Mit einem Cameo-Auftritt in „The Fall Guy“ feierte Lee Majors ein kurzes Leinwand-Comeback: Als Colt Seavers schrieb er TV-Geschichte - reich sei er aber durch die Rolle nicht geworden.
„Reich wurde ich aber nicht“So lebt „Colt für alle Fälle“-Star Lee Majors heute

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Mit Kippe und Bier: Als Stuntman, der nebenbei als Kopfgeldjäger arbeitet, gehörte Colt Seavers (Lee Majors) sicher zu den coolsten Serienhelden der 80er-Jahre. (Bild: Das Vierte / 20TH Century Fox NBC UNIVERSAL Global Networks)
Bloß nicht zu früh abschalten: Der vielleicht schönste Moment von „The Fall Guy“ (Free-TV-Premiere am Sonntag, 24. Mai, 20.15 Uhr, ProSieben) kommt während des Abspanns: In der Kino-Neuauflage von „Ein Colt für alle Fälle“ hat Lee Majors, der in der 80er-Serie die Hauptrolle als Colt Seavers spielte, einen kleinen Gastauftritt. In einem Cameo ist der inzwischen 87-Jährige gemeinsam mit seiner früheren Serienpartnerin Heather Thomas zu sehen.

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In „The Fall Guy“ hat Lee Majors einen Cameo-Auftritt. Bei der Premiere des Films 2024 (Bild) zeigte er sich auf dem roten Teppich. (Bild: Jon Kopaloff/Getty Images)
Dass er für die Neuverfilmung überhaupt angefragt wurde, freute Majors offenbar sehr. „The Fall Guy“-Regisseur David Leitch verriet, Majors habe ihn persönlich kontaktiert und ihm signalisiert: „Was auch immer du daraus machst, ich vertraue dir.“ Für den Schauspieler war die Rückkehr zu seiner Paraderolle mehr als nur ein Gastauftritt - sie war eine späte Verbeugung vor einer der Serien, die ihn weltberühmt machten. Auch wenn er sich davon wenig kaufen konnte.
„Ich kann meine Rechnungen zahlen, und das war's“

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Mit seiner Ehefrau Farah Fawcett (Bild, oben Mitte) stand Lee Majors für die Serie „Der Sechs Millionen Dollar Mann“ (verfügbar bei RTL+) vor der Kamera. (Bild: RTL / Silverton Productions/Universal Television)
In den 1980er-Jahren war Lee Majors einer der bekanntesten TV-Stars der Welt. Als Stuntman und Kopfgeldjäger Colt Seavers sprang er in „Ein Colt für alle Fälle“ von Hochhäusern, flog mit Autos durch die Luft und sang mit „The Unknown Stuntman“ sogar den Titelsong selbst. Dabei war Majors schon vorher ein Star. In den USA hatte ihn „Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann“ in den 1970er-Jahren berühmt gemacht. Als technisch aufgerüsteter Testpilot Steve Austin wurde er zum Gesicht des Action-Fernsehens. Doch es war die Figur des Colt Seavers, die ihn auch in Deutschland unsterblich machte.
Es war eine Rolle, für die er alles gab: Majors übernahm viele seiner Stunts selbst. Rund drei Viertel, sagte er einmal. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Verantwortung: „Wenn ein Stuntman für mich Kopf und Kragen riskiert, kommt es schon mal vor, daß er sich dabei verletzt. Dann fühle ich mich immer sehr mies“. Heute zahlt er dafür einen Preis. In einem „Bild“-Interview zu seinem 80. Geburtstag 2019 erzählte er, dass er kurz zuvor seine zweite Knieprothese implantiert bekommen habe: „Das habe ich jetzt davon, dass ich damals alle meine Stunts selbst gemacht habe.

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Absoluten TV-Kultfiguren der 80er-Jahre: Colt Seavers (Lee Majors, links), Jody Banks (Heather Thomas) und Howie Munson (Douglas Barr) spielten die Hauptrollen in „Ein Colt für alle Fälle“. (Bild: RTL)
Unbedingt ausgezahlt hat sich der volle Körpereinsatz nicht: Dass seine Serien bis heute laufen, hat Lee Majors zwar weltweit berühmt gemacht: „Reich wurde ich aber nicht“, sagte er der „Bild“. Der Grund: Zu seiner großen Zeit waren Tantiemen oft kein Bestandteil der Verträge. Die Serien laufen weiter - er verdient daran aber kaum mit. „Ich kann meine Rechnungen zahlen, und das war's. Das ist aber in Ordnung. Ich habe immerhin drei Scheidungen hinter mir. Finanziell fängt man da jedes Mal von vorne an.“
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Lee Majors denkt auch mirt 87 nicht an die Rente

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Seit 2002 ist Lee Majors mit seiner vierten Ehefrau Fiath verheiratet. (Bild: Pascal Le Segretain/Getty Images)
Dass Lee Majors überhaupt Karriere machte, war alles andere als selbstverständlich. Geboren als Harvey Lee Yeary, verlor er seinen Vater noch vor seiner Geburt. Seine Mutter starb, als er vier Jahre alt war. Er wuchs bei Verwandten auf - eine schwere Kindheit, die ihn prägte. Mit seinen 1,92 Meter Körpergröße war er prädestiniert für eine Sportkarriere: Dank eines Football-Stipendiums studierte er an der Indiana University. Die Schauspielerei kam später - zunächst mit kleineren Rollen, dann mit der Serie „Big Valley“, in der er in vier Staffeln den Westernhelden Heath Barkley mimte.
Bald war Majors aber mehr als nur ein TV-Star - dank seiner Beziehung mit Schauspielkollegin Farrah Fawcett. Von 1973 bis 1982 waren die beiden eines der glamourösesten Promi-Paare der USA. „Wir waren die Angelina Jolie und Brad Pitt der 70er“, sagte Majors rückblickend. Der Ruhm war enorm - und belastete die Beziehung. „Es gab ein Jahr, in dem wir uns insgesamt nur zwei Wochen gesehen haben.“
Auch die folgenden Ehen hielten nicht. Nach der Scheidung von seiner dritten Frau Karen Velez geriet Majors nach eigenen Angaben in eine schwere Alkoholkrise. Die Wende kam 1995: Damals lernte er seine heutige Frau Faith Majors kennen. Seit 2002 sind die beiden verheiratet - Majors' längste Beziehung. „Meine Frau Faith hält mich jung und fit“, sagte er der „Bild“.
Ein Blick in sein Instagram-Profil bestätigt den Eindruck: Dort sieht man einen Mann, der das Älterwerden mit Humor nimmt. Zu seinem 86. Geburtstag postete er ein Foto von sich als fiktive „Person of the Year“ - mit dem Kommentar, er sehe sein Alter eher als „68 mit ein paar Bonuskapiteln“. Und einen Schauspieler, der nicht an Rente zu denken scheint: „Solange das Telefon klingelt, werde ich nicht aufhören zu drehen.“ (tsch)
