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Sarah Tacke„Deutschland hat nach wie vor enormes Potenzial“

Sarah Tacke möchte mit einer neuen Talkshow im ZDF nach Lösungen für große Probleme suchen. (Bild: ZDF / Bo Lelewel)

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Sarah Tacke möchte mit einer neuen Talkshow im ZDF nach Lösungen für große Probleme suchen. (Bild: ZDF / Bo Lelewel)

In der neuen ZDF-Talkshow „Sarah Tacke“ setzt die gleichnamige Moderatorin auf die lösungsorientierte Debatte komplexer Probleme. Im Interview verrät die 43-Jährige, warum sie trotz aller momentanen Krisen dennoch Mut hat.

Trotz der anhaltenden Krisenstimmung in Deutschland blickt Sarah Tacke optimistisch in die Zukunft: „Deutschland hat nach wie vor enormes Potenzial“, betont die Journalistin und Juristin im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. Mut machen ihr vor allem die Menschen, die ihr auf ihren „Am Puls“-Reportagen begegnen: „Da gibt es unglaublich viele, die konstruktiv sind, Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen.“ Aber: „Wir machen es denjenigen, die etwas bewegen wollen, oft unnötig schwer.“

Viele Menschen würden ihr erzählen, „wie schwierig es geworden ist, Dinge anzuschieben oder zu verändern“, klagt Tacke: „Ich wünsche mir manchmal mehr Mut. Politik sollte häufiger erklären, was möglich ist - und nicht nur, warum etwas nicht geht.“ Natürlich sei es wichtig, Regeln ernst zu nehmen. Aber man müsse auch den Mut haben, „Regeln zu verändern, wenn sie ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Sonst verwalten wir irgendwann nur noch den Stillstand“.

„Viele erleben gerade etwas, das man als Dysfunktionalität beschreiben könnte“

Einen Schritt in Richtung Veränderung möchte die 43-Jährige auch mit ihrer neuen ZDF-Talkshow gehen: In „Sarah Tacke“ möchte die gebürtige Oldenburgerin „eine Arbeitsatmosphäre“ schaffen und „Entscheider, Betroffene und Experten“ mit unterschiedlichen Meinungen und ohne Live-Publikum an einen Tisch bringen. Denn: „Wir hören oft Menschen zu, die ohnehin derselben Meinung sind“, klagt die Moderatorin: „Mich interessieren aber gerade Gespräche, bei denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und trotzdem gemeinsam an einer Lösung gearbeitet wird.“

In der ersten Ausgabe der Talkshow am Donnerstag, 30. Juli, um 22.15 Uhr, soll es um die neue Grundsicherung gehen und die Frage, „warum viele Menschen den Eindruck haben, dass Arbeiten sich immer weniger lohnt, warum die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergeht oder weshalb Deutschland in so vielen Bereichen das Gefühl vermittelt, nicht mehr richtig zu funktionieren.“

Denn: „Ich glaube, viele Menschen erleben gerade etwas, das man als Dysfunktionalität beschreiben könnte“, meint Tacke. Dabei gehe es aber weniger um „das eine große Ereignis“, sondern um viele kleine Alltagserfahrungen: „Die Bahn kommt nicht. Die Kita schließt. Die Wohnungssuche dauert Monate“, zählt sie auf: „Jede einzelne Erfahrung wäre vielleicht auszuhalten. Aber zusammen entsteht bei vielen Menschen das Gefühl: Dieses Land funktioniert nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Und genau daraus wächst Abstiegsangst.“ Ein Thema, dem Sarah Tacke auf den Grund gehen möchte. (tsch)

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