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Neue Kommissarin im Franken-“Tatort“So war der Einstieg von Rosalie Thomass

Ihr erster gemeinsamer Fall führte Emmy Rathgeber (Rosalie Thomass) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) nach Oberfranken in den Heimatort des toten Elias Schaller. (Bild: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden)

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Ihr erster gemeinsamer Fall führte Emmy Rathgeber (Rosalie Thomass) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) nach Oberfranken in den Heimatort des toten Elias Schaller.

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Nach dem elften Fall, in dem Hauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) beinahe im Alleingang ermittelt hatte, stieß im zwölften Franken-„Tatort“ ein neues Gesicht zum Team: Rosalie Thomass als Emilia „Emmy“ Rathgeber. Ihr erster Fall entpuppte sich als menschliche Tragödie.

Im Herbst 2024 verabschiedete sich Dagmar Manzel als Hauptkommissarin Paula Ringelhahn nach zehn Fällen vom Franken-“Tatort“.

Zurück blieben Hauptkommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Kommissarin Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid), die im elften Fall „Ich sehe dich“, mit einmaliger Hilfe von Sigi Zimmerschied als altem Polizeiarchivar, zu zweit auf Mördersuche gingen. Im zwölften Film des fränkischen Ablegers der Reihe feierte nun Rosalie Thomass in „Tatort: Gottesgarten“ ihren Einstieg als neue Nürnberger Kriminalhauptkommissarin Emilia „Emmy“ Rathgeber.

Worum ging es?

In einem Stundenhotel wurde der junge Elias Schaller (Moritz Bock) mit aufgeschlitzter Kehle aufgefunden. Emmy und Felix fanden heraus, dass Elias als Travestiekünstler arbeitete. In seinem Heimatdorf im oberen Maintal in Oberfranken sprachen die neuen Partner mit Elias' Eltern (Jule Gartzke und Horst Kummeth), die völlig unterschiedlich auf den Tod des Sohnes reagierten.

Auf dem Staffelberg im „Gottesgarten“ traf sich Elias (Moritz Bock, Mitte) regelmäßig mit seinen Freunden Toni (Leonard Scheicher, links) und Marcel (Anselm Ferdinand Bresgott).  (Bild: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden)

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Auf dem Staffelberg im „Gottesgarten“ traf sich Elias (Moritz Bock, Mitte) regelmäßig mit seinen Freunden Toni (Leonard Scheicher, links) und Marcel (Anselm Ferdinand Bresgott).

Parallel sah man, wie Elias' Sandkastenfreunde Toni (Leonard Scheicher) und Marcel (Anselm Ferdinand Bresgott) den seltsamen Dorfbewohner Thorsten Widner (Jörg Witte) entführten und misshandelten, das sie ihm die Schuld an Elias' Tod gaben. Man ahnte schon früh, was sich schließlich bestätigen sollte: Widner hatte sie als Jungen sexuell missbraucht und besonders Elias' Leben zerstört. Bei einem Indizienprozess wurde er aus Mangel an Beweisen jedoch freigesprochen.

Die Freunde hatten daher den Plan gefasst, Widner von Elias in eine Falle locken zu lassen, um ihn für eine vermeintliche neue Tat, die Vergewaltigung von Elias, dranzukriegen, da er für die alte nicht mehr juristisch belangt werden konnte. Doch der psychisch schwer angeschlagene Elias schaffte es nicht, den Plan durchzuziehen, und nahm sich selbst das Leben.

Zuvor rief er Toni an, der im Stundenhotel Elias' Messer und Handy an sich nahm und es später mit Marcel in Thorsten Widners Haus versteckte, um es wie Mord aussehen zu lassen. Am Ende konnten Emmy und Felix nicht verhindern, dass Toni Widner erschoss, um ihn wenigstens auf diese Weise zu bestrafen. Toni selbst starb durch eine Kugel aus Emmys Waffe. Gewinner gab es in diesem Krimidrama keine.

Worum ging es wirklich?

Die Einführung der neuen Hauptkommissarin wurde in diesem bewegenden Krimidrama schnell zur Randnotiz. Im Zentrum stand vielmehr das Lebensdrama von Elias, es ging um Toleranz, Akzeptanz und Empathie. Während seine Mutter erschüttert über seinen Tod war, gab sich Elias' Vater erschütternd kaltherzig. So erfuhr man von Frau Schaller, dass Elias schon früh gerne ihre Kleider und ihr Make-up trug, aber auch, dass er schon in jungen Jahren wegen psychischer Probleme behandelt wurde.

Das Ehepaar Schaller (Horst Kummeth und Jule Gartzke) schockierte die Ermittler mit ihrer höchst unterschiedlichen Reaktion auf den Tod ihres Sohnes Elias. (Bild: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden)

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Das Ehepaar Schaller (Horst Kummeth und Jule Gartzke) schockierte die Ermittler mit ihrer höchst unterschiedlichen Reaktion auf den Tod ihres Sohnes Elias.

Elias' Vater wiederum hatte den in seinen Augen missratenen Sohn, der früher „a ganz braver Bub“ gewesen sei, und seine Neigungen abgelehnt. Im Grunde sei der „Versager“ selbst schuld an seinem Tod, wie er den schockierten Kriminalern mitteilte. Schaller ging es immer nur darum, was andere im Dorf und Beruf von ihm denken. Der Sohn sollte sich an seine Vorstellungen anpassen, Elias' wahre Identität, seine Wünsche und Lebensvorstellungen waren ihm dabei egal.

Um den familiären Ruf im Dorf, wo jeder jeden ein Leben lang kennt und beurteilt, zu wahren, hatte Schaller sogar Elias' Aussage beim Indizienprozess gegen Widner verhindert, denn „sowas wird ma nie wieder los“, man sei immer das Opfer, rechtfertigte er sich. Nicht nur Felix fand diesen kaltherzigen, verbohrten Mann, der seinen eigenen Sohn nie akzeptierte und liebte, einfach nur „zum Kotzen“.

Wie war der Einstieg der neuen Ermittlerin im Franken-“Tatort“?

Die große Frage, die den Zuschauerinnen und Zuschauern vor dem ersten „Tatort“ mit der neuen Ermittlerin auf den Nägeln gebrannt haben dürfte, lautete natürlich: Wie ist diese Emilia Rathgeber so? Wird die Oberbayerin zu den Franken passen und vor allem: Wird sie sich mit ihrem zukünftigen Partner Felix Voss verstehen?

Diese Frage konnte nach Emmys launiger Antrittsrede (“Man soll Gott für alles danken, vor allem auch für Franken!“) schnell beantwortet werden. An ihrem neuen Arbeitsort würde man wohl das höchstmögliche Lob auspacken: bassd scho! Heißt: Emilia ist eine so kompetente wie sympathische Ermittlerin, und das neue Duo verstand sich auf Anhieb erstaunlich gut. Der zurückhaltende Felix taute sichtbar auf, sodass selbst Spusi-Mann Schatz (Matthias Egersdörfer) erstaunt war.

Wer war der Darsteller des Vaters des Toten?

Vielen Zuschauerinnen und Zuschauern dürfte der Darsteller des Widerlings Schaller bekannt vorgekommen sein. Besonders in den 80er- und 90er-Jahren gehörte Horst Kummeth wohl zu den bekanntesten deutschen Fernsehschauspielern. Spätestens 1987 als Titelheld in der Miniserie „Hans im Glück“ wurde er vor allem dem bayerischen Publikum bekannt. Das Drehbuch stammte von Horst Kummeth und seiner Frau Eva, mittlerweile hat das Paar über 80 Drehbücher für zahlreiche Filme und Serienepisoden verfasst.

Mit der ARD-Serie „Wildbach“ machte sich Kummeth in den Neunzigern auch bundesweit einen Namen. Später war er unter anderem in „Forsthaus Falkenau“, „Die Rosenheim-Cops“ und nicht zuletzt in „Dahoam is Dahoam“ in größeren Rollen zu sehen. In Letzterer zeigte der gebürtige Oberfranke, wie gut er seinen Heimatdialekt trotz seines langjährigen Wohnsitzes in Oberbayern noch beherrscht.

Das kam dem 69-Jährigen auch im neuen „Tatort: Gottesgarten“ zugute, denn dadurch erhielt Kummeths Figur des Herrn Schaller eine ganz besondere Authentizität. Als kaltherziger Vater des vermeintlichen Mordopfers legte der Schauspieler eine ohnehin beeindruckende Leistung ab.

Warum hieß der Fall „Gottesgarten“?

Authentisch kamen im Grunde alle Dorf-Szenen im neuen Franken-“Tatort“ daher. Kein Wunder: Drehbuchautor Constantin Lieb stammt genau aus der Region, aus Lichtenfels, im oberen Maintal in Oberfranken rund um Bad Staffelstein. Hier, im Landstrich „Gottesgarten“, spielte der zwölfte Franken-“Tatort“, nach ihm wurde der Fall auch benannt.

Im Film trug Elias Schallers Heimatdorf den fiktiven Namen Markt Klostermain. Die Szenen wurden zum großen Teil in der oberfränkischen Gemeinde Michelau, insbesondere im Ortsteil Schwürbitz, gedreht. Außerdem entstanden Szenen in Horsdorf/Bad Staffelstein sowie auf dem Staffelberg.

Wie geht es weiter mit dem Franken-“Tatort“?

Noch bevor der erste Fall mit dem neuen Team aus Franken ausgestrahlt wurde, war der nächste bereits im Kasten. Der zweite Fall mit Rosalie Thomass und Fabian Hinrichs ist das „Tatort“-Debüt für Drehbuchautor Lucas Thiem (Polizeiruf 110: „Widerfahrnis“) und trägt den Titel „Totholz“. Darin ermitteln Felix Voss und Emmy Rathgeber im Mord an einem 13-jährigen Mädchen. Der Film wird im Laufe des kommenden Jahres zu sehen sein. (tsch)