Eigentlich geht's bei „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) ja um die Zukunft - nämlich die der Talente. Am dritten Castingtag der 22. Staffel wurde allerdings Juror Bushido von der Vergangenheit eingeholt. Und das gleich zweimal.
„Du kannst dich bei Arafat entschuldigen“DSDS-Kandidat teilt gegen Juror Bushido aus

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Bushido machte am dritten Castingtag von „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) gleich zwei eher unangenehme Kurzausflüge in die Vergangenheit. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

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Elyas Fakhri (30) wollte als Deutschrap-Spaßvogel glänzen - wurde aber zum Beef-Master of Desaster und suchte den Verbalfight mit Juror Bushido. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Dieter Bohlen verstand nur Bahnhof beim bislang größten Eklat der neuen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL). Bushido dagegen hatte sehr wohl verstanden. Die Deutsch-Rap-Legende war gerade von einem Kandidaten massiv und ziemlich respektlos angegangen worden. Das Ende des Beefs zwischen Anis Ferchichi und Elyas Fakhri war dann aber auch wieder für Dieter Bohlen bemerkenswert. Isi Glück, die Dritte im Jury-Bunde, brachte es hübsch auf den Punkt: „Wie unangenehm war das denn, Alter?“

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Michael (60) alias „Herr Kaleu“ war der einzige, der über seine Witze lachte. Ernst gemeint war aber seine Aussage „Ich bin der faulste Deutsche.“ Reichte nicht zum Weiterkommen. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Elyas Fakhri (30) wird einen Wimpernschlag lang in Erinnerung bleiben. Bei Bushido allerdings in keiner guten. Der junge Mann aus Hamburg gab vieles vor zu sein: Model, Schauspieler, Deutschlehrer. Als Bushido-Fan outete er sich nicht. Er wird's nach diesem Auftritt auch nicht werden. Im Gegenteil: Er lieferte sich mit dem Rapstar einen heftigen Streit.

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„Ja sagen kann man schnell. Aber so leicht mache ich es mir nicht“, umschrieb Dieter Bohlen (links) seinen Jury-Job. Mit Isi Glück und Bushido beriet er sich intensiv. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Elyas' Auftritt war von Anfang an schräg. Er kam - mit einem Klempner-Pömpel und einem Stoffhamster - hysterisch gackernd rein und stellte sich mit schlechten Witzen und reimend vor: „Hey Bushi, ich mag Sushi, denn ich bin keine M...chi.“ Bushido verweigerte gleich mal den Handschlag. Als Elyas meinte, er sei auch Model, hakte Bushido nach: „Für Toilettenpapier?“ Klar: Da hatten sich zwei auf Anhieb nicht gesucht, aber gefunden. Als Gegner.
Bushido vs. Elyas: DSDS-Drama in einem Akt

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Kadischa Weiß (21) sang so gut, dass sie direkt - ohne Umweg über den „Golden Room“ - in den Recall upgegradet wurde. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

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Sebastian Jaeger (29) beeindruckt das Jury-Dreigestirn mit „Falling“ (Harry Styles) und viel Gefühl in der Stimme. Recall gebucht. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
„Wo bist du denn ausgebrochen?“, „Wer lässt dich denn auf Kinder los?“ - So biestig kommentierte Bushido Elyas' Aussagen, wonach er als Deutschlehrer für Kinder gearbeitet habe. Und als der crazy Hamburger auch noch Deutschrap von AK Ausserkontrolle präsentieren wollte, meinte Bushido: „Entschuldige dich, bevor du anfängst, bei ihm.“ Nicht ganz fair, nicht ganz fein, aber offenbar erwartete der Juror wenig Ehrenvolles.

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Abdul Faizan (24) feierte ein erfolgreiches DSDS-Comeback. 2021, in Dieters „Off-Season“, schaffte er es in die Top 25. Diesmal buchte er das Recall-Ticket. (Bild: RTL)
Aber Elyas zeigte sich schlagfertig. „Warum sollte ich? Kannst dich ja bei Arafat entschuldigen. Das wär vielleicht besser.“ Uiuiui, der Beef ging tief. Denn damit stand eines der längsten und in Gänze unschönsten Kapitel aus Bushidos Vergangenheit plötzlich mitten im DSDS-Rampenlicht. Der rotzfreche Elyas spielte damit auf die epische Schlammschlacht an, die sich Bushido und sein ehemaliger Business-Partner Arafat Abou-Chaker jahrelang lieferten. Erst im vergangenen Januar endete sie - vorerst - vor Gericht. Mit einem Urteil zugunsten Bushidos.

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Jurorin Isi Glück war von Abii Faizans Lebensgeschichte und Gesangsdarbietung so berührt, dass ihr die Tränen übers Gesicht liefen. (Bild: RTL)
Dem fror zwar kurz das Gesicht ein, aber er blieb cool, nickte nur. Dieter Bohlen hatte Mühe zu folgen. „Warum soll der sich bei Arafat entschuldigen? Das versteh ich nicht.“ Den Verweis auf die Schlagzeilen in den Medien verstand nur Isi Glück. „Ja, ich glaub aber, das ist kein Thema jetzt, wir sollten lieber singen.“
Beef mit Bushido: DSDS-Kandidat hat plötzlich „keinen Bock“ mehr

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Auch Leonarda Vokshi (24) war schon mal bei DSDS. Im Gegensatz zu 2024 kam sie diesmal aber in die Top 30. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)

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Das war knapp. Bei Dario Manna (31) aus Pforzheim war sich die Jury uneins. Im Sing-Off überzeugte er aber und bekam den Recall-Zettel. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Dazu kam es dann aber auch nicht. Von der Coolness Bushidos, der Elyas sogar noch „die Performance deines Lebens“ wünschte, war der Kandidat verwirrt. Jedenfalls hatte der bekennende Spaßvogel plötzlich keinen Spaß mehr. „Nee, kein Bock, kein Bedarf“, muffelte er - und ging grußlos.

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Ist er der neue Ramon Roselly? Jedenfalls ist Giovanni Weisheit (32) auch ein Artist und ebenso stimmgewaltig. Giovanni schaffte die Top 30. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Die Jury weinte ihm keine Träne nach. „Das war komisch“, meinte Dieter ratlos „Aber nicht lustig“, rückte Isi zurecht. Bushido nahm es locker: „Ein paar dumme Sprüche abgelassen. Das war einer der unangenehmeren Sorte. Aber damit muss man hier auch leben. Alles gut.“
Sieben Talente schafften es an Castingtag drei in den Recall der besten 30

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Überraschung! Metal-Fan Timea Göghova (46) ließ mit ihrem Stimmvolumen die Wände wackeln und feierte ihren Recall-Einzug mit einem furiosen Headbang-Einsatz. (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Es war der zweite Ausflug in die Vergangenheit. Zuvor hatte sich Michael (60), alias „Herr Kaleu Klammt“ als „der Faulste Deutschlands“ geoutet und seinen Partyschlager „Herr Kaleu - arbeitsscheu“ vorgetragen. Wenigstens ein paar Sekunden, dann grätschte die Jury rein. „Mit dem Groove schmeißt man dich am Ballermann raus“, rechnete Dieter ab. „Die Leute interessiert nicht, dass du stolz drauf bist, eine faule S... zu sein.“
Bushido fand auch klare Worte: Arbeitsverweigerung sei nichts, worauf man stolz sein solle. „Man kann von mir halten, was man will, aber ich hab immer gearbeitet und immer meine Steuern bezahlt. Paar Problemchen gehabt, aber am Ende des Tages ist deine Einstellung nicht okay.“ Mit „Problemchen“ wiederbelebte Bushido selbst vergangene Tage. 2016 hatte er selbst in größerem Umfang mit der Steuer zu tun - gelinde formuliert.
Der arbeitsscheue Kaleu und Elyas schieden aus. Sieben ihrer Konkurrenten dagegen wurden von Isi, Bushido und El Titan mit dem Recall-Zettel ausgestattet: die brillante Kadischa (21) aus Göttingen, der gefühlvolle DSDS-Comebacker Abii (24) aus Koblenz, Sebastian (30) aus Schwetzingen, Leonarda (25) aus Hannover, Giovanni (32) aus Tauberbischofsheim, Dario (31) aus Pforzheim und die stimmgewaltige Timea (46) aus Finsing. (tsch)
