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Oerdings schwerste ZeitNach Trennung und Tod des Vaters: Sänger meldet sich zurück

Johannes Oerding

Copyright: Hendrik Schmidt/dpa

Nach einer kurzen Auszeit steht Johannes Oerding bald wieder auf der Bühne. (Archivbild)

Einmal leben wie Udo Lindenberg, das wär's! Doch für Johannes Oerding kam erst der große Knall. Jetzt ist er zurück – mit einem Album, das es in sich hat.

Oerding zieht die Reißleine: Nach Liebes-Aus und Trauerfall kommt knallhartes Fazit

Ein Leben im Hotel, ganz wie Panikrocker Udo Lindenberg – für Johannes Oerding ist das eine echte Option. Der Popmusiker, der auch in Hamburg zu Hause ist, findet die Vorstellung sehr verlockend. „Ich spiele mit dem Gedanken tatsächlich seit vielen, vielen Jahren. Ich habe auch große Teile meiner Musik in Hotels geschrieben, weil ich mich dort sehr wohlfühle“, offenbarte Oerding der Deutschen Presse-Agentur. Da überrascht es kaum, dass sein brandneues Album den Titel „Hotel“ trägt und ab heute erhältlich ist.

„Ich mag diesen Lindenberg-Lifestyle: einfach mal runtergehen abends an die Bar und die Leute beobachten: Wer geht rein, wer kommt raus, was sind das für Geschichten?“ Die Geschichten, die der Sänger auf seinen zwölf neuen Stücken verarbeitet, speisen sich aus diesem Hotel-Alltag und seinen vielen Reisen.

Gold- und Platin-Verleihung für Udo Lindenberg

Copyright: Marcus Brandt/dpa

Der eine lebt im Hotel, der andere schreibt dort Songs: Johannes Oerding mit Udo Lindenberg. (Archivbild)

Im Jahr 2024 zog der 44-Jährige für mehrere Monate den Stecker und machte sich auf den Weg nach Mexiko und quer durch die USA. „Ich erinnere mich, dass ich bei einer der letzten Open-Air-Shows 2023 auf der Bühne schon darüber nachdachte, wie ich später eigentlich nach Hause komme und ob ich noch Hafermilch im Kühlschrank habe. Da hatte ich das Gefühl, auf der Bühne nicht mehr richtig bei der Sache zu sein.“

Zusätzlich gab es private Umbrüche: Der Vater von Oerding verstarb, und seine langjährige Partnerschaft ging in die Brüche. „Das sind alles Dinge, die mir gezeigt haben: Es ist eigentlich ein ganz guter Moment, die Handbremse zu ziehen.“

Eine Reisegitarre muss her

Doch nach zwei Monaten unterwegs ohne Instrumente konnte Oerding es laut eigener Aussage nicht länger ertragen. „Das war ein schönes Gefühl oder vielmehr eine Bestätigung. Ich kann nicht ohne. Ich muss jetzt sofort los, mir eine Gitarre kaufen.“ Der Musiker verfasste daraufhin den Titel „Hier gehöre ich hin“, welcher sein achtes Studioalbum einleitet.

„Bei all dem, was einen so aus dem Leben geworfen hat, war das Leben als Musiker immer das, was mich rausgeholt hat. Und was auch zu mir passt und zu mir steht: Hier gehöre ich hin.“ Begleitet von schnellen Rhythmen und sanften Gitarrenklängen berichtet er von seiner Selbstfindung.

Die erste Single-Auskopplung nach seiner Auszeit gibt die Richtung für die übrigen Lieder vor. In Titeln wie „Niemals zu spät“, „Mehr Glück als Verstand“ oder „Sonntag“ thematisiert er Reminiszenzen an die Vergangenheit, notwendige Auszeiten und tiefgreifende Umbrüche. Überlegungen, die viele Menschen auf Reisen abseits des Gewohnten anstellen – auch über den Job und die eigene Bestimmung.

Warum Oerding einfach nur Spaß haben will

„Ich hatte den Eindruck, es ist gerade eine Zeit im Pop-Bereich, wo es eigentlich egal ist, was ich mache. Weil das Radio gerade eh kaum noch deutschsprachige Popmusik der alten Garde spielt. Deshalb wollte ich bei diesem Album einfach das machen, was aus mir kommt und mir Spaß macht.“

Richtig Freude macht vor allem der Gospel-Song „Halleluja“, der musikalisch und textlich heraussticht. Der Agnostiker Oerding spricht darin einer höheren Instanz seinen Dank aus – für Döner Kebab, ein Mittel gegen den Kater und den Rauswurf von Robbie Williams aus Take That: „Sonst würden wir nicht "Angels" singen am Ende der Nacht.“

Insgesamt gehe das Album zurück zu seinen Wurzeln. „Also wirklich live eingespielt, keinen großen Schnickschnack, eher reduziert, puristisch, sehr akustisch mit Liveband.“ Auf seinen vorherigen zwei Alben kamen ihm zufolge zu viele Metaphern und Vergleiche zum Einsatz, was ihm im Nachhinein missfallen habe.

„Bei diesem Album ist oftmals die Aussage im Refrain sehr eindeutig – andere Menschen würden sagen: banal. Aber ich wollte genau das“, erklärt der Liedermacher ehrlich. „Stumpf ist manchmal Trumpf.“

Die dumme Menschheit: Oerding im Duett mit Peter Maffay

Trotzdem hat Oerding auf „Hotel“ viel mitzuteilen. Gemeinsam mit Peter Maffay führt er dessen Weltschmerz-Hymne „Eiszeit“ aus dem Jahr 1982 weiter. Obwohl der Kalte Krieg beendet ist, geraten derzeit erneut politische und soziale Maßstäbe ins Wanken. „Hass lebt und Menschen sterben“, lautet eine Zeile in „Eiszeit 2.0“.

Und der Altrocker singt: „Hätte nicht gedacht, dass ich das noch einmal erleb, ich hab’ gedacht, wir haben daraus gelernt“. Oerdings Kommentar zum politischsten Stück der Platte ist unmissverständlich: „Wahrscheinlich kannst du den Song in zehn Jahren wieder schreiben. Der Mensch ist einfach wahnsinnig dumm“.

Ganz persönlich wird der am Niederrhein geborene Musiker in „Wolken“ zusammen mit Michael Patrick Kelly. Mit gefühlvollen Worten verarbeitet er darin den Verlust seines Vaters aus dem vergangenen Jahr.

Von April an wird Oerding, der oft mit Hut auftritt, wieder als Gastgeber für das Vox-Format „Sing meinen Song“ fungieren. Außerdem startet seine neue Tournee. Hoffentlich dieses Mal, ohne sich Gedanken über Hafermilch im Kühlschrank zu machen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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