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Riesen-Überraschung bei „Markus Lanz“ Stiko-Chef lässt ganz nebenbei den Hammer-Satz fallen

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sprach am Dienstag (16. November) in einem Nebensatz von der aktualisierten Impfempfehlung ab 18 Jahren.

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sprach am Dienstag (16. November) in einem Nebensatz von der aktualisierten Impfempfehlung ab 18 Jahren.

Stiko-Chef Thomas Mertens hat am Dienstag (16. November) ganz nebenbei von der so wichtigen Entscheidung zu den Booster-Impfungen berichtet – bei „Markus Lanz“ am späten Abend. Seine Aussage weicht deutlich von der bisherigen Stiko-Empfehlung ab. 

Hamburg. Seit Tag eins der Pandemie wird von Experten und Wissenschaftlern – und nicht nur von ihnen – die bisweilen ungünstige Kommunikation in der Corona-Politik kritisiert. Am Dienstagabend kam ein weiteres Beispiel hinzu.

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, ließ in einem Nebensatz bei „Markus Lanz“ die so wichtige Entscheidung des Expertengremiums über Booster-Impfungen fallen – nicht über offizielle Kanäle. Dabei widerspricht seine Aussage ganz deutlich der bisherigen Empfehlung der Stiko. 

Bis dato waren die Aussagen von dem geschäftsführenden Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Stiko verschiedene: Während Spahn durch die Nation reiste, um etwa auf Pressekonferenzen für eine grundsätzliche Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren und nach frühestens sechs Monaten nach der letzten Spritze zu werben, sah das bei der Stiko anders aus. 

Markus Lanz: Stiko-Empfehlung sah bislang anders aus

Der Booster wurde von der Ständigen Impfkommission für Menschen empfohlen, die älter als 70 sind; insbesondere für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches und pflegerisches Personal. Die Ansicht der Stiko hat sich nun, so kündigte Mertens an, geändert.

Als es bei „Markus Lanz“ genau um dieses Thema ging und der Moderator nach der Empfehlung fragte („Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir bald zu einer Ansage kommen, was diesen Booster angeht?“), kündigte Mertens an, dass die Stiko am Mittwoch erneut über ihre Empfehlung für Boosterimpfungen beraten werde. „Das wird nicht lange dauern, und dann wird die jetzt von Ihnen reklamierte Empfehlung auch kommen“, sagte er an Lanz gewandt. Erst als der Moderator noch einmal nachfragte, ab welchem Alter die Stiko die Auffrischungsimpfungen empfehlen will, antwortete Mertens: mit 18.

Markus Lanz: Stiko-Chef bedauert gleich danach die Aussage

Gleich im Anschluss erklärte Mertens, dass das eigentlich gegen die Regeln sei. „Normalerweise äußern wir uns dazu nicht.“ Aber der Stiko-Chef tat es eben doch. Eine eher ungünstige Kommunikation der Stiko gab es schon bei den Impfempfehlung für Schüler ab 12 Jahren. Sie empfahl damals, nur Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Risiko gegen Corona zu impfen. Es gebe bislang noch zu wenige Daten und Erfahrungen. Die Kritik von Politikern war groß, die Verunsicherung bei Eltern auch. Für viele kam die Aktualisierung, eine Empfehlung einer Impfung ab 12 Jahren, zu spät. 

Wie wichtig Boostern vor allem für Ältere ist, versuchte Mertens bei „Lanz“ dennoch klarzumachen. Nur etwa elf Prozent der über 60-Jährigen hätten eine Booster-Impfung bekommen. Auf Bekannte und Freunde in seinem Alter angesprochen sagte Mertens: „Sie haben ihren Impftermin beim Hausarzt für Anfang, Mitte Dezember bekommen. Das ist das Problem, verstehen Sie, und nicht das Problem, jetzt noch zu sagen, alle sollen zum Hausarzt laufen.“ Das Problem seien die Kapazitäten – „die Hausärzte sind stark gefordert im Augenblick“.

Markus Lanz: Vorgehen der Stiko stößt auf Kritik

Bei Ärztevertretern und Patientenschützern stößt das Vorgehen der Stiko auf Kritik. Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einem Verteilungskampf bei den Booster-Impfungen. Zuerst müssten die vulnerablen Gruppen wie Menschen über 70 Jahre und chronisch Kranke die sogenannte Booster-Impfung erhalten, sagte der Verbandschef Ulrich Weigeldt der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). „Diskussionen darüber, die ganze Bevölkerung quasi gleichzeitig ein drittes Mal zu impfen, helfen in der Impfkampagne nicht weiter.“

Denn jüngere und gesündere Menschen seien in der Regel auch sechs Monate nach der zweiten Impfung gut geschützt und könnten gegebenenfalls auch ohne Probleme etwas später die Booster-Impfung bekommen. (mg)

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