Nach dem Tod von Wolfgang Heichel meldet sich Ralph Siegel mit einem langen Facebook-Statement – viele Fans reagieren schockiert und wütend.
Zoff bis zuletzt?Ralph Siegel rechnet nach Tod von Dschinghis Khan-Sänger knallhart ab

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Ralph Siegel und Wolfgang Heichel verband eine lange, konfliktreiche Geschichte rund um die Band Dschinghis Khan. (Archivbild, Collage)
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Laut einem Facebook-Posting von Ralph Siegel äußerte sich der Schlager-Komponist ausführlich zum Tod von Wolfgang Heichel, ehemaliges Mitglied der Kultband Dschinghis Khan. Der Sänger war bereits am 20. Januar 2026 im Alter von 75 Jahren „unerwartet“ in seinem Zuhause verstorben, bekannt wurde sein Tod jedoch erst am Donnerstag (12. Februar).
Ralph Siegel würdigt Wolfgang Heichel, tritt dann aber nach
Siegel würdigte Heichel als „hervorragenden Sänger“, ging in seinem Statement aber auch auf frühere Streitigkeiten, Trennungen und langjährige Gerichtsprozesse rund um den Bandnamen ein.
Besonders die Passage über gewonnene Auseinandersetzungen sorgte für Irritationen: „Lange geführte Prozesse zeugen davon und wurden Gott sei Dank in allen von mir und meiner Frau Laura, die inzwischen auch das Management der Gruppe übernommen hat, gerichtlichen Auseinandersetzungen und Fällen gewonnen.“
Empörte Fans sprechen von Pietätlosigkeit
In seinem Text erinnerte Siegel daran, dass es innerhalb der Schlager-Gruppe immer wieder zu Spannungen kam. Er schilderte, wie Heichel nach der Trennung eine eigene Formation unter dem Namen Dschinghis Khan etablieren wollte. Das habe zu „großen Streitigkeiten“ geführt, schrieb Siegel. Prozesse seien geführt und letztlich gewonnen worden. Diese Rückblicke auf juristische Kämpfe stehen nun im Zentrum der Kritik.

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Die Musikgruppe Dschinghis Khan zusammen mit Produzent Ralph Siegel ganz links. (Archivbild, Wolfgang Heichel oben links)
Unter dem Posting häufen sich kritische Kommentare. Mehrere Nutzerinnen und Nutzer werfen Siegel vor, im Moment der Trauer alte Grabenkämpfe aufzuwärmen. Von „Geltungssucht“ und „Selbstdarstellung“ ist die Rede.
Dschinghis-Khan-Familie weiter gespalten?

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Die Musikgruppe Dschinghis Khan in der ZDF-Hitparade. (Archivbild, Wolfgang Heichel ganz links)
Andere schreiben, ein einfaches „Ruhe in Frieden“ hätte gereicht. Auch die Länge des Statements wird beanstandet. Einige Fans empfinden die Ausführungen als unangebracht und pietätlos. „Traurig, dass man so nachtreten muss. Hat er das echt nötig?“, heißt es zum Beispiel.
Während zahlreiche Kommentare Beileid für die Familie Heichels ausdrücken, bleibt der Ton gegenüber Siegel teils scharf. Die Diskussion zeigt, wie tief die Konflikte rund um Dschinghis Khan offenbar noch sitzen. Der Tod des Sängers bringt nicht nur Erinnerungen an die großen Erfolge der Band zurück, sondern auch an die jahrelangen Spannungen hinter den Kulissen.
Dschinghis Khan: Durchbruch beim Eurovision Song Contest
Dschinghis Khan wurde 1979 von Ralph Siegel („Ein bisschen Frieden“) für den Eurovision Song Contest gegründet und erreichte mit dem Song „Dschinghis Khan“ auf Anhieb Platz vier. In den deutschen Single-Charts folgte danach sogar der erste Platz. Die schrille Mischung aus Disco, Folklore und opulenter Bühnen-Show machte die Gruppe auch international erfolgreich.
Es folgten von Siegel geschriebene und produzierte Hits wie „Moskau“ und „Hadschi Halef Omar“, die sich in zahlreichen Ländern platzierten. Besonders in Osteuropa und Asien entwickelte sich die Band zu einem Dauerbrenner. Trotz späterer Trennungen und Zerwürfnisse blieb der Name Dschinghis Khan über Jahrzehnte ein fester Bestandteil der deutschen Pop- und Schlagergeschichte. (jag)

