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Ex-„Tatort“-Kommissarin  Petra Schmidt-Schaller: „Model-Körper sind langweilig!“

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Petra Schmidt-Schaller als Anwältin in „Ein Mann unter Verdacht“

Sie stieg aus dem „Tatort“ aus, um wieder mehr Zeit für ihre Familie und andere Projekte zu haben.

Nimmt man ihren neuen ZDF-Film „Ein Mann unter Verdacht“ (Montag, 20.15 Uhr) zum Maßstab, kann man Petra Schmidt-Schaller zu dieser Entscheidung nur gratulieren. Der mitreißende Thriller zeigt zwei Menschen in und mit all ihren Abgründen.

In unserem Interview spricht die Wahl-Berlinerin über Besuche vor Gericht, Körper vor der Kamera und Angebote nach dem „Tatort“. 

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Ex-Tatort-Kommissarin trifft Tatort-Kommissar: Petra Schmidt-Schaller mit Mark Waschke in „Ein Mann unter Verdacht“

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Sie spielen zum ersten Mal eine Anwältin. Wie war das?

Ich mochte den Konflikt. Das ist eine sehr analytische, emotional abgespaltene Person. Die wird mit einem Menschen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, den sie mal geliebt hat. Das ist einfach toll geschrieben.

Gibt es einen realen Fall, in dem sich der Film orientiert?

Der Autor hat das getan, ja. Den echten Fall habe ich mir aber nicht noch mal angesehen. Ich bin zur Vorbereitung in das Berliner Landgericht gegangen und habe mir dort verschiedene Verhandlungen angeguckt.

Ich saß in einem Prozess der Bandidos gegen die Hells Angels. Draußen standen die Justizbeamten mit Maschinengewehren. Das war filmreif. Dazu hatte ich mit drei Anwälten Kontakt, die habe ich über Freunde kennen gelernt und zu ihren Prozessen begleitet.

Ich finde diese ganze Strafrechts-Welt faszinierend. Alles was dort passiert ist krass, voll menschlicher Abgründe, sehr emotional aufgeladen. Wenn ich im Winter jetzt wieder frei habe, werde ich mich noch mal in einen solchen Prozess setzen.

Schmidt-Schaller mit Wotan Wilke Möhring im Tatort.

Schmidt-Schaller mit Wotan Wilke Möhring im Tatort.

Wir sehen sie auch in einer Nacktszene. Fällt Ihnen so etwas leicht?

Das ist für mich ein Teil der Arbeit. Ich habe nichts gegen nackte Körper in Filmen. Wenn das ästhetisch und gut gemacht ist finde ich das völlig in Ordnung. Ich habe jetzt gerade erst einen Film gedreht, da stehe ich nackt und völlig zerrüttet vor einem Spiegel. Das drückt ja etwas aus. Das hätte eine ganz andere Wirkung, wenn ich in dieser Szene angezogen wäre. 

Nur die perfekten Model-Körper in manchen Filmen sind fern der Wahrheit. Zu schön und zu perfekt finde ich langweilig. Bei Waschbrettbäuchen in Filmen zum Beispiel kriege ich sofort Beklemmungen. Dann denke ich, die haben Wochen vorher für diese Szene trainiert. Wahnsinnig toll fand ich aber zum Beispiel Leonardo DiCaprio in "Wolf of Wall Street".

Da sieht man diesen echten Körper.  Das ist sympathisch und authentisch. Wenn der vorher trainiert oder gehungert hätte, wäre die Szene nicht so gut.

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Petra Schmidt-Schaller: Neben Wotan Wilke Möhring  (49) sorgte Petra Schmidt-Schaller (35) für grandiose Quoten. Die Mutter einer Tochter wollte aber Zeit: „Zweieinhalb Jahre habe ich fast durchgearbeitet, wollte zu Hause sein.“

Wie kritisch sind sie selbst mit ihrem Körper?

Nach der Geburt meiner Tochter war ich meinem Körper einfach dankbar dafür, was er im Leben alles mitmacht und schafft. Dafür gebe ich ihm genügend Schlaf und eine gute Ernährung.

Sport mache ich, wenn er mir Spaß macht und nicht, wenn er mich quält. Das ist mir viel wichtiger als runter hungern oder zurecht modellieren. Ich versuche liebevoll zu meinem Körper zu sein, nicht kritisch. Wenn Männer stolz drauf sind Narben zu haben, können und sollten Frauen auch stolz drauf sein wenn ihr Körper Kinder bekommen hat.

Und wir haben es selbst in der Hand, wie wir uns in diesem Bereich selbst psychisch fertig machen. Alleine das Wort After-Baby-Body regt mich auf, der setzt Frauen doch unter Druck. Wenn ich in einer Szene nackt vor dem Spiegel stehe und der Po hat ein paar Dellen und die Brüste sind nicht mehr die fittesten, dann sieht der Zuschauer auch, dass nicht alles perfekt sein muss.  

Durch den Tatort sind sie sehr bekannt geworden. Haben Sie dadurch auch profitiert, kamen danach bessere Angebote?

Schwer zu sagen: Ich bin jedenfalls sehr zufrieden über die Angebote danach. 

Haben Sie den Abschied bereut?

Nein, absolut nicht. Es ist zwar schade dass ich Wotan jetzt nicht mehr so häufig sehe. Aber wir schicken uns ab und zu SMS. Ansonsten freue ich mich darüber, dadurch wieder mehr Zeit für die Familie zu haben. Ich bin nicht Mama geworden, um ständig von meinem Kind weg zu sein.

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