„Höhle der Löwen“ Gründer können mit Pitch nicht punkten – was Investor dann tut, gab es in der Show noch nie

Alina und Dave Bassi aus Berlin präsentieren bei „Die Höhle der Löwen“, vom 27. September 2021, mit „Kleiderly“ unter anderem Kleiderbügel aus recycelten Altkleidern. Investor Ralf Dümmel demonstriert den beiden wie man „richtig“ pitched.

Investor Ralf Dümmel stellt sich in der aktuellen Folge „Die Höhle der Löwen“, vom 27. September 2021, selbst auf die Bühne.

Bei die „Die Höhle der Löwen“ konnte der Pitch des Gründer-Duos von „Kleiderly“ nicht wirklich überzeugen. Was Investor Ralf Dümmel dann tat, hat in der Show so noch nie gegeben.

Köln. Kuriose Szenen bei „Die Höhle der Löwen“. Weil die Gründer von „Kleiderly“ mit der Vorstellung ihrer Idee am Montag (27. September 2021) nicht unbedingt punkten konnten, eilte Investor Ralf Dümmel (54) auf die Präsentations-Bühne und trat selbst vor die Löwen, um das Duo zu unterstützen.

„Die Höhle der Löwen“: Gründer-Pärchen stellt Plastik-Alternative vor

Das Gründerpärchen Dave (34) und Alina Bassi (31) aus Berlin stellt eine Idee vor, die die Lösung für eines der größten Umweltprobleme weltweit werden könnte. „Ich interessiere mich seit meiner Kindheit für Nachhaltigkeit. Deshalb wurde ich schließlich auch Chemie-Ingenieurin und Verfahrenstechnikerin, um die Welt grüner zu machen“, so Alina, die sieben Jahre im Abfallmanagement in London gearbeitet hat.

Schließlich stellte sie sich einer neuen Herausforderung: „Ich wollte einen Weg finden, Kleidungsreste sinnvoll zu recyceln“, berichtet die 31-Jährige. Wie die beiden in ihrem Pitch erklären, werden nämlich rund 87 Prozent der hergestellten Textilien weggeschmissen und in Deponien verbrannt, was zu rund 10 Prozent der weltweiten Emissionen führt.

Um den erschreckend hohen Ausstoß von Co2 in der Modeindustrie zu minimieren, hat das Paar eine neue Technologie des Recyelns entworfen: Mit einem speziellen, mehrstufigen Verfahren wird aus alten Kleidungsstücken mit Hilfe von Bindemitteln ein kunststoffähnliches Granulat erzeugt, welches zu neuen Produkten verarbeitet werden kann. 

Das Resultat ist ein Produkt, welches wie Plastik aussieht, wie Plastik riecht und sich wie Plastik anfühlt – aber eben keins ist. Durch diese Idee würden alte Kleider nicht mehr auf der Deponie landen und der CO2 Ausstoß könnte erheblich verringert werden.

Um die „Löwen“ von der Tauglichkeit ihres Produktes zu überzeugen, hat das Paar bereits aus dem Granulat hergestellte Produkte mitgebracht. Neben recycelten Kleiderbügeln und einem Anti-Diebstahl-Tag erhalten die „Löwen“ zudem frisch produzierte Sonnenbrillen – ein Unterschied zu Produkten aus echtem Plastik ist kaum zu erkennen. „Diese Sonnenbrillen waren einmal T-Shirts. Jede Sekunde landet eine LKW-Ladung voller Textilien auf der Mülldeponie. Wir können ihnen ein neues Leben geben – gemeinsam mit Ihnen“, bewirbt Alina ihre Idee.

„Die Höhle der Löwen“: Investor Ralf Dümmel plötzlich auf der Bühne

Die Gründer Dave und Alina bieten den Löwen 15 Prozent ihres Unternehmens für ein Startkapital von 90.000 Euro. Die Investoren zeigen sich zunächst jedoch skeptisch – besonders Georg Kofler scheint noch nicht vollständig überzeugt zu sein. „Was ich hier sehe, ist eigentlich nur neues Plastik, das ihr aus altem Plastik gemacht habt. Und das ist ja auch wieder Müllpotenzial“, hinterfragt der Investor die Idee kritisch. Doch bevor das Gründerpaar selbst zu Wort kommt, greift Ralf Dümmel persönlich ein. „Nur ist es kein Plastik. Das Ergebnis ist kein Plastik“, betont der erfolgreiche Unternehmer.

Und damit nicht genug – prompt springt der Investor von seinem Sessel und stellt sich selbst neben das Gründerpaar vor die „Löwen“. „Ihr müsst das anders verkaufen“, so der 54-Jährige zu Dave und Alina. Die anderen „Löwen“ sind verblüfft – ein Investor auf der Bühne? Das gab es bisher noch nie! Vielleicht bewirkt Dümmels Einsatz schließlich doch noch eine Wende. Für das Paar würde dies den Beginn von etwas ganz Großem bedeuten.

Trotz eines nachhaltigen Gedankengutes und einer einzigartigen Idee kann das Paar die „Löwen“ nicht von einer Zusammenarbeit überzeugen – es kommt zu keinem Deal. Die Kritik: Das Paar fokussiert sich auf zu viele Wege gleichzeitig. „Ihr müsst euren Blick auf ein Ziel richten und nicht auf zwei Ziele gleichzeitig. Geht nochmal daraus und überlegt, was ihr wirklich machen möchtet“, rät Gast-Investor und Gründer von „Ankerkraut“ Stefan Lemcke. Auch seine Frau Anne Lemcke sieht keinen Sinn in einer Investition.  „Ich habe das Gefühl, es ist noch zu früh. Ich weiß nicht, wie wir euch mit 90 Tausend Euro helfen können. Wahrscheinlich kommt man da nicht sehr weit“, so die ehemalige „Die Höhle der Löwen“-Kandidatin.

Ralf Dümmel entscheidet sich gegen Investition in „Kleiderly“

Auch Unternehmer Ralf Dümmel entscheidet sich trotz seines leidenschaftlichen Einsatzes letztendlich gegen eine Investition in „Kleiderly“ – die Enttäuschung bei Alina und Dave sitzt tief. Seine Entscheidung begründet der Investor schweren Herzens mit den Worten: „Es ist einfach nicht meine Geschäfts-Art.“ Trotz einer frustrierenden Entscheidung werden Dave und Alina mit einer Menge Lob aus der Sendung verabschiedet. „Ihr seid ein sehr sympathisches Paar und ein tolles Vorbild“, so Kofler.

Die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ läuft jeden Montag um 20.15 Uhr auf „Vox“ und ist zusätzlich auf „TVNOW“ abrufbar ist. Jungen Unternehmern wird die Chance geboten, ihre Geschäftsidee mit der Unterstützung der Profi-Unternehmer Ralf Dümmel, Dagmar Wöhrl, Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Dr. Georg Kofler, Nico Rosberg und Nils Glagau umzusetzen.

Überzeugen die Gründer die „Löwen“ von ihrem Produkt, so stellen diese ihnen das nötige Startkapital zur Expansion des Unternehmens zur Verfügung. (lg)

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