Kurioser Verkehrsunfall Fahrerloser Linienbus kracht in Wohnhaus – zahlreiche Verletzte

„Heute-Show“ Welke zerlegt Putin und Querdenker: „Abstände zwischen Wutanfällen werden kürzer“

„Heute-Show“-Moderator Oliver Welke (hier auf einer undatierten Aufnahme).

„Heute-Show“-Moderator Oliver Welke (hier auf einer undatierten Aufnahme).

Die „Heute-Show“ ist bestimmt nicht bekannt dafür, ein Blatt vor den Mund zu nehmen – diesmal im Visiert der Satiriker: Der russische Präsident Wladimir Putin.

Mit Carolin Kebekus, Martin Klempnow, Dietmar Wischmeyer und Lutz van der Horst schickte das Team der „heute-show“ diesmal gleich vier eigentlich hochkarätige Außenreporter ins Rennen. Ihre Beiträge, ob nun als Reporterin an der Sonnenblumenölkrisenfront im Supermarkt, als unterforderter Impfarzt (Klempnow), als Kunstkritiker im Format „Arschpekte“ (Wischmeyer) oder als Bürger auf Bunkersuche (Van der Horst) gerieten ziemlich nett. Aber „nett“, so sagte einst schon der Trash-TV-Philosoph Dieter B. aus T. bei H., „ist die kleine Schwester von sch...e“.

Gut, dass Welke wach war. Der oberste Oliver, der Anchor-Man, glänzte mit ein paar wie beiläufig eingestreuten Pointen. Am schönsten: Vielleicht kann uns ausgerechnet Cannabis aus der Ölkrisensituation helfen. Denn um sich aus der Abhängigkeit vom russischen Öl zu lösen, bedarf es einschneidender Maßnahmen. Und die dürfen wohl auch verwegen sein.

Keine Zeit fürs Klima: Immer schön eine Krise nach der anderen

Jeder solle Gas und Öl sparen, machte Welke nochmals deutlich. Überall wimmele es vor Spartipps. Darüber hätten sich vor zwei Jahren die jugendlichen Umwelt-Mahner vielleicht gefreut. Jetzt ginge es nur darum, weniger russisches Öl zu benötigen. „Vom Klima will gerade echt keiner was wissen“, meinte Welke, „das müssen diese wütenden Kinder auch mal einsehen: Immer schön eine Krise nach der anderen.“

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Und in Zeiten, in denen die Ölkrise sogar zur Sonnenblumenölkrise wird, was an den jüngsten Hamsterkäufen zu belegen ist, geht's halt nur um Ölspartipps. Da werden sogar olle Kamellen rausgekramt: Es ist ernsthaft die Idee der „autofreien Sonntage“ wieder im Gespräch, berichtete Welke. Die gab es - von der Regierung angeordnet - 1973 viermal im November und Dezember. Welke schränkte aber ein: Selbst wenn jeder zweite Sonntag autofrei wäre, würde das nur 1,4 Prozent der Ölimporte einsparen.

Anders sähe das bei einem Tempolimit aus: „Tempo 100 auf der Autobahn würde acht Prozent des Öls aus Russland einsparen können.“ Und da kommt Hanf ins Spiel, so Welke. „Legalisiert Cannabis“, so die Aufforderung der „heute-show“. Denn unter dem Einfluss der Hanfplanze würde man am Steuer zwar den Eindruck haben, man rase mit Lichtgeschwindigkeit, in Wahrheit aber würde man eher schneckengleich reisen.

Warnung an Putin: „Leg dich nicht mit den Erfindern der Kötbüllar an!“

Sehr viel realer wird im Umgang mit der Ölkrise wohl der „Tankrabatt“, die Idee von FDP-Finanzminister Christian Lindner, werden. Der will 30 bis 40 Cent pro Liter „auf seinen Deckel nehmen“, wie es Welke formulierte. Das ist zwar nett, aber auch teuer. Zwei Milliarden Euro dürfte das kosten - und zwar jeden Monat, meinte Welke. Wie geht das, ohne Schulden zu machen? Indem man das Wort Schulden vermeidet! „Wir leihen uns das Geld aus der Zukunft“, nannte es Lindner, auch die Begriffe „Ergänzungshaushalt“ und „Sondervermögen“ fielen ja schon. Die „heute-show“ schlug weitere Synonyme vor: „Magic Mystery Money“ etwa oder „Dorniges Guthaben“.

Die Notwendigkeit, sich lieber morgen als übermorgen von Russland abzukoppeln, wird indes mit jedem Tag, den der Krieg in der Ukraine dauert, klarer. Zumal Putins Nerven zunehmend blank lägen, meinte Welke: „Die Abstände zwischen seinen Wutanfällen werden kürzer.“ Unlängst drohte er gar Schweden und Finnland mit militärischen Konsequenzen, sollten sie NATO-Mitglied werden wollen, meinte Welke, warnte aber: „Leg dich nicht mit den Erfindern der Kötbüllar an!“

„Heute-Show“: Welke zerlegt Putin und Querdenker

Während „Väterchen Frust“ aufgrund der „militärischen Vollblamage“ (Welke) zum regelrechten Rumpelstilzchen ausarte, die ukrainische Bevölkerung mit Bomben terrorisiere, die eigene Bevölkerung drangsaliere und bei Protesten hart reagiere - Welke: „Ja, liebe Querdenker, da erleben Sie eine richtige Diktatur!“ -, seien Widerstandskämpfer wie die russische Redakteurin Marina Owsjannikowa ("Mitarbeiterin des Jahrhunderts") oder der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj als Gegenspieler Putins bewundernswert.

Und auch die Leistung der deutschen Freiwilligen, die ukrainische Flüchtlinge unterstützten, seien es. Welke: „Was die Ehrenamtlichen hierzulande leisten, beschämt alle, die seit 20015 aus dem Begriff Gutmensch ein Schimpfwort machen wollten.“

Nur eine freiwillige Leistung sei nicht ganz so toll gewesen, so Welke. Da habe ein „entlaufener Rentner aus Hannover“ versucht, in Russland eigene Friedensverhandlungen zu führen. Die Rede war von Gerhard Schröder, der sich gegen den Willen seiner SPD-Erben Scholz und Künast auf die Reise nach Moskau machte. Da half kein Hadern und kein Warnen, denn, so Dietmar Wischmeyer: „Einen Schröder in seinem Lauf, den halten weder Olafs noch Kevins auf.“

Lockerungen zur Unzeit: „Warum macht Lauterbach das mit?“

Nicht aufzuhalten sind wohl hierzulande die Lockerungen der Corona-Maßnahmen, was Welke deutlich kritisch sah: „Wir lockern direkt in die Omikron-Welle hinein. Warum? Warum macht Lauterbach das mit?“ Zumal er ansonsten ("Die Lage ist schlechter als die Stimmung.") durchaus nach wie vor gerne mal den Miesepeter gäbe. Welke gab auch die Antwort: „Schuld sei die FDP, die auch schon die allgemeine Impfpflicht verhindert habe und die nun auch die Lockerungen bekommt, obwohl "SPD und Grüne wissen, dass es falsch ist“ angesichts von noch immer drei Millionen Ungeimpften über 60, nur 58 Prozent geboosterten Bürgern und einem verschwinden geringen Interesse am Totimpfstoff, der so wenig nachgefragt wird, dass er „weggeschmissen“ werden muss.

Das Interesse an Impfungen sei geradezu nichtig, die 35 Millionen Euro teure Impfkapagne der Regierung „klinisch tot“, meinte Martin Klempnow: „Am letzten Sonntag gab es in Deutschland 1.475 Erstimpfungen. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit einen Blitzeinschlag zu erleben ist beinahe genauso hoch.“ (tsch)

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