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Meisterstück des schwarzen HumorsIn diesem Klassiker stirbt eine Hollywood-Legende gleich achtmal

Kurzes Vergnügen: Der nichtsahnende Henry (Alec Guinness, Mitte) lädt Louis Mazzini (Dennis Price, links) zu sich nach Hause ein. (Bild: ARTE / Beta Film)

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Kurzes Vergnügen: Der nichtsahnende Henry (Alec Guinness, Mitte) lädt Louis Mazzini (Dennis Price, links) zu sich nach Hause ein. (Bild: ARTE / Beta Film)

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Brillant, böse und mit Alec Guinness in gleich acht Rollen: In „Adel verpflichtet“ mordet sich ein ehrgeiziger Außenseiter durch seine adelige Verwandtschaft, um Herzog zu werden.

Der Henker ist ganz aus dem Häuschen: „Nicht mal mein Vorgänger hatte das Vergnügen, einen Herzog zu hängen“, freut er sich, um im nächsten Moment darüber nachzugrübeln, mit welcher Anrede er dem blaublütigen Mörder am nächsten Morgen gegenübertreten muss. Hinter der Zellentür wirft „Euer Gnaden“ derweil einen letzten Blick auf seine Memoiren, in denen er darlegt, wie er vom armen Ladengehilfen zum zehnten Herzog D'Ascoyne wurde - mittels Gewehr, Sprengstoff, Gift, Pfeil und Bogen und etwas Benzin.

ARTE zeigt „Adel verpflichtet“ – ein Meisterstück des schwarzen Humors aus dem Jahr 1949, am Sonntag, 14. Juni um 21.45 Uhr.

Durch heimliche Besuche bei Louis (Dennis Price) entflieht Sibella (Joan Greenwood) ihrem langweiligen Eheleben. (Bild: ARTE / Beta Film)

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Durch heimliche Besuche bei Louis (Dennis Price) entflieht Sibella (Joan Greenwood) ihrem langweiligen Eheleben. (Bild: ARTE / Beta Film)

Weil sie einen italienischen Tenor heiratete, fiel die Mutter (Audrey Fildes) von Louis Mazzini (Dennis Price) bei ihrer verstockten aristokratischen Verwandtschaft in Ungnade: Bettelarm zog sie den Jungen groß - allein, da die Geburt des Sohnes den Sänger „zu den Engelschören schickte“. Dass er einmal Herzog sein könnte, predigte die Mama ihrem Louis bis zu ihrem Tod.

Doch erst, als seine Jugendliebe Sibella (erschreckend berechnend: Joan Greenwood) seinen Antrag ablehnt, um den reichen Lionel (John Penrose) zu heiraten, beschließt Louis, seine Mutter zu rächen und seinem Glück auf die Sprünge zu helfen: Acht Verwandte stehen zwischen ihm und dem Herzogstitel. Acht Verwandte, deren letztes Stündlein geschlagen hat.

Messerscharfe Dialog, grandioses Ensemble

Einen nach dem anderen knöpft sich der Verstoßene vor, von Frauenschwarm Ascoyne D'Ascoyne über den vertrottelten Pfarrer Canon D'Ascoyne bis hin zum Herzog persönlich. Alle, selbst Lady Agatha D'Ascoyne, werden von einem Mann gespielt, der später als einer der wandlungsfähigsten Mimen überhaupt in die Geschichte eingehen sollte: Alec Guinness, damals 35, starb für seinen internationalen Durchbruch insgesamt achtmal. Obwohl er die Marotten und die Verbohrtheit der adeligen Sippe brüllend komisch parodiert, überlässt er das Rampenlicht der unbestrittenen Hauptfigur.

Seelenruhig sitzen Louis Mazzini (Dennis Price) und Edith D'Ascoyne (Valerie Hobson) für eine Teezeit beisammen. Edith ahnt nicht, welches Schicksal ihren Ehemann Henry bald ereilen wird. (Bild: ARTE / Beta Film)

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Seelenruhig sitzen Louis Mazzini (Dennis Price) und Edith D'Ascoyne (Valerie Hobson) für eine Teezeit beisammen. Edith ahnt nicht, welches Schicksal ihren Ehemann Henry bald ereilen wird. (Bild: ARTE / Beta Film)

Schön könnte dessen Leben als Herzog sein, wäre da nicht die Damenwelt: Denn Sibella, die mittlerweile erkannte, dass sie den „langweiligsten Mann in ganz London“, nein, ganz Europa geheiratet hat, würde nun gern die Herzogin an Louis' Seite sein. Doch diesen Part hatte er schon Edith (Valerie Hobson), der Witwe seines tragisch verschiedenen Cousins zugedacht.

Feiner, trockener Humor durchzieht die Geschichte des sympathischen Massenmörders, der an keiner Jagd teilnimmt, weil es ihm seine Prinzipien verbieten, einer solch blutrünstigen Tätigkeit nachzugehen. Ganz beiläufig legte Robert Hamer, der sowohl Regie führte als auch den Roman von Roy Horniman in Drehbuchform brachte, dem Ich-Erzähler eine Pointe nach dem anderen in den Mund. Nie wirken die messerscharfen Dialoge aufgesetzt, was dem Darstellerensemble geschuldet ist, das bis in die kleinste Nebenrolle hervorragend agiert. (tsch)

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