Im Kinofilm „Wochenendrebellen“ suchen der autistische Jason und sein Vater nach einem Lieblingsverein. Im echten Leben hat der inzwischen 21-Jährige sich immer noch nicht einem einzigen Club verschrieben, dafür aber zahlreichen weiteren Projekten.
Fußballfilm nach einer wahren GeschichteDas macht Jason von den „Wochenendrebellen“ heute

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Der Film „Wochenendrebellen“ (Montag, 13. Juli, 20.15 Uhr im Ersten) basiert auf der wahren Geschichte des autistischen Jungen Jason. (Bild: EONINE Studios/Wiedemann & Berg Film/Nik Konietzny)
Der Film „Wochenendrebellen“ (zu sehen am Montag, 13. Juli, 20.15 Uhr im Ersten) erzählt die wahre Geschichte des zehnjährigen autistischen Jungen Jason (im Film gespielt von Cecilio Andresen) und dessen Vater Mirco (Florian David Fitz), der ihm das Versprechen gab, seinen Lieblings-Fußballverein mit ihm zu finden. Allerdings hat Jason dafür harte Kriterien, doch versprochen ist versprochen und so beginnt eine bewegende Reise durch die Stadien der Republik. Der Film basiert auf der Autobiografie „Wir Wochenendrebellen“, die Jason und sein Vater geschrieben haben. Auf der Leinwand bleibt die Suche nach dem Lieblingsverein unvollendet, doch Vater und Sohn haben dafür mehr zueinander gefunden.
Heute ist Jason 21 Jahre alt und studiert Physik an der ETH Zürich, sieben Zugstunden von seinem Elternhaus in Kassel entfernt. Nah genug, um am Wochenende in die Heimat pendeln zu können. Doch seine zweite große Leidenschaft, die Wissenschaft, ist nicht das einzige, dem sich Jason mit Herzblut widmet. Auch die Suche nach seinem Lieblingsverein geht weiter.
Erlebnisssammlung im Blog

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Seit Jason sechs Jahre alt ist sucht er nach seinem Lieblingsverein. (Bild: Wochenendrebellen)
Sein Physikstudium begann Jason im Herbst 2024. Den Blog wochenendrebell.de führt sein Vater schon seit April 2012, damals noch als Ergebnissammlung für seinen Sohn. Die Übergabe erfolgte an ihn erfolgte 2016. Auf dem Blog vermarkten die beiden Wochenendrebellen nicht nur ihre Autobiografie und ihr Buch „Chaos auf Augenhöhe“, sondern präsentieren auch verschiedene Podcast-Folgen, etwa zu den Themen Autismus und Familie. Natürlich berichtet Jason auch für seine Forschung zum Thema Chaos. Für ihre Homepage wurden die beiden schon mit als Goldene Blogger und mit einem Grimme Online Award ausgezeichnet.
Fußballfans und Wochenend-Weltverbesserer
Im Alter von acht Jahren kommt es zu einem Schlüsselmoment in Jasons Leben, als er unverhofft mit dem Thema Tod konfrontiert wird. Ihm wird bewusst, dass seine Eltern nicht immer da sein werden, um ihren autistischen Sohn zu unterstützen. Jason fragt sich, wie er einmal alleine auf dieser chaotischen Welt zurechtkommen soll. Um ihn zu trösten, gibt ihm sein Vater erneut ein Versprechen. Nämlich das die Welt dann ganz bestimmt ein besserer Ort ist. Das musste jedoch aktiv angegangen werden und so haben es sich die Wochenendrebellen nicht nur auf die Fahnen geschrieben, einen Lieblingsverein für Jason zu finden, sondern auch die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.
Versprochen, getan: So sammelten die beiden auf ihrer Lesereise über 60.000 Euro und spendeten sie für nachhaltige Wasserversorgung in Ostafrika. Über ihre Homepage unterstützen sie mittels einer Spendenkampagne die well:fair Stiftung, die Menschen eine nachhaltige Trinkwasser- und Sanitärversorgung ermöglichen will.
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Die Suche geht weiter
Trotz des Studiums, der Entfernung und der vielen Projekte kommt der Fußball nicht zu kurz. Jason und Mirco sind immer noch auf der Suche nach einem Lieblingsverein. Was sie in gewisser Weise zu Groundhoppern (Stadionsammlerinnen und -Sammler) macht. Der Umwelt zu liebe reisen sie nur per Bahn und nicht mehr nur auf Deutschland beschränkt.
Jason hat dabei immer noch ganz besondere Kriterien für seinen Lieblingsverein: So darf dieser kein Maskottchen haben. Bilden die Spieler auf dem Feld einen Spielerkreis, ist das nächste Ausschlusskriterium erfüllt. Zudem sollte der Verein natürlich umweltbewusst agieren und idealerweise klimaneutral sein. Einen solchen Verein zu finden, ist nicht einfach, wie die jahrelange Suche beweist. Aber bei den vielen gemeinsamen Stunden, welche die Wochenendrebellen auf ihrer Suche miteinander verbringen, ist das vielleicht auch gar nicht nötig, (tsch)
