Ulrike C. Tscharre hat über die herausfordernde Arbeit für den Krimi „Zielfahnder“ gesprochen. Für die sie wahrlich ins „kalte Wasser geworfen“ wurde.
„Ging über meine Grenzen“So hart war der Dreh von „Zielfahnder“

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Ulrike C. Tscharre und Hanno Koffler sind „auf dem Sprung“. Soweit möglich macht Tscharre ihre Stunts selbst - auch in „Zielfahnder – Kalte Sonne“.

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Im TV-Krimi „Zielfahnder“ sind Ulrike C. Tscharre und Hanno Koffler auf der Jagd nach dem Kopf eines Menschenhändler-Rings, der junge Frauen sexuell ausbeutet. Da fällt einem gleich der echte Fall um Jeffrey Epstein (†66) und seine widerlichen Machenschaften ein. Eine bewusste Parallele? „Nein“, sagt Ulrike Tscharre im EXPRESS-Gespräch.
„So eine Drehbuchentwicklung dauert lange – die liegt also viel weiter zurück“, sagt die Schauspielerin, die viele noch als Marion Beimer aus der „Lindenstraße“ kennen. Die Realität holte also die Fiktion ein. „Es zeigt, wie aktuell das, was wir erzählen, ist.“
Was hat „Zielfahnder“ mit Jeffrey Epstein zu tun?
Während der Drehvorbereitungen seien immer mehr Details herausgekommen, sagt Tscharre. In „Zielfahnder Kalte Sonne“ (18. April, 20.15 Uhr, im Ersten) ist der Kopf hinter dem Menschenhandel eine Frau. In der Realität arbeitete mit Ghislaine Maxwell ebenfalls eine Frau dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu. Filmisch seien die „Zielfahnder“ nicht der übliche 08/15-Krimi: „Ich glaube, man sieht, dass die Filme einen hohen Anspruch haben – visuell, in der Ausstattung und in der Umgebung. Für eine normale Fernsehproduktion ist das sehr ungewöhnlich. Das ist nur zu leisten, wenn alle Beteiligten – Team, Schauspielende, alle im Vorder- und Hintergrund – über ihre Grenzen hinaus gehen.“
Emotional und körperlich müsse man da vollen Einsatz geben. Ein Beispiel: „Im aktuellen Film gibt es eine Szene, die im Wasser spielt. Wir haben lange diskutiert, ob wir die machen oder streichen. Und sehr dafür plädiert, dass sie bleibt, obwohl es herausfordernd war, sie zu spielen“, sagt Tscharre. Ein Fake-Meer im Swimmingpool kam nicht in Frage, also wurde im echten Meer gedreht. „Zu der Jahreszeit, in der wir gedreht haben, war es noch mal besonders kalt.“

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Die Szene im Wasser war trotz Neopren-Schichten unter der Kleidung extrem anstrengend für Ulrike C. Tscharre (links; am unteren Bildrand ist Hanno Koffler zu sehen).
Das war Ende März, wenn das Wasser vor Malta am kältesten ist. Die Wassertemperaturen liegen dann bei nur ca. 15 Grad. „Hanno Koffler und ich waren am Rande der Unterkühlung, obwohl wir Neoprenanzüge unter der Kleidung trugen“, erzählt Tscharre. „Da war dann das Problem: Meine Figur Hanna Landauer sollte untergehen – aber das ging kaum mit den ganzen auch tragenden Schichten wie dem Neoprenanzug.“ Am Ende des Drehs sei sie körperlich und mental „ziemlich durch“ gewesen.
„Das Gehirn weiß nicht, dass wir nur spielen, als würden wir ertrinken“, habe ihnen die Supervisorin und Tauchlehrerin erklärt, „körperlich ist so etwas eine Grenzerfahrung.“ Da muss Ulrike C. Tscharre ähnlich hart drauf sein wie ihr Film-Charakter Hanna Landauer, die eine ihrer liebsten Rollen sei. Mit „bezahltem Urlaub“ habe das nichts zu tun, trotz traumhafter Drehorte wie Malta. Wenn es privat mal auf Reisen geht, verzichtet sie auch auf Luxus: Dann geht es gerne mit Mann und zwei Hunden im ausgebauten Camper (einer ehemaligen niederländischen Armeeambulanz) auf Tour, sagt Tscharre.
