Dreimal gewann Daniel Day-Lewis den Oscar als bester Hauptdarsteller - eine Auszeichnung, die er auch als „Der letzte Mohikaner“ verdient gehabt hätte.
Optisch ein HochgenussAbenteuer-Epos mit Oscar-Rekordhalter läuft heute im Free-TV

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Hawkeye (Daniel Day-Lewis) kämpft für die Freiheit seiner neuen Liebe. (Bild: ZDF / Frank Connor)

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Uncas (Eric Schweig) weiß um die Gefahren des Waldes. (Bild: ZDF / Frank Connor)
Das lässt die Herzen höher schlagen: In schlichte Sackleinen gehüllt, das markante Gesicht von wildem, langem Haar umrahmt, stürzt er sich verwegen in das Schlachtgetümmel. Selten hat das Kino einen schöneren und edleren Indigenen gesehen als Daniel Day-Lewis in Michael Manns „Der letzte Mohikaner“, den 3sat am Freitag, 27. Februar um 22.25 Uhr wiederholt.

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Hawkeye (Daniel Day-Lewis, Mitte) ist fest entschlossen, zwei englische Offizierstöchter vor einem rachsüchtigen Huronen-Krieger zu retten. (Bild: ZDF / Frank Connor)
In dem 1992 frei nach dem Roman von James Fenimore Cooper aufwendig inszenierten Abenteuerepos spielt der Brite den „Lederstrumpf“ Natty Bumppo, weißer Ziehsohn des letzten Mohikaners Chingachgook und bei den Rothäuten unter dem Namen „Hawkeye“ bekannt.
Er gerät 1757 gemeinsam mit Unca (Eric Schweig), dem leiblichen Sohn Chingachgooks (Russell Means), ungewollt in die Kämpfe zwischen französischen und britischen Truppen, die sich das Kolonialland Amerika untertan machen wollen. Doch bei einem Angriff einer Horde hundsgemeiner Huronen, die die Engländer in einen Hinterhalt gelockt hat, können sich die beiden naturverbundenen Männer aus der Gefangenschaft befreien. Gerade rechtzeitig verhindern sie auch, dass den Offizierstöchtern Cora (Madeleine Stowe) und Alice (Jodhi May) der Garaus gemacht wird.

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Die englischen Schwestern Cora (Madeleine Stowe, links) und Alice Munro (Jodhi May) werden als Gefangene in ein Huronen-Lager gebracht. (Bild: ZDF/Frank Connor)
Artig liefern Hawkeye und Unca die beiden Schönen bei ihrem Vater ab. Doch Undank ist ihr Lohn: Sie werden gezwungen, sich an den kriegerischen Handlungen der Briten zu beteiligen. Schon bald kommt es zu dramatischen Auseinandersetzungen zwischen dem freiheitsliebenden Hawkeye, der sich unsterblich in Cora verliebt hat, und ihrem skrupellosen Vater.

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Der Indianerhäuptling Chingachgook (Russell Means) ist der „letzte Mohikaner“. (Bild: ZDF / Frank Connor)
Die Geschichte erscheint vielleicht eine Spur zu konstruiert, die Romanze zwischen dem wild-erotischen Hawkeye und der bürgerlichen weißen Cora ein wenig kitschig. Aber egal: Allein die grandiosen Landschaftsaufnahmen und vor allem Daniel Day-Lewis' betörende darstellerische Leistung lassen „Der letzte Mohikaner“ zu einem nicht nur optischen Hochgenuss werden.
Dass der Schauspieler, der zur Vorbereitung auf seine Rolle vor Beginn der Dreharbeiten einige Monate in der Wildnis lebte, für seine Darstellung noch nicht einmal eine Oscar-Nominierung erhielt, ist kaum verständlich. Day-Lewis kann es heute sicherlich verschmerzen: Für alle drei Hauptrollen in „Mein linker Fuß“ (1989), „There Will Be Blood“ (2007) und „Lincoln“ (2012) erhielt er die begehrte Auszeichnung und ist bis heute der einzige Schauspieler, dem dies gelungen ist. (tsch)

