„Rekord-Gage“ lockt Roberto Blanco mit Ansage zum „Dschungelcamp“

Interview mit Roberto Blanco im Kaminzimmer des Savoy Hotels in der Kölner Innenstadt.

Ein bisschen Spaß muss sein – auch mit 85. Wobei Roberto Blanco auch gar nicht nach 85 Jahren aussieht. Fit wie ein Turnschuh zeigte er sich am 23. Mai 2022 im Kölner Hotel Savoy bei unserem Interview.

Das muss ihm erst mal einer nachmachen: Entertainer, Schauspieler, Stimmungskanone Roberto Blanco ist 85 geworden – und präsentiert sich immer noch fit wie ein Turnschuh!

Sein neues Doppelalbum „Jetzt erst recht“ ist in den Schlager-Charts durchgestartet, im Berliner Schlosspark Theater steht er in „Monsieur Claude 2“ auf der Bühne, und „Ein bisschen Spaß muss sein“ – der Song seines Lebens – ist 50 Jahre alt geworden! Viele Gründe für EXPRESS.de, sich mit ihm zu treffen!

Der Sänger und Entertainer sprach über seinen Dauerbrenner-Song „Ein bisschen Spaß muss sein“, die Gesundheit, neue Projekte und über Angebote, die er niemals annehmen würde.

Roberto Blanco: „Meine Frau Luzandra passt auf mich auf“

Kaum zu glauben, dass Sie schon 85 sind! Wie halten Sie sich in Form?

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Roberto Blanco: Ich höre auf meinen Körper. Hat er Durst, bekommt er was zu trinken. Hat er Hunger, esse ich was. Bin ich müde, lege ich mich hin. Natürlich lasse ich mich regelmäßig durchchecken. Außerdem passt meine Frau auf mich auf.

Lassen Sie uns zurückschauen: Ihr Erkennungslied ist „Ein bisschen Spaß muss sein“. Haben Sie vor 50 Jahren erwartet, dass es Ihr ganzes Leben begleitet?

Roberto Blanco: Natürlich nicht. Aber ich erinnere mich, dass ich sofort begeistert war: „Das mache ich! Das Lied passt zu mir!“ Es war mir immer wichtig, dass meine Songs zu mir passen. Es gab zwar auf meinen LPs mal Ausnahmen, aber nur, weil ich dem Produzenten, der noch ein Lied unterbringen wollte, einen Gefallen tun wollte.

„Ein bisschen Spaß muss sein“: Roberto Blanco verdankt diesem Song so viel

Haben Sie das Lied immer mit ein bisschen Spaß gesungen?

Roberto Blanco: Warum nicht? Es ist mein Erkennungszeichen. Wenn man es hört, weiß man gleich, wer es gesungen hat. Wenn mich Leute auf der Straße sehen, rufen sie: „Ein bisschen Spaß muss sein!“ Wenn ich ein Konzert gebe, singt es das Publikum schon vor Beginn. Der Song vermittelt eine schöne Botschaft. Warum sollte ich ihn verdammen?

Können Sie sich vorstellen, dass Familie und Freunde den Song bei Ihrer Beerdigung spielen?

Roberto Blanco: An solche Sachen denke ich nicht. Wenn es so weit ist, sollen sich die Nachfahren darüber Gedanken machen.

Der Sänger und Schauspieler Roberto Blanco und seine Frau Luzandra am 24. August 2021 bei einem Pressetermin.

Roberto Blanco ist mit der Kubanerin Luzandra seit neun Jahren verheiratet. Das Foto der beiden wurde im August 2021 aufgenommen.

Viele Entertainer klingen auf ihren Alters-CDs melancholisch. Sie auf Ihrem neuen Doppelalbum nicht. „Jetzt erst recht!“ verspricht Optimismus …

Roberto Blanco: So soll es auch sein. Ich bin von Natur aus ein fröhlicher und glücklicher Mensch, warum sollte ich was singen, was ich nicht fühle? Außerdem singe fürs Publikum, das so viel Schlimmes hört und sieht. Da will ich was gegensetzen. Ich bin geboren, um Freude zu bereiten.

Wie verarbeiten Sie die negativen Welt-Nachrichten?

Roberto Blanco: Das alles bewegt mich sehr. Ich habe geheult, als ich gesehen habe, was im Libanon oder Syrien passiert, da wo ich mal gelebt habe. Oder jetzt in der Ukraine. Es schmerzt mich, wenn ich sehe, wie Bomben fallen, Kinder verhungern, Menschen durch Kriege sterben. Ich bete jeden Abend, dass alles besser wird.

Sie sind 66 Jahre im Business. Gab es Konzerte, bei denen Sie aufgrund schlimmer Ereignisse nicht auf die Bühne wollten?

Roberto Blanco: Nein. Ich habe nur einmal erlebt, dass deswegen ein Konzert abgebrochen wurde – 1963, als Kennedy ermordet wurde.

Sie haben ein Konzert gegeben, nachdem Sie erfuhren, dass Ihr Vater gestorben war …

Roberto Blanco: Ja, das stimmt. Die Band spielte meinen Eröffnungssong, als ich ein Telegramm bekam. Trotzdem bin ich auf die Bühne und habe das Konzert meines Lebens abgeliefert. Ich habe die zweieinhalb Stunden nur für meinen Vater gesungen – danach bin ich zusammengebrochen. Mein Vater war der wichtigste Mann in meinem Leben. Er war für mich Vater, Bruder und Freund.

„Beste PR für mich“: Roberto Blanco spricht über seine Hautfarbe

Leute mit anderer Hautfarbe und Herkunft haben es nicht immer leicht in Deutschland. Hatten Sie damit Probleme?

Roberto Blanco: Meine Hautfarbe spielte in Deutschland nie eine negative Rolle. Im Gegenteil, sie war wichtig für meine Karriere. Ich bekam 1957 meine erste große Rolle im „Stern von Afrika“, weil ich eine dunkle Hautfarbe habe, und ich habe deswegen jetzt die Rolle in „Monsieur Claude 2“ in Berlin bekommen. Meine Hautfarbe war beste PR für mich.

Schlagerstar Roberto Blanco steigt aus dem Germknödel-Kostüm nach seiner Enttarnung während der ProSieben-Show «The Masked Singer Austria».

In der jüngsten Staffel von „The Masked Singer“ in Österreich war Roberto Blanco (hier am 1. März 2022) als lustiger Germknödel unterwegs.

War es damals leichter im Showgeschäft als heute?

Roberto Blanco: Ich habe die beste Zeit des deutschen Showgeschäfts erlebt, die Jahre von den 50ern bis in die 90er. Peter Frankenfeld, Kuli Kulenkampff, Heinz Schenk, die großen Orchester, die Stars sangen live. Damals waren die Shows Straßenfeger. Meine Show „Ein Abend mit Roberto“, die vom WDR produziert wurde, hatte heute unvorstellbare 17,2 Mio Zuschauer, ein Marktanteil von 49,9 Prozent! Über 90 Prozent der Deutschen kannten Roberto Blanco. Wahnsinn!

Gibt es jemanden, dem Sie danken müssen?

Roberto Blanco: Ich muss keinem dafür danken, ich bin allein groß geworden. Mich hat keiner gesponsert, kein Fernsehsender, keine Zeitschrift. Deswegen kann auch niemand sagen: „Jetzt lasse ich Roberto fallen!“ Man kann Millionen in die Karriere eines Sängers stecken – doch wenn das Publikum ihn nicht mag, sind die Millionen verloren.

Zur Ruhe setzen ist noch nicht. Was kommt jetzt?

Roberto Blanco: Ich habe noch viele schöne berufliche Pläne, will aber erst mal viel reisen. Wir haben ein schönes Haus auf Kuba, wo noch der Vater meiner Frau lebt. Da werden wir Ferien machen und genießen. Dann sehen wir weiter.

RTL lockt mit Rekord-Gage: Roberto Blanco übers Dschungelcamp

Sie werden immer wieder als Kandidat für den RTL-„Dschungel“ genannt. Ist da was dran?

Roberto Blanco: Die wollten mich haben, mir dafür eine Rekord-Gage zahlen. Ich habe Nein gesagt. Ich werde meine Würde für keine noch so große Summe verkaufen.

Sind Sie ein gläubiger Mensch?

Roberto Blanco: Ja. Ich glaube an den lieben Gott. Aber ich glaube nicht an sein Bodenpersonal.

Roberto Blanco: Vom Medizinstudenten zum Entertainer

Roberto Zerquera Blanco (geboren am 7. Juni 1937 in Tunis) wuchs in Internaten in Beirut und Madrid auf. Zwei Semester studierte er Medizin in Madrid. 1957 dann sein erster Auftritt im Film „Der Stern von Afrika“. 1969 wurde er Sieger der Deutschen Schlager-Festspiele („Heute so, morgen so“). 1972 kam „Ein bisschen Spaß muss sein“ heraus, es folgte „Der Puppenspieler von Mexiko“.

Roberto Blanco und EXPRESS-Reporter Horst Stellmacher am 23. Mai 2022 beim Interview mit Kölner Savoy-Hotel.

Gut drauf: Roberto Blanco und EXPRESS-Reporter Horst Stellmacher am 23. Mai 2022 beim Interview.

Seit 1973 ist er in eigenen TV-Shows zu sehen, z.B. „Heute so, morgen so“, „Die Roberto-Blanco-Show“. 2019 gewann er den „Schlagerplanet Award“ für sein Lebenswerk. Seit 1971 hat er die deutsche Staatsbürgerschaft. In erster Ehe war er fast 50 Jahre verheiratet.

Seit 2013 ist er mit Luzandra Strassburg verheiratet. Blanco hat zwei eheliche Töchter und einen Sohn aus einer außerehelichen Affäre. Seine Tochter Patricia nahm 2009 an „Big Brother“ und 2015 am Dschungelcamp bei RTL teil.

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