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Mega-Star der 90erWas Eurodance-Ikone T-Seven heute macht

Mr. President 1995 in Berlin

Copyright: imago/BRIGANI-ART

T-Seven 1995 (links) mit Bandkollege Lazy Dee (Delroy Rennalls) und Kollegin Lady Danii (Daniela Haak). Rennalls machte heute noch Musik, Haak hat ein Modelabel. 

Aktualisiert:

Vorm Eurodance gab es in den 90er kein Entrinnen. Hier berichtet T-Seven, wie es nach dem Hype weiterging. Dazu: Das wurde aus anderen 90er-Größen!

„Ya-ya-ya coco jamboo, ya-ya yeah“ – Na, schon einen Ohrwurm? DER Hit von Mr. President aus dem Jahr 1996 fehlt nun wirklich auf keiner (90er-)Party. Sängerin T-Seven (49) sagt heute: „Das war vor allem eine schnelle Zeit.“ Heute ist Judith Hildebrandt, so ihr bürgerlicher Name, Pferdetrainerin –aber es zieht sie immer öfter auch wieder auf die Bühne.

„Teilweise wusste ich überhaupt nicht mehr, wo ich war“, sagt Judith Hildebrandt. Als Teil von Mr. President (zusammen mit Lazy Dee und Lady Danii) – eine der bekanntesten Eurodance-Gruppen der 1990er – reiste sie von Termin zu Termin um die ganze Welt. „Aber es war schon auch spannend, wir haben alle möglichen Leute kennengelernt…“

Judith Hildebrandt: Von einer Welt in die andere

2000 stieg Hildebrandt aus dem Projekt aus. „Da waren wir mit dem Album noch auf Platz Fünf, es war noch mittendrin. Ich hatte mit 14 angefangen, in einem Alter, in dem man sich gerade entwickelt – wo will ich hin, wie gestalte ich meinen Tag? Diese Phase habe ich ja nie erlebt“, sagt sie. „Ich wollte auch wieder ein normales Leben.“ Und sie wollte sich musikalisch weiterentwickeln – „wobei, wenn man einmal ‚Coco Jamboo‘ gesungen hat, ist das echt nicht leicht. Die Industrie will dann schon, dass man in dem Bereich bleibt“, sagt die Sängerin. „Es war natürlich schwierig: Gerade noch auf der großen Showbühne und dann plötzlich nix. Aber es war die richtige Entscheidung.“

Eine Entscheidung, die dazu führte, dass sie sich auf ihre zweite Leidenschaft konzentrieren konnte: Die Pferde. Heute ist sie sogar Trainerin. „Ich habe mit neun Jahren angefangen zu reiten. Mit elf hatte mich mein erstes eigenes Pferd.“ Mit „Goya“ pflegte sie eine besondere Beziehung. 22 Jahre lang war der Wallach an ihrer Seite. Trug sie durch Höhen und Tiefen. „Er war auch lange nach meiner Karriere bei Mr. President bei mir. Er ist 29 Jahre alt geworden und in meinen Armen gestorben.“ Danach gab es erstmal eine Pferdepause. „Das hatte mir den Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt Judith Hildebrandt. „Später habe ich mir aber wieder ein Pferd gekauft – und der mochte mich nicht so.“

T Seven mit Pferd

Copyright: Laura Schmidl

Wir haben Judith Hildebrandt in einem Kölner Reitstall getroffen – hier mit „Nacho“, dem Pferd von EXPRESS-Reporterin Laura Schmidl.

Das sollte noch richtungsweisend werden. „Als Kind und Jugendliche bin ich Springturniere geritten. Ich dachte, ich kenne mich super aus. Aber das neue Pferd hat mich vor Herausforderungen gestellt.“ Zum Beispiel wollte das eigenwillige Tier partout nicht in den Pferdehänger. Augenöffnend für Judith: „Eine Freundin von mir hat zehn Minuten mit ihm am Seil gearbeitet – dann ging er auf den Hänger, als er hätte er nie was anderes gemacht. Mich hat er zwei Stunden davor verhungern lassen!“

So sei sie dazu gekommen, Trainerscheine zu machen. Mit einem bekannten Westerntrainer arbeitete sie an der Kommunikation mit ihrem Wallach, lernte viel über das Verhalten und Erziehung der Tiere. Jetzt hilft die gebürtige Bremerin anderen Pferdebesitzern. „Pferde sind sehr leise in ihrer Kommunikation“, sagt sie. „Es wird oft übersehen, was sie sagen wollen.“

Ganz und gar nicht leise ist dann die andere Welt, die Judith Hildebrandt nun wieder erobern will, die Showbühne. Ihr Live-Comeback feierte sie in der ZDF-Silvestershow „Willkommen 2026“, wenngleich die Musik nie weg war. Mit einem Gitarristen zusammen spielte sie ein 90er-Akustikprogramm, moderierte im Radio. Auf die Silvestershow folgte viel positive Resonanz. 90er-Shows erleben derzeit ohnehin einen Hype, der kaum abzuflachen scheint. „Ich glaube, die Menschen sehnen sich nach einer Leichtigkeit. Wir müssen uns nicht den ganzen Tag damit beschäftigen, was da draußen los ist“, sagt sie.

Im Sommer stehen einige Festivals und 90er-Shows an (z. B. die „90s Super Show“ in der Lanxess-Arena). Die Arbeit mit Pferden und auch das Versorgen ihrer eigenen Tiere hole sie immer wieder auf den Boden zurück, sagt sie. „Einerseits stehst du am Wochenende auf der Bühne, hast 20.000 Leute vor dir, die durchdrehen. Spätestens am Dienstag bin ich wieder zuhause und miste die Boxen aus. Da bist du ganz schnell geerdet.“

Das machen andere Superstars der 90er heute

Die Spice Girls auf einem undatierten Foto

Copyright: IMAGO/Avalon.red

Eitel Girlpower-Sonnenschein: Die Spice Girls auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Von links im Uhrzeigersinn: Baby Spice (Emma Bunton), Posh Spice (Victoria Beckham), Scary Spice (Melanie Brown), Sporty Spice (Melanie Chisholm) und Ginger Spice (Geri Halliwell).

Spice Girls („Wannabe“)

Fünf spicy Girls: Melanie Brown (Scary Spice), Emma Bunton (Baby Spice), Geri Halliwell (Ginger Spice), Victoria Beckham (Posh Spice) und Melanie Chisholm (Sporty Spice). Lösten sich 2001 erst auf, begannen Solo-Karrieren. Es gab mehrere Comebacks, das letzte 2018, allerdings ohne Beckham, die sich auf Modedesign konzentriert. Die geplante Jubiläumstour dieses Jahr haben sie abgesagt – Reunion geplatzt!

Blümchen beim Auftritt 2023 im Berliner Hoppegarten

Copyright: IMAGO/Jan Huebner

2023 trat Jasmin Wagner (alias Blümchen) bei einem der unzähligen 90er-Events in Berlin auf.

Blümchen („Herz an Herz“)

Jasmin Wagner (45) alias Blümchen verkaufte in den 1990ern Millionen Platten. Immer Spekulationen, sie sei nicht wirklich die Sängerin, was stets dementiert wurde. Ende 2000 wurde Blümchen zunächst eingestampft. 2019 erschien ein neuer Blümchen-Song, danach eine Tour und Festival-Auftritte. Endgültiges Blümchen-Ende 2025. Spielte in Musical, Theater, Film und TV. Aktuell nimmt sie eine Auszeit.

Sänger Dr Alban

Copyright: IMAGO/TT

Dr. Alban auf einem undatierten Foto, das ihn beim Auftritt auf einem 90er-Event in der schwedischen Hauptstadt Stockholm zeigt.

Dr. Alban („It's My Life“)

Ogbuagu Alban Uzoma Nwapa nannte sich der Einfachheit halber Dr. Alban (heute 68) ist sogar richtiger (Zahn-)Arzt mit Doktortitel. Wurde bekannt mit den Alben „Hello Afrika“ und „One Love“. Erhielt mehrere goldene Schallplatten. Releaste später Nicht-Eurodance-Alben, die nicht an den Erfolg der 90er herankamen. Lebt heute in Stockholm, tritt ab und zu noch bei 90s-Shows auf, lässt es sonst ruhig angehen.

Lou Bega 2025

Copyright: IMAGO/Michel Kaers

Lou Bega 2925 beim HeidiFest von Heidi Klum auf dem Münchner Oktoberfest.

Lou Bega („Mambo No. 5“)

Klassisches One-Hit-Wonder unkt man über Lou Bega, den Latin-Pop-Sänger aus München (eigentlich: David Lubega Balemezi). Zu Zeiten von „Mambo No. 5“ (1999) 24 Jahre alt, feiert morgen seinen 51. Geburtstag. Spätere Alben waren weniger erfolgreich, zuletzt brachte er 2021 eine Platte mit 90s-Cover-Songs raus. Umstritten ein Auftritt 2021 fürs polnische Verteidigungsministerium. War 2024 bei „Masked Singer“ dabei.

Die Musikgruppe Tic Tac Toe 1996

Copyright: imago images/Horst Galuschka

Da fanden sich Jazzzy, Lee und Ricky (von links) noch nicht „scheiße“: Tic Tac Toe 1996.

Tic Tac Toe („Ich find dich scheiße“)

Mit mehr als fünf Millionen verkauften Tonträgern eine der erfolgreichsten Girlgroups Europas, 1995 gegründet. Lee, Jazzy und Ricky zofften sich 1997 vor laufender Kamera, danach trennten sie sich. Ein Comeback 2005 floppte. Lee arbeitete eine Zeit lang im Kölner Zoo an der Kasse – was sie heute macht: unklar. Jazzy war zunächst in TV-Formaten zu sehen, lebt heute in Südfrankreich. Ricky arbeitet als Ergotherapeutin.

Sarah Connor ist neben ihrem Beruf als Sängerin seit Jahren als Meeresschutzaktivistin aktiv. (Bild: Getty Images / Andreas Rentz)

Buckelwal-Drama

Sarah Connor schaltet sich ein – und muss sich Fan-Kritik gefallen lassen