jahrzehnten. „Alt werden ist nicht für Feiglinge“, sagte einst Bette Davis. Die Schauspielerin gehört zu den großen Idolen der Entertainerin. Ein signiertes Foto der Oscar-Preisträgerin hält sie bis heute in Ehren.

Dass sie den berühmten Ausspruch inzwischen besser versteht als früher, hat auch mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre zu tun. Im Februar 2024 erlitt Hella von Sinnen bei einem Sturz am Rande einer Comedy-Gala in Duisburg schwere Verletzungen und brach sich beide Beine. Es folgten Monate im Krankenhaus und eine aufwendige Rehabilitation.

„Sie hat total recht“, sagt die 67-Jährige über den Satz von Bette Davis im Gespräch mit der Nachrichtenagentur teleschau. Zwar fühle sie sich noch nicht alt. Doch die Veränderungen des Lebens seien unübersehbar. „Es stimmt schon, es ist schlimm, wenn die Einschläge näherkommen. Wenn Freunde plötzlich nicht mehr da sind ...“

Hella von Sinnen wurde 1959 als Hella Kemper geboren. Nach ersten Erfolgen im Kabarett wurde sie in den 1980er-Jahren bundesweit bekannt. Zu ihren populärsten Fernseharbeiten zählen „Alles Nichts Oder?!“ und „Genial daneben“. (Bild: Willy Weber)

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Hella von Sinnen wurde 1959 als Hella Kemper geboren. Nach ersten Erfolgen im Kabarett wurde sie in den 1980er-Jahren bundesweit bekannt. Zu ihren populärsten Fernseharbeiten zählen „Alles Nichts Oder?!“ und „Genial daneben“. (Bild: Willy Weber)

Wer nun erwartet, dass das Älterwerden bei ihr zu mehr Gelassenheit geführt hat, wird enttäuscht. Auf die Frage, ob etwas im Alter schöner werde, denkt von Sinnen lange nach und kommt zu einem klaren Ergebnis. „Nicht so richtig.“

„Da steige ich genauso aus dem Hemd wie früher“

Vor allem politisch und gesellschaftlich sei ihre Empörung unverändert. „Ich rege mich immer noch genauso wie vor 50 Jahren über die Faschisten auf, über die Queeren- und Woke-Feindlichkeit. Meine Wut verdampft nicht.“ Manchmal behaupte sie zwar von sich selbst, gelassener geworden zu sein. Doch wenn es ernst werde, sei davon wenig zu spüren. „Da steige ich genauso aus dem Hemd wie früher.“

Gleichzeitig nutzt Hella von Sinnen derzeit neue kreative Freiräume. Bei ihrem Video-Podcast „Gestatten, von Sinnen!“ (ab sofort jeden zweiten Freitag eine neue Folge) empfängt sie Gäste wie Mike Krüger, Evelyn Burdecki, Guido Cantz und Claudia Roth. Die Gespräche sollen bewusst ohne starres Konzept auskommen. Statt klassischer Interviews setzt sie auf die persönliche Begegnung und spontane Unterhaltung.

Hella von Sinnen wurde 1959 in Gummersbach geboren und startete ihre Karriere zunächst im Kabarett. Bundesweite Bekanntheit erlangte sie durch Fernsehformate wie „Alles Nichts Oder?!“ und später „Genial daneben“. Neben ihrer Arbeit als Moderatorin war sie als Schauspielerin, Synchronsprecherin, Autorin und Entertainerin tätig. (tsch)

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