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Polit-Podcaster erstauntCDU wusste offenbar vorab um Hagels „Rehaugen-Video“

Manuel Hagel ist bei der Wahl zum Ministerpräsidenten Baden-Württembergs knapp gescheitert - auch wegen des umstrittenen Videos? (Bild: 2026 Getty Images/Nadja Wohlleben)

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Manuel Hagel ist bei der Wahl zum Ministerpräsidenten Baden-Württembergs knapp gescheitert - auch wegen des umstrittenen Videos? (Bild: 2026 Getty Images/Nadja Wohlleben)

Fast beiläufig machte Daniel Günther am Sonntag bei „Caren Miosga“ eine Aussage über das Skandal-Video, das Manuel Hagel den Landtagswahlkampf erschwert hatte. Robin Alexander wundert sich vehement in seinem Podcast: Hat die CDU den Clip unterschätzt?

Denkbar knapp ist Manuel Hagel bei der Wahl zum Ministerpräsidenten Baden-Württembergs gescheitert. Den Ausschlag bei nur rund 27.000 Zweitstimmen weniger im Vergleich zu Grünen-Kandidat Cem Özdemir dürfte auch die Verbreitung des sogenannten „Rehaugen-Videos“ gegeben haben. In dem acht Jahre alten Clip ist der CDU-Politiker zu hören, wie er von den optischen Vorzügen einer Schülerin schwärmt.

In seinem mit Dagmar Rosenfeld betriebenen Podcast „Machtwechsel“ gab Journalist Robin Alexander nun zu Protokoll, er habe nach der Wahl die Gelegenheit gehabt, mit einigen Landespolitikern zu sprechen. Dabei habe er vernommen, dass die Sexismus-Kritik am CDU-Kandidaten inzwischen parteiübergreifend als „überzogen“ wahrgenommen werde.

„Bis in grüne Kreise gibt es ein Gefühl, das ist nicht gut gelaufen“, sagt Alexander. „Da hat man einen Mann der politischen Mitte, einen Familienvater, in ein Licht gerückt, das nicht in Ordnung war.“ Dies könne bei der Koalitionsbildung für Cem Özdemir noch zum Problem werden. Gerade weil der im Wahlkampf den Anspruch formuliert hatte, mit dem politischen Widersacher fair umzugehen.

Robin Alexander hat sich in Live-Sendung „erschreckt“

Bei „Caren Miosga“ diskutierten am Sonntag, von links: Robin Alexander, Moderatorin Caren Miosga, Daniel Günther und Franziska Brantner. (Bild: ARD / Claudius Pflug)

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Bei „Caren Miosga“ diskutierten am Sonntag, von links: Robin Alexander, Moderatorin Caren Miosga, Daniel Günther und Franziska Brantner. (Bild: ARD / Claudius Pflug)

Noch viel mehr überrascht hat Robin Alexander jedoch ein „besonderer Moment im Fernsehen“. Am Sonntag der Landtagswahl war der frühere „Welt“-Vize bei „Caren Miosga“ im Ersten zu Gast. In der Sendung sprach CDU-Politiker Daniel Günther auch über die mutmaßlichen Auswirkungen des vermeintlichen Skandal-Videos auf die Wahl. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein sagte fast beiläufig: „Man hätte es vielleicht vorher auch vorbereiten können. Dass das Video auch öffentlich zugänglich ist, war ja nicht ganz unbekannt.“

Dagmar Rosenfeld fasst die Aussage im „Machtwechsel“-Podcast so zusammen: „Das klingt, als habe man in der CDU schon vor der Veröffentlichung durch die grüne Bundestagsabgeordnete von der Existenz dieses Videos gewusst.“ Robin Alexander bestätigt: „Ich weiß gar nicht, ob man mir angesehen hat, dass ich mich erschreckt habe in der Sendung - weil: Das hat die CDU vorher nicht kommuniziert.“

„Oder sie dachten, es ist kein Problem, was noch seltsamer wäre“

Für plausibel hält der Polit-Insider diese Lesart allemal: „Weil wenn man einen Wahlkampf macht, hat man ja immer Leute, die dafür abgestellt sind, potenzielle Angriffsflächen zu analysieren.“ Gemeint sind Kampagnen-Mitarbeiter, die im Internet nach Material suchen, das - Fachbegriff - „verhetzbar“ wäre, um rechtzeitig Gegenstrategien zu erarbeiten.

Laut Alexander gäbe es im Fall des „Rehaugen-Videos“ verschiedene Möglichkeiten: „Entweder die haben die Analyse nicht gemacht, was überraschend wäre, oder sie haben das Video nicht gefunden, was ein handwerklicher Fehler wäre, oder sie dachten, es ist kein Problem, was noch seltsamer wäre.“ Günthers Äußerung bei „Caren Miosga“, so Alexander hörbar erstaunt, „legt Letzteres nahe“. (tsch)

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