Ralf Schmitz Peinliches Nackt-Erlebnis im Hotel – Comedian trug nur noch seine Uhr

Comedian Ralf Schmitz posiert für sein Programm "Schmitzfrei" in einer Strandkulisse

„Schmitzefrei“ heißt das neue Programm von Ralf Schmitz und damit will er uns ganz offensichtlich schon mal Lust auf den Sommer machen.

Er moderierte acht Jahre lang die Kuppelshow „Take Me Out“, brilliert als Impro-Comedian und gastiert am 6. Mai 2022 mit seinem Soloprogramm in der Kölner Lanxess-Arena: Der vielbeschäftigte Ralf Schmitz (47) sorgt immer für gute Laune. Wirklich immer?

Die aktuelle Lage in Europa und der Welt wirft nun einmal Fragen auf – vor allem auch solche Fragen: Darf man in Zeiten wie diesen Leute zum Lachen bringen? Muss man es sogar? Oder sollte man es lieber sein lassen und auf bessere Zeiten warten?

Ralf Schmitz, der Turbo unter den deutschen Komikern, hat sich da eindeutig festgelegt: Er geht mit seinem Programm „Schmitzefrei“ wieder auf Tournee – und gastiert damit am Freitag (6. Mai 2022) in der Kölner Lanxess-Arena. Vorher traf er sich mit EXPRESS.de zum großen Interview.

Ralf Schmitz über Krieg und Sorgen: „Ich will den Leuten Kraft geben“

Wir müssen leider mit einer Frage beginnen, auf die wir gern verzichtet hätten: Haben Sie keine Probleme, in Zeiten, die von einem schrecklichen Krieg bestimmt sind, auf der Bühne für beste Laune sorgen zu müssen?

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Ralf Schmitz: Das habe ich mich vorher auch gefragt: Darf man in diesen Zeiten Witze machen und andere zum Lachen bringen? Meine Entscheidung stand dann schnell fest: Ja, darf man!

Klare Ansage...

Ralf Schmitz: Ja, und sie passt. Ich merke schon beim Begrüßungsapplaus, dass die Leute glücklich und beseelt sind, weil es weitergeht und ein Stück normales Leben zurückkommt. Ich spüre dieses „Gott sei Dank, endlich…!“ Ich glaube, dass Komiker in schwierigen Zeiten mehr gebraucht werden. Sie sorgen für zwei, drei Stunden Auszeit, in denen die Leute Kraft für ihren Kampf gegen ihre Ängste und für den Frieden tanken.

Ralf Schmitz im Sat1-Format "Halbpension mit Schmitz"

Bei Sat.1 lädt Ralf Schmitz zu „Halbpension mit Schmitz“ ein, hier mit Gästen wie Pierre M. Krause; Simon Pearce; Lisa Feller; Reiner Calmund; und Janine Kunze (v.l.).

Tagsüber schreckliche Meldungen – abends Spaßmacher: Was macht das mit Ihnen?

Ralf Schmitz: Dieses Auf-der-Bühne-loslassen gehört zum Beruf. Es ist früher auch schon vorgekommen, dass ich direkt vorm Auftritt eine schlechte Nachricht erhalten habe. Ich habe trotzdem gespielt, getreu des alten Spruchs „The Show must go on“! Der wird oft plattitüdenmäßig verwendet, stimmt aber. Das Gefühl, den Leuten Kraft geben zu können, hilft mir auf der Bühne.

Sie sind Meister der Improvisierens, reagieren aufs Publikum. Was, wenn man Ihnen „Putin“ entgegenriefe?

Ralf Schmitz: Wenn ich spürte, dass das ganze Publikum mitgeht und der Zuruf spontan aus dem Bauch käme, würde ich ihn aufnehmen und einbauen. Wie genau, hängt absolut vom Kontext und der schon laufenden Szene ab. Aber: Wir würden über ihn lachen. Was er uns hier nicht verbieten kann! Und das ist gut so!

„Schmitzefrei“ sollte schon vor zwei Jahre Premiere haben, dann kam Corona. Wie ist es für Sie als „Turbo unter den Komikern“, ein fertiges Stück nicht spielen zu dürfen?

Ralf Schmitz: Das kennt jeder, der mal niesen muss, es aber nicht kann und bei dem sich das immer wiederholt. Ich dachte erst, wir müssten nur einen oder zwei Monate verschieben, erschien mir noch verträglich. Aber dann wurden es zwei Jahre – Katastrophe! Ich musste zwei Jahre lang auf das verzichten, was mir am meisten Spaß macht.

Comedian Ralf Schmitz

Ralf Schmitz fiel die Corona-Zwangspause schwer. Jetzt ist er happy auf der Bühne.

Sind Sie dank Ihrer Improvisation verdorben fürs ernste Theater – oder könnten Sie rein nach Textbuch mal wieder den „Hamlet“ oder „Romeo“ spielen?

Ralf Schmitz: Natürlich geht das. Sonst könnte ich nie wieder Sketche oder einen Kinofilm drehen. Ich würde auch gern wieder in einem Schwank oder Boulevardstück auf der Bühne sein, aber mir fehlt die Zeit. Ich müsste meine Soloprogramme aufgeben, was mir unheimlich schwerfiele.

Ralf Schmitz über Sex, Drugs & Rock'n'Roll – und Lampenfieber

Was treibt an beim Tournee-Leben? Geld, Applaus oder Sex, Drugs & Rock’n’Roll?

Ralf Schmitz: Sex, Drugs & Rock’n’Roll? Was war das noch mal (lacht)? Das wäre schön, wenn das heute noch so wäre. Würde ich gern mal erleben – aber da warte ich wohl umsonst. Mein Antrieb ist, dass ich alles selber geschrieben habe, beim Improvisieren machen kann, was ich will. Wenn ich dann erlebe, dass mein Stück ankommt – so etwas macht süchtig! Diese Freiheit ist berauschend.

Haben Sie noch Lampenfieber? Klar.

Ralf SchmitzVor allem vor Premieren ist es extrem. Der Tag davor ist nicht meine beste Zeit, Premieren sind für mich immer noch eine Katastrophe. Schließlich stehe ich zwei, drei Stunden auf der Bühne, ohne vorher zu wissen, ob überhaupt eine Minute davon als lustig ankommt.

Die dreisten Drei

Ralf Schmitz (r.) mit Markus Majowski und Mirja Boes 2003 in „Die dreisten Drei“.

Nach dem Jubel folgt für viele Künstler eine große Leere. Wie ist es bei Ihnen?

Ralf Schmitz: Ich komme meist sehr beseelt von der Bühne, bin froh gestimmt, weil der Abend gut gelaufen ist – meistens. Aber ich bin auch kaputt, denn das ist für mich jeden Abend wie ein Halbmarathon. Meist gehe ich dann mit Freunden oder Gästen was essen oder an die Bar – aber einen draufmachen ist nicht drin. Das ist mir zu riskant, dann wäre ich am nächsten Tag vielleicht nicht mehr in der Lage, eine weitere Vorstellung zu spielen. Dann lieber schnell ins Hotel – obwohl das Leben in den Hotels für mich auch nicht ohne ist...

Ralf Schmitz: Niedlicher „Nackt-Eklat“ im Tour-Hotel

Wie meinen Sie das?

Ralf Schmitz: Ich erinnere mich mit Grausen an die Nacht, als ich nur mit meiner Uhr bekleidet durchs Hotel irrte...

Was war da passiert?

Ralf Schmitz: Ich hatte für mehrere Nächte gebucht, musste aber nach drei Nächten das Zimmer wechseln. Leider hatte ich nicht realisiert, dass der neue Raum anders aussah als der bisherige. Als ich dann nachts mal rausmusste, habe ich schlaftrunken die Tür, hinter der ich das Bad vermutete, geöffnet und wieder zugezogen – aber das war nicht die Tür zum Bad sondern zum Flur. Ich musste – so wie Gott mich schuf an die Rezeption, um den Ersatzschlüssel zu bekommen. Besonders peinlich wurde es, als eine ältere Dame auf mich zukam und mich nach einem Autogramm fragte – wahrscheinlich hat sie mich am nackten Po erkannt (lacht).

Sie gehören seit rund 20 Jahren zur deutschen Comedy-Bundesliga. Ihre Aufstiegsspiele waren die Sketche der Serie „Die dreisten Drei“. Können Sie noch darüber lachen?

Ralf Schmitz: Immer, wenn ich auf einen dieser Sketche stoße, denke ich „Wer ist denn das da? Das soll ich sein? Glaube ich nicht!“ Ich würde heute vielleicht ein paar Sachen anders machen, aber so schlimm war es es nicht.

Was ist seit Ihrem Start in die Comedy anders geworden?

Ralf Schmitz: Comedy ist viel pluralistischer und vielfältiger als damals. Heutzutage gibt es viele unterschiedliche Humorfarben, unter denen ich wählen kann. Ich kann mir politisches Kabarett oder Newcomer angucken, ich kann zu Hugo Egon Balder gehen, der viel in Düsseldorf und Köln spielt, und es gibt Dieter Nuhr, Otto Waalkes, Torsten Sträter. Nur mit dem Zynismus, der bei uns gerade um sich greift, tue ich mich schwer, das ist nicht mein Fall. Miteinander lachen ist schöner als übereinander lachen.

Ralf Schmitz: Von der „Schillerstraße“ zu „Take Me Out“ und „Voll verschossen“

Ralf Maria Schmitz (geboren am 3. November 1974 in Leverkusen) machte sein Abitur in Opladen, es folgten Zivildienst, Schauspiel- und Tanzausbildung. Vier Jahre war er bei der „Springmaus“ in Bonn. 2003 gewann er den Deutschen Comedy-Preis als „Newcomer des Jahres“ für „Die Dreisten Drei“.

2005 bekam er den Comedypreis für „Schillerstraße“. 2004 und 2006 war er in den Otto-Waalkes-Filme „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ und „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“ dabei.

Von 2013 bis 2021 moderierte er die RTL-Dating-Show „Take Me Out“. Seit Herbst 2021 moderiert er bei Sat.1 „Halbpension mit Schmitz“, „Paar Wars“ und „Voll verschossen“. Er lebt bei Bonn.

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