In einem Interview erklärte Meteorologe Sven Plöger, warum er beim Thema Klimawandel auch weiterhin klar Position beziehen will und warum für ihn ohne Haltung einfach nichts geht.
„Macht mich traurig“Sven Plöger klagt im Interview über den Klimawandel

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„Viele Menschen gehen immer vom Schlechtesten aus. Die Folge ist: Sie resignieren und klinken sich aus. Diese Spirale müssen wir verlassen“, sagt Sven Plöger. (Bild: Sebastian Knoth)
Der Mann ist für Klartext zum Thema Klima bekannt: „Mir liegen der Klimawandel und seine Auswirkungen tief am Herzen“, lässt der ARD-Meteorologe Sven Plöger jetzt im Interview mit der Agentur teleschau wissen. Der 58-Jährige, der 1999 das erste Mal „Das Wetter im Ersten“ moderierte, sagt, er „möchte Haltung vermitteln“, wenn es um den Klimawandel geht. „Wenn ich sehe, wie sich extremes Wetter häuft, welche Schäden entstehen, welches Leid das verursacht, dann macht mich das traurig“, erklärt der gebürtige Bonner seine Motivation hinter dieser Einstellung.

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1999 moderierte der gebürtige Bonner Sven Plöger erstmals „Das Wetter im Ersten“. (Bild: ARD/Ralf Wilschewski)
„Eltern sagen ihren Kindern ja nicht: Euch soll es später schlechter gehen als mir. Wenn man das ernst meint, muss man sein eigenes Verhalten hinterfragen“, betont der Meteorologe. Für ihn ist klar: „Ohne Haltung geht nichts!“ Und er warnt: Wenn jemand sage, das Problem sei zu groß, wir könnten sowieso nichts tun, „dann wird das zur selbsterfüllenden Prophezeiung“. Der Wetterexperte vergleiche das gerne mit dem Sport: „Wer beim Start eines Rennens sagt, ich kann eh nicht gewinnen, wird es auch nicht schaffen.“ Dabei betont Plöger: „Ich bin kein Ratgeber, der sagt: 'Fahr Fahrrad statt Auto!' Das wissen die Leute. Mich interessiert, wie unser Kopf funktioniert, warum wir einen negativen Bias haben, warum wir Gefahren anders wahrnehmen.“ Er glaube, dass viele Menschen immer vom Schlechtesten ausgehen und deshalb resignieren. „Diese Spirale müssen wir verlassen“, sagt Plöger.
„Ich bin eigentlich hauptsächlich Vortragsreisender“
Der ARD-Wetterexperte ist nicht nur vor der TV-Kamera aktiv. Seit Jahren steht er auch immer wieder mit eigenen Programmen auf der Bühne. So gastiert Plöger etwa am Mittwoch, 11. März, mit seinem Bühnenprogramm „Alles Klima, oder was?“ im Münchner Schlachthof. Er erklärt im Interview: „Ich bin eigentlich hauptsächlich Vortragsreisender. Die Wetterberichte im Fernsehen sind heute eher mein Hobby, das ich aber sehr ernsthaft und mit großer Freude betreibe.“ Plöger versichert: „Das öffentliche Auftreten und der direkte Kontakt mit den Menschen - Wissenschaftlern wie Laien - sind mir sehr wichtig. Ich habe 2002 mit Vorträgen angefangen, also vor über 20 Jahren, und inzwischen rund 900 bis 1.000 Vorträge vor 500 bis 1.500 Menschen gehalten. Für mich ist ein Abend in einem Veranstaltungssaal also nichts so Ungewöhnliches.“ (tsch)

