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Gil mit brisanten Behauptungen im CampJetzt meldet sich sein Anwalt zu Wort

Gil Ofarim äußerte sich überraschend zum Verfahren im Camp.

Gil Ofarim äußerte sich überraschend zum Verfahren im Camp.

Aktualisiert

Viel los bei Gil Ofarim: Im Dschungelcamp äußert sich der Musiker plötzlich ausführlicher und mit brisanten Behauptungen zu seinem Prozess. Nun hat sich sein Anwalt auf Instagram zu Wort gemeldet.

Gil redet – und seine Dauer-Kritikerin Ariel muss gehen: Im RTL-Dschungelcamp hat es gleich mehrere überraschende Wendungen gegeben. Die größte Überraschung war, dass sich Musiker Gil Ofarim nun doch detaillierter zu dem Prozess gegen ihn in Leipzig geäußert hat.

Im Zwiegespräch mit Mitcamperin Simone Ballack ging der 43-Jährige in der am Abend ausgestrahlten Folge von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ unerwartet auf die damaligen Vorgänge ein. Ihm ging es dabei vor allem um Videoaufnahmen, die in dem Prozess zum sogenannten Davidstern-Skandal eine große Rolle gespielt hatten. Die Äußerungen warfen viele Fragen auf.

Ofarims brisante Aussagen

„Es wurde nachgewiesen, dass das Band nicht das Originalband ist. Es wurde nachgewiesen, dass von allen Kamera-Aufnahmen mehrere Sekunden gefehlt haben“, erklärte Ofarim am Lagerfeuer.

Zudem sprach er von einem Zeugen, der ausgesagt habe, dass er „den Davidstern gesehen“ habe. Ebenso behauptete er: „Das Video, das der Digitalforensiker hatte, ist nicht das Original“. Wie Ofarim zu seinen Schlüssen zu dem Videomaterial kam, blieb unklar.

Digitalforensiker hatte Videos ausgewertet

Der Hintergrund: Der Musiker hatte im Jahr 2021 deutschlandweit Schlagzeilen gemacht, als er sich bei Instagram als Opfer antisemitischer Äußerungen eines Hotelmitarbeiters darstellte. Der Mann habe gesagt, Ofarim solle seinen Davidstern abnehmen, erst dann dürfe er einchecken, so die damaligen Anschuldigungen des Sängers.

Ofarim erstattete Anzeige, aber auch der Hotelmitarbeiter wehrte sich und zeigte seinerseits den Musiker wegen Verleumdung an. Aufzeichnungen aus dem Hotel spielten in dem folgenden Prozess eine gewichtige Rolle. Ein Gutachten zu den Videoaufnahmen legte nahe, dass die Kette gar nicht sichtbar gewesen sei, als Ofarim im Hotel einchecken wollte. Ein Digitalforensiker wertete unter großem Aufwand sieben Videos der Überwachungskameras in dem Hotel aus.

Wurde das Video manipuliert?

Gil Ofarims Anwalt, Alexander Stevens, schrieb im Anschluss der Sendung auf Instagram zur Frage, ob das Video aus der Lobby tatsächlich manipuliert wurde, dass die Verteidigung von Ofarim damals festgestellt hätte, „dass eines der drei in Augenschein genommenen Videos an einer neuralgischen Stelle einen Zeitsprung aufweist – zwei Sekunden fehlen.“

Es habe sich aber nicht abschließend klären lassen, ob es sich um Manipulation oder einen Frame-Sprung bei einem Kopiervorgang handle.

Stevens: „Entscheidend ist: Die Polizei hatte zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf das Originalvideo. Die Sicherung erfolgte erst zwei Tage nach dem Vorfall – und zwar als Kopie von der Festplatte des Hotels.“ Es habe eine zeitliche Lücke gegeben, in der theoretisch Veränderungen möglich gewesen wären – „ob absichtlich oder technisch bedingt, bleibt offen.“

Gab es jemanden, der den Davidstern gesehen hat?

In einem weiteren Post erklärt Stevens, dass es tatsächlich einen neutralen Zeugen gegeben habe, der im Gerichtssaal ausgesagt hatte, den Davidstern gesehen zu haben.

Diese Tatsache spiele aber seines Erachtens keine Rolle, da das Tragen des Sterns keine zwingende Voraussetzung für eine Beleidigung sei – „zumal ja anhand einer Zeugenaussage festgestellt wurde, dass der Hotelmanager keinerlei Beleidigungen geäußert hat und damit diese Anschuldigung falsch war, wofür sich Gil Ofarim auch entschuldigt hat.“

Ein Gutachten der Verteidigung sei zu dem Ergebnis gekommen, Ofarim habe den Davidstern während der Auseinandersetzung in der Lobby nicht getragen. „Das Gutachten der Staatsanwaltschaft kam zusammenfassend zu dem Ergebnis, dass keine eindeutigen Aussagen über das Tragen der Davidstern-Kette unter dem T-Shirt getroffen werden könnten, obwohl in einigen Frames der Nachstellung hellere, zusammenhängende Pixel am Halsbereich detektierbar seien, die auf eine Reflexion schließen lassen würden …“, erklärt der Anwalt weiter.

Verfahren war eingestellt worden

Vor Gericht in Leipzig gestand Ofarim damals schließlich in knappen Sätzen, gelogen zu haben, und entschuldigte sich. „Die Vorwürfe treffen zu. Es tut mir leid“, sagte er in dem Verleumdungs-Prozess. Damit räumte er ein, dass seine Antisemitismusvorwürfe nicht stimmten. Das Verfahren wurde eingestellt. Der Musiker musste als Auflage einen Geldbetrag von 10.000 Euro zahlen. Das Gericht teilte damals mit, dass nach Ansicht der Strafkammer „alle Zweifel und Spekulationen in dieser Sache endgültig beseitigt“ seien.

Ofarims Äußerungen im Dschungelcamp kamen deshalb überraschend, weil er in den Tagen zuvor viele Fragen seiner RTL-Mitcamper zu dem Fall unbeantwortet gelassen hatte. Als seine lauteste Kritikerin kristallisierte sich dabei Reality-Star Ariel heraus. Immer wieder bohrte die 22-Jährige nach und konfrontierte Ofarim mit dessen Vergangenheit - aber der ging nicht darauf ein. Später musste Ariel das Camp verlassen, weil zu wenig Zuschauer für sie angerufen hatten.

Anwalt Stevens hatte sich erst am Mittwochabend in einem Instagram-Live gemeinsam mit dem Strafrichter Thorsten Schleif zur Einstellung des Leipziger Strafverfahrens geäußert. Dass sich Ofarim bislang nicht weiter zu dem Fall geäußert hatte, erklärten die Juristen mit einer Unterlassungserklärung. Mandanten werde in solchen Fällen häufig geraten: „Am besten sagst du gar nichts mehr darüber.“ (dpa/mg)

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