Olaf „Flipper“ Malolepski hat mit uns über seine Verbindung zu Köln und den Höhnern und sein Erfolgsrezept für die Liebe gesprochen.
Olaf der Flipper„Ich will so alt werden wie Jopi Heesters“

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Nur echt mit Delfin-Kette: Olaf „Der Flipper“ Malolepski am 13. August 2026 beim Treffen mit dem EXPRESS vor dem Dom-Panorama. Am 18. September 2026 ist er zum Konzert in der Kölner Stadthalle.

„Wir sagen danke schön, 40 Jahre die Flippers...“ – der Hit verhalf ihm zum Kult-Status, nicht nur bei eingefleischten Fans der Schlagerband: Olaf „Der Flipper“ Malolepski.
Auch solo ist der Sänger erfolgreich – und kommt mit seiner „Geburtstagstournee“ am 18. September zum Konzert in die Stadthalle Köln (Tickets ab knapp 50 Euro). EXPRESS.de traf den Flipper vorab.
Olaf der Flipper: Mich erkennen 20-Jährige auf der Straße
Herr Malolepski, seit Jahren ist ein Flippers-Songs im Trend. Wie haben Sie den Hype um „Wir sagen danke schön“ miterlebt?
Olaf Malolepski: Wir haben das Lied „Wir sagen danke schön“ mit den Flippers zu unserem 40-jährigen Jubiläum 2009 aufgenommen. Zunächst ist das Lied gar nicht so groß aufgegangen.
Wann hat sich das geändert?
Olaf Malolepski: Erst vor etwa fünf Jahren ging das los. Während der Corona-Zeit merkten wir, dass DJs den Song bei ihren Sets auf der Plattform Twitch spielen. Die jungen Leute haben sich den Song gewünscht. Auf meinen Konzerten ist das Publikum inzwischen zwischen fünf und hundert Jahre alt. Jetzt erkennen mich auch Zwanzigjährige auf der Straße. Das ist schon großartig. Der Hammer war im Megapark auf Mallorca, 3000 Leute, alle machen mit, egal ob 17 Uhr oder 20 Uhr. Der Hype hat noch nicht aufgehört! Auf den Konzerten kommen natürlich auch „Lotosblume“, „Mona Lisa“ und „Barbados“. Nur alle Hits kann ich nicht singen.
Sie sind dadurch zu Auftritten bei Rock am Ring und Parookaville gekommen. Das ist eine andere Welt als die des Schlagers, oder?
Olaf Malolepski: Ich finde, es ist keine andere Welt. Ich mache da keinen Unterschied, das ist Musik. Die 80.000 bei Rock am Ring und Parookaville haben mitgesungen. Das war toll.
Welchem Flippers-Song würden Sie noch mehr Aufmerksamkeit wünschen?
Olaf Malolepski: Kann ich gar nicht sagen. Mit den Flippers haben wir 42 Studioalben, ich selbst habe jetzt das elfte Album. Wir haben so viele tolle Lieder! Wenn ich jetzt mit meiner Tochter auf Tour bin, spielen wir 35 Lieder – ich kann ja nicht 800 Stück singen. Ich sage immer zu den Fans: Wenn ich alle meine Songs singen würde, würden wir in 24 Stunden immer noch hier sitzen und hätten noch zwölf Stunden vor uns
Sie haben auch ein Buch geschrieben: „Papa erzähl doch mal…“
Olaf Malolepski: Mit den Flippers hatten wir ja bereits Bildhefte und ein schönes Buch, da wurde unsere Geschichte erzählt. Jetzt geht es darum: Meine Tochter fragt, Papa, erzähl doch mal… Es geht von den Anfängen meiner Geburt in Magdeburg über meine sportliche, musikalische Geschichte, über mein Berufsleben. Es sind Geschichten, die ich noch nie erzählt habe. Was mir da so alles eingefallen ist! Ich könnte noch fünf weitere Folgen machen.

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Olaf Malolepski (links) 1989 mit seinen Bandkollegen von Die Flippers, Bernd Hengst (Mitte) und Manfred Durban (starb 2016).
Ursprünglich haben Sie eine handwerkliche Ausbildung gemacht. Wie kamen Sie zur Musik?
Olaf Malolepski: Ich war in der Berufsfachschule für Feinmechanik in Pforzheim und habe dort zwei Jahre eine theoretisch-praktische Ausbildung gemacht und danach ging ich noch eineinhalb Jahre in Lehre. Die habe ich sogar mit einem Buchpreis abgeschlossen – eine nette Geschichte: Der Schuldirektor, Haselmann hieß er, war so begeistert, denn ich habe meine Berichtshefte immer gemalt. Ich kann ein bisschen zeichnen. Ich habe z. B. Maschinen gemalt. Beim Abschluss sagte er: „Ich zeig euch jetzt mal ein Berichtsheft, wie es aussehen soll“ – und ich dachte: „Oh Gott, doch nicht etwa meins!“ Da rief er: „Malolepski! Stehen Sie mal auf! SO soll ein Berichtsheft aussehen!“ Ich habe die Lehre abgeschlossen, bin Feinmechaniker bzw. Werkzeugmacher.
Und die Musik?
Olaf Malolepski: In der Ausbildungszeit hatte ich einen guten Gitarrenlehrer und habe in Jugendbands gespielt. Da haben wir bei Auftritten immer das gespielt, was die Mädels und Buben hören wollten, was in den Hitparaden lief. Ich habe aus den Hits die Akkorde rausgehört und geübt, dann haben wir das in den Jugendclubs gespielt. Mit 18 habe ich dann zum ersten Mal in einer größeren Band gespielt, bei den Platzhirschen in Baden-Württemberg, die hießen „Die Piccolos“. Wir haben Tanzmusik vom Feinsten gemacht. Ich habe auch bei den Amerikanern und Franzosen in den Kasernen gespielt, was sie hören wollten. Wenn ich gefragt habe, ob ich richtig singe, hieß es: „Olaf, du bist kein Amerikaner, aber wir verstehen dich schon“.
Sie sind jetzt 80 Jahre alt. Haben Sie Probleme mit der Zahl?
Olaf Malolepski: Was fragen Sie mich da? 30, 40, 50, 60, 70 – 79, alles locker. Nur, mit 80 – ein Problem habe ich nicht damit – habe ich aber zum ersten Mal angefangen, darüber nachzudenken, wie lang es noch geht. Schaffe ich die 90? Johannes Heesters ist mein Vorbild, der ist 108 geworden. Ich nehme das Leben, wie es ist. Ich habe eine tolle Familie und die weltbesten Fans.
So eine Konzerttour ist aber schon anstrengend, oder?
Olaf Malolepski: Vieles mache ich gemeinsam mit meiner Tochter Pia, sie macht auch mein ganzes Management. Sie nimmt mir vieles ab, ich muss mich um nichts kümmern. Von der Hotelbuchung bis zu den Flugtickets. Nur Brötchen kaufe ich noch selbst.

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Olaf Malolepski 2026 mit seiner Tochter Pia, die als „Pia Malo“ selbst als Schlagersängerin arbeitet.
Wie halten Sie sich fit?
Olaf Malolepski: Das Wichtigste ist die Stimme. Ich rauche nicht, ich trinke mal ein Glas Wein, aber ganz wenig. Ich rede auch nicht so viel, übe viel im Studio. Dann bleibt die Stimme geschmeidig. Ansonsten kommt meine Tochter und sagt: „Jetzt gehen wir mal in den Wald spazieren oder ins Sportstudio“ (lacht).
Sie sind seit 55 Jahren verheiratet – Ihr Erfolgsrezept?
Olaf Malolepski: Die Liebe! Und ich bin so ein Typ, wenn ich meine, es gibt eine Unstimmigkeit, dann frage ich sofort nach. Nicht erst eine Woche lang schmollen, sondern sofort klären. Das funktioniert.
Sie kommen am 18. September zum Konzert nach Köln – was verbindet Sie mit der Stadt?
Olaf Malolepski: Als wir mit den Flippers zum ersten Mal groß auf Tour waren, waren wir in der Sporthalle Köln, das war 1992. 6000 Fans, da ging es richtig ab. Wir waren später auch eine der ersten, die in der Kölnarena gespielt haben, 1999. 18.000 Leute. Da gab es was Kurioses: Wir hatten wie bei allen unseren Konzerten danach eine Autogrammstunde geplant. Bevor wir wieder rausgehen wollten, kam der Veranstalter zu uns und sagte: „Ihr müsst gar nicht mehr raus, da ist niemand mehr“ – weil es das dort sonst nie gab bei so vielen Menschen. Aber zwei Jahre später waren alle da!
Kölsche Musik und Schlager – sind die beiden Genres verwandt?
Olaf Malolepski: Natürlich! Ich habe mit den Höhnern auch schon „Weine nicht kleine Eva“ neu aufgenommen. Es gibt hier so tolle Musikgruppen, es ist ein eigener Stil. Ich freue mich auch immer, wenn man auf Festivals zusammen ist. Das macht richtig Spaß.
Haben Sie einen Lieblings-Kölschhit?
Olaf Malolepski: Klar: (singt) Da simmer dabei, dat is prima, Viva Colonia! Das singe ich ab und zu bei Live-Auftritten an. Weltklasse!
Was dürfen Fans beim Konzert erwarten?
Olaf Malolepski: Natürlich einen Flippers-Song nach dem anderen. Alle können wir natürlich nicht spielen, aber „Barbados“, „Mona Lisa“, „Wir sagen danke schön“, „Dich gibt’s nur einmal für mich“ und einige meiner eigenen Hits sind selbstverständlich dabei. Und meine Tochter Pia macht natürlich mit, sie macht ihr eigenes Programm und wir singen zusammen.
Olaf, der Flipper: Solo-Karriere und Mega-Erfolge
Olaf Malolepski, geboren am 27. März 1946 in Magdeburg, ist deutscher Schlagersänger und wurde bekannt als Teil der Band Die Flippers, denen er 1967 beitrat. Malolepski schloss 1963 eine Ausbildung zum Werkzeugmacher ab und studierte später u. a. Musikgeschichte. Die Flippers verkauften insgesamt über 40 Mio Tonträger, waren 19-mal in den Deutschen Albumcharts, erhielten 65 Gold- und Platinauszeichnungen. Sie sind damit eine der kommerziell erfolgreichsten deutschen Bands.
Ihr erfolgreichster Hit ist „Weine nicht, kleine Eva“ von 1969, Evergreens sind auch „Die rote Sonne von Barbados“ und „Aber dich gibt's nur einmal für mich“. Die Flippers lösten sich 2011 auf, seitdem ist Malolepski als Solokünstler „Olaf der Flipper“ aktiv. 2026 erschien sein aktuelles Album „Weltklasse“. Malolepski heiratete 1971 seine Frau Sonja, zusammen haben sie einen Sohn und eine Tochter, die unter dem Künstlernamen Pia Malo ebenfalls in der Schlagerwelt zuhause ist.

