Nach der Festnahme von Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windor haben Markus Lanz und Richard David Precht bei „Lanz + Precht“ über die Epsteins-Files und Epsteins Verbindungen in die Königshäuser diskutiert. Precht sah dabei vor allem für Norwegen nach dem Skandal eine große Chance...
Mette-Marit-SkandalPrecht sähe Abschaffung des Königshaus als „wunderbaren Befreiungsschlag“

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Richard David Precht (l.) und Markus Lanz haben in der neuen Folge des Podcasts „Lanz + Precht“ über die Epstein-Files gesprochen. (Bild: ZDF/ Lanz + Precht)
Nach der vorübergehenden Festnahme von Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor haben sich Markus Lanz (56) und Richard David Precht (61) in ihrem Podcast „Lanz + Precht“ ausgiebig mit dem Skandal um den verstorbenen Unternehmer Jeffrey Epstein befasst. Precht sieht vor allem nach dem Bekanntwerden der mutmaßlichen Verwicklungen von Mette-Marit von Norwegen und Epstein die Chance auf einen „wunderbaren Befreiungsschlag“ für das Land.
Die britische Königsfamilie wurde durch Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor abermals von einem Skandal erschüttert. Die Verwicklungen des Ex-Royals in die Epstein-Files haben nun für eine vorübergehende Festnahme des 66-Jährigen geführt. Er ist nicht der einzige Royal, dem seine Verbindungen zum verstorbenen Epstein nun immer mehr zum Verhängnis werden. Auch Mette-Marit von Norwegen taucht in den berüchtigten Unterlagen auf.
„Man fragt sich, warum die norwegische Gesellschaft, die geprägt ist von der alten skandinavischen DNA, wieso die überhaupt ein Königshaus hat“, merkt Precht an. So habe das Land im Vergleich zu anderen skandinavischen Ländern wie Schweden oder Dänemark noch ein „vergleichsweise junges und nicht alteingesessenes Königshaus“.
„Man versteht das alles nicht mehr“
Precht bezeichnet „Königssohn oder Königstochter zu sein“ als „ungesunde Existenzform“, die unverdiente Privilegien mit sich bringe. Dies seien „ganz schlechte Voraussetzungen für die bürgerliche Gesellschaft“, so Precht. Er merkt an: „Ich würde sagen, die Epstein-Files hätten zumindest zu etwas Gutem geführt, wenn jetzt mal die Norweger damit anfangen würden, ihr Königshaus abzuschaffen.“
Der TV-Philosoph, der eigener Aussage nach „sowieso kein großer Freund von Königshäusern“ sei, stellt klar: „Wenn man mal überlegt, dass sie eigentlich dem grundsätzlichen Prinzip unserer liberalen Demokratie widersprechen, dann müssten zumindest all die Königshäuser, die ernsthaft in ihrem Ansehen angekratzt sind“, abgeschafft werden. Der 61-Jährige wundert sich, dass die Bewegung in Ländern wie England oder Norwegen nicht jetzt bereits viel stärker sei, weiß jedoch auch: „Noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung verteidigt das norwegische Königshaus oder will es erhalten wissen.“
Markus Lanz erschreckt vor allem die Tatsache, dass auch nach der ersten Verurteilung von Jeffrey Epstein 2008 und dem Fakt, dass dieser seither als verurteilter Sexualstraftäter gilt, sämtliche bekannte Personen an dem Kontakt zu dem Milliardär festhielten - auch aus „moralisch integeren“ Kreisen.
So nennt Lanz als ein Beispiel den ehemaligen Vorsitzenden des norwegischen Nobel-Komitees Thorbjørn Jagland. Jagland leugnete öffentlich seine Verbindungen zu dem Unternehmer - eine Lüge, wie sich später herausstellen sollte. Lanz zeigt sich fassungslos: „Man versteht das alles nicht mehr.“ Für Precht eine Steilvorlage: „Nein, aber die Abschaffung des Königshauses wäre ein wunderbarer Befreiungsschlag, um zu zeigen, dass die Norwegen doch die Guten sind.“
Die ganze Episode von „Lanz + Precht“ gibt's unter anderem auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Video-Podcast im Youtube-Kanal des ZDF. (tsch)

