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Gier, Gold und ein ToterNeuer „Polizeiruf 110“ aus Potsdam im großen TV-Check

TV-Ausblick ARD - «Polizeiruf 110: Goldraub»

Copyright: Christoph Assmann/rbb Presse & Information/dpa

Vincent Ross (l, André Kaczmarczyk) und Karl Rogov (Frank Leo Schröder) von der deutsch-polnischen Mordkommission im Grenzort Świecko verschlägt es nach Potsdam.

Ein Goldschmied wird brutal ermordet, eine Spur führt zu maskierten Clowns. Doch der neue „Polizeiruf“ aus Potsdam bricht mit alten Gewohnheiten.

Ein brutaler Raubüberfall erschüttert Potsdam: In einer Manufaktur für Goldschmuck wird der Besitzer ermordet und eine kostbare Sendung entwendet. Der neue „Polizeiruf 110 - Goldraub“, der am Sonntag (29.3.) im Fernsehen läuft, klingt erst mal wie ein typischer Sonntagskrimi zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr. Doch er kommt ganz ohne ausgebrannte Kommissare oder große Gesellschaftsdebatten aus – hier geht es 90 Minuten lang nur um die Jagd nach einem Mörder.

Falsche Fährte und eine neue Spur

Die Kommissare Vincent Ross (André Kaczmarczyk) und Karl Rogov (Frank Leo Schröder) haben zunächst eine polnische Gruppe im Verdacht, die für ihre Clowns-Masken bekannt ist. Aber diese Fährte erweist sich bald als falsch. Stattdessen enthüllen die Ermittlungen ein dichtes Netz aus persönlichen Verbindungen rund um das Schmuckgeschäft.

Laut dpa handelte es sich bei der kostbaren Sendung um Juwelen aus dem Potsdamer Museum. Von dieser Lieferung wusste nur ein kleiner Kreis – was die Theorie einer umherziehenden Räuberbande früh unwahrscheinlich macht. Es stellt sich außerdem heraus, dass einer der Täter eine Schusswunde davongetragen haben muss. Rogov spürt den Verletzten auf und bringt die Untersuchung damit entscheidend voran.

Potsdam als Kulisse: Zwischen Prunk und Platte

Nach langer Zeit war die Hauptstadt von Brandenburg wieder Drehort für einen „Polizeiruf“. Die Aufnahmen für den Film entstanden im August und September 2025 an berühmten Plätzen wie dem Holländischen Viertel oder im Park Sanssouci. Doch der Krimi zeigt nicht nur die prunkvolle Seite der Stadt, auch eine Plattenbausiedlung und eine Spielhalle spielen eine zentrale Rolle.

Produzentin Heike Streich erläuterte, dass das Motiv Gold die ideale Verbindung schien, um diese Kontraste zu vereinen: das prachtvolle Potsdam und «die profane Gier und Besessenheit von Menschen im Hier und Jetzt». Sie fügte hinzu: «Potsdam ist eine Stadt mit unterschiedlichen Gesichtern und mit einer enorm hohen Lebensqualität, die ihre bewegte Geschichte auf beeindruckende Weise zeigt».

Die Kommissare: Ein ungleiches Duo

Dass Ross und Rogov von der deutsch-polnischen Mordkommission aus Świecko überhaupt in der Landeshauptstadt ermitteln, liegt an der anfangs verdächtigten Gruppe. Rogov geht bei den Ermittlungen ziemlich nüchtern vor (abgesehen von zwei leicht befremdlichen Box-Einlagen), während Ross in „Goldraub“ den gefühlvollen Part übernimmt.

In seinem siebten Fall nähert sich der Kommissar dem Umfeld des Getöteten und entwirrt die Beziehungen der Figuren. Ross zeigt sich dabei als Ermittler, der auch mal Furcht empfindet. Das ist erfrischend und menschlich, zumal er deswegen nicht sofort als seelisches Wrack dargestellt wird.

Lohnt sich das Einschalten? Das Fazit

Neben den Protagonisten Kaczmarczyk und Schröder, die ein gegensätzliches, aber liebenswertes Team bilden, spielen unter anderem Deborah Kaufmann, Jakob Fliess, Meira Durand und Theo Trebs mit. Regie führte Felix Karolus, das Drehbuch verfasste er mit Peter Dommaschk und Ralf Leuther. Dieses gibt den Schauspielern aber kaum Raum für Tempo.

Also, ist der Krimi sehenswert? Wer eine Story ohne viel Drumherum schätzt, für den ist „Goldraub“ die richtige Unterhaltung. Und ein Detail sei verraten: Der Mörder wird am Schluss gefasst – was beim „Polizeiruf“ ja nicht immer sicher ist. Erst im Finale wird es packend, wenn die Liebe die Vernunft besiegt.

Zuschauer, die sich brillante Dialoge, tiefgehende Charakterstudien oder große gesellschaftliche Themen erhoffen, werden jedoch enttäuscht. Der Krimi entwickelt sich eher gemächlich, Hochspannung durch eine temporeiche Handlung kommt leider nicht auf. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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