Abo

„Ein größeres Kompliment“GNTM-Kandidatin (57) startet nach Rauswurf international durch

Model Anja Kossiwakis

Copyright: Boris Roessler/dpa

Anja Kossiwakis modelte schon während der DDR.

Von Heidi Klum rausgeworfen, startet sie jetzt durch.

Ihr Auftritt bei „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) dauerte nur eine Folge. Doch während viele nach dem Aus in der Versenkung verschwinden, startete für Anja Kossiwakis (57) die Karriere erst richtig. Als internationales „Best Ager Model“ mischt sie heute eine Branche auf, die Frauen mit grauen Haaren lange ignorierte.

Früher, so erzählt die gebürtige Dessauerin, die heute in Wiesbaden lebt, sei das undenkbar gewesen. „Graue Haare machen alt und lange Haare in Grau, das geht ja gar nicht. Das war ja eigentlich so ein No-Go.“ Heute sind genau diese Haare ihr Markenzeichen – und der Grund für ihre zweite Karriere als Model.

Vom DDR-Fundstück zum Covermodel

Ihre erste Begegnung mit der Modewelt liegt Jahrzehnte zurück – in der späten DDR. Damals arbeitete Kossiwakis bei der Sparkasse in Dessau, als sie in einem Schaufenster einen Aushang entdeckte: „Der ‚Verlag für die Frau‘ sucht Fotomodelle“. Sie bewarb sich, kam in die Kartei und musste warten.

Model Anja Kossiwakis

Copyright: Boris Roessler/dpa

Als «Best Ager Model» wird Kossiwakis oft gebucht.

Zwei Jahre später kam der erste Job. Der Fotograf stellte sie ungeschminkt vor die Kamera. „Die haben gesagt: Anja, du bist die natürliche Schönheit. Du brauchst kein Make up.“ Sie landete auf mehreren Covern des Magazins „Modische Maschen“, doch das Modeln blieb nur ein Hobby.

Neuanfang im Westen und der geplatzte Traum

Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Nur einen Tag später packte Anja ihre Sachen. „Am 10. habe ich mich in den Zug gesetzt, am 11. November war ich in Wiesbaden.“ Auch hier fand sie wieder Arbeit bei der Sparkasse, doch der Model-Traum rückte in weite Ferne. Im Westen war es nicht so einfach. „Irgendwann war ich dann zu alt dafür“, sagt sie heute.

Jahrelang blieb das Modeln eine ferne Erinnerung. Kossiwakis arbeitete, bekam Kinder und fand erst später als Fashionbloggerin wieder zur Mode zurück. Sie schrieb, fotografierte und besuchte die Fashion Week in Paris, wo sie wichtige Kontakte knüpfte.

GNTM-Rauswurf als Karriere-Kickstart

Ihr Sprungbrett zurück ins Model-Leben war die Castingshow GNTM. „Ich fand einfach cool, dass plötzlich Diversität angesagt ist“, erklärt sie. Obwohl ihre Kinder anfangs skeptisch waren, stürzte sie sich ins TV-Abenteuer. „Ich hab’ gesagt, ach, ich mach’ das jetzt einfach.“

Model Anja Kossiwakis

Copyright: Boris Roessler/dpa

Mit GNTM schafft Kossiwakis ihren zweiten Modeldurchbruch.

Ihr Auftritt war kurz, aber unvergesslich. Eine Szene ging viral: Anja fragte Heidi Klum, ob sie sich an sie von einer früheren Fashion Week erinnere, und überreichte ihr ein persönliches Fotobuch. Klums Reaktion war kühl – doch genau dieser Moment wurde zum Wendepunkt. Medien stürzten sich auf die Geschichte des „DDR-Models“, Videos von ihr erreichten Millionen Klicks.

Nach dem GNTM-Aus explodierte ihre Karriere. Es folgten Jobs auf dem Laufsteg, Kampagnen und Verträge mit internationalen Agenturen. Anfang 2026 läuft Kossiwakis sogar bei der Pariser Fashion Week. Der frühe Rauswurf? Das Beste, was ihr passieren konnte. „Also ich meine, Heidi, die schmeißt mich raus und ich bin danach in Paris auf dem Laufsteg und ich habe den Modelvertrag bei einer der größten Modelagenturen der Welt unterschrieben“, sagt sie. „Also ein größeres Kompliment gibt's ja gar nicht für mich.“

Heute ist sie international gefragt, doch ihr Zuhause bleibt Wiesbaden. „Paris liebe ich“, sagt sie. „Aber hier ist mein Zuhause.“

Model Anja Kossiwakis

Copyright: Boris Roessler/dpa

Als «Best Ager Model» macht Kossiwakis anderen Frauen Mut.

Zahlreiche Frauen schreiben Kossiwakis, erzählen von eigenen Brüchen, von Unsicherheit, vom Gefühl, „zu alt“ für Neues zu sein. Kossiwakis versteht ihre späte Karriere deshalb auch als Signal. Es sei inspirierend, mit Mitte 50 noch einmal durchzustarten. „Man muss sich nicht verstecken und sagen, ich bin jetzt ein graues Mäuschen“, sagt sie lachend und zeigt auf ihre grauen Haare. „Gut meine Haare sind jetzt grau, aber man kann ja auch mit Mitte 50 schick sein und man muss nicht unsichtbar werden.“

Ältere Frauen, so ihre Überzeugung, gehören stärker in die Modewelt. Sie selbst bleibt sich dabei treu: „Ich habe nichts machen lassen, ich schminke mich eigentlich fast nie und bin eigentlich immer noch so die Natürliche aus der DDR.“ Genau das scheint die Menschen zu überzeugen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Kann er die Reihe retten? Sylvester Stallone soll bereits an einem weiteren „Expendables“-Projekt arbeiten. (Bild: Leonine / EX4 Productions, Inc. 2022)
Nach dem Flop von „The Expendables 4“
Wird es einen fünften Teil geben?