Ein Vogel kommt selten allein - zumindest bei Basti (38) aus Heiden. An Tag 4 von „Das perfekte Dinner“ (VOX) im Münsterland stellt er seine Gäste vor ein riskantes Experiment. Der „Fleischbombe“ aus Gans, Ente und Huhn folgen Früchte, die nicht mal er selber jemals gegessen hat ...
„Dinner“-Gastgeber legt bei seinem Menü wenig Wert auf Optik„Kantine eben, einfach draufgeklatscht“

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Premiere beim „perfekten Dinner“: Basti (38) füllt eine Gans mit Ente und Huhn. (Bild: RTL)
„Ich will alles und auch mal richtig eskalieren“, kündigt Basti (38) an Tag 3 des „perfekten Dinners“ in Heiden an. Wer jetzt an eine besonders wilde Partynacht denkt, liegt gar nicht so falsch - nur findet die Party in seiner Küche statt. Der Altenpfleger (“Mein absoluter Traumjob“) hat sich für seine Dinner-Gäste einiges vorgenommen: Drei Geflügelsorten sollen nach Art des amerikanischen Bratens „Turducken“ zu einem einzigen Festtagsgericht verschmelzen.
„Ich mag es, Produkte anzufassen und darin aufzugehen“, so Basti. Und so hantiert er munter drauflos: Für seine „Fleischbombe“ entbeint er Gans, Ente und Huhn, füllt sie ineinander, injiziert eine Knoblauch-Marinade und stopft sie zum Abschluss mit einer Laugenbrötchen-Semmelknödel-Füllung. Alles ganz instinktiv, denn ein Probekochen gab es nicht: „Ich wollte auf volles Risiko gehen und habe alles geheim gehalten.“

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„Ich möchte ein Risiko eingehen“, beschreibt Basti seinen kulinarischen Plan. (Bild: RTL)
Dass das Ganze ziemlich riskant ist, weiß er selbst - und dann noch ohne Schnippelhilfe. „Ich will mir nicht reinpfuschen lassen“, erklärt der Gastgeber. Schließlich gehört das Austesten von Grenzen für ihn zum Spaß dazu: „Ich finde es schön, Leute zu ärgern“, lautet sein Motto. Seine Gäste dürfen sich also auf Überraschungen einstellen.
Motto: Upside down - Nichts ist so, wie es zu sein scheint
- Vorspeise: Feige Hühnchen Thun's verstecken - Chickenfingers / Thunfischtatar / Ziegenkäse-Feigen-Honig-Salätchen
- Hauptspeise: Alles Gans schön abgefüllt: Gooducken - Gans / Ente / Huhn / Dunkelbiersauce / Couscous / Zucchini
- Nachspeise: Roulade, Knödel und Rotkohl - Schokolade & Mango / Birne & Mango /Sapoté Mamey
Basti hat acht Ratten, einen Hund, zwei Katzen und Fische

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An Tag 4 trifft sich die Münsterländer „Dinner“-Runde bei Basti in Heiden. (Bild: RTL)
„Von außen nach innen füllen oder andersrum, muss mal nachdenken“, grübelt Basti bei seiner, wie er sagt, „Friemelei“. Auch sonst ist das Mitglied einer Patchwork-Familie - sein Freund Christoph hat drei Kinder - übrigens von Tieren umgeben. Seine acht Ratten sind nach Charakteren aus „Desperate Housewives“ benannt, dann gibt es noch einen Hund, zwei Katzen und tolle Fische in einem blau beleuchteten Riesen-Aquarium.
Was die gefiederten Freunde auf dem Teller angeht, erinnern sie Johanna (30) an eine kulinarische Matrjoschka: „Von groß nach klein.“ Nur ob die drei Vögel am Ende auch problemlos zusammenfinden? Beim Servieren zeigt sich: Die Sache hat ihre Tücken. Das Anrichten hält Basti mit seinem trockenen Humor salopp: „Kantine eben, einfach draufgeklatscht“, sagt er selbstironisch. Axel (47) findet immerhin, dass „alles seinen Platz gefunden“ hat. Johanna hat dagegen Mühe, die Ente zu finden - und kommt ohne mit dem Messer nicht durch. Dazu ist wiederum die Gans aus ihrer Sicht zu trocken.
„So gar nicht mein Geschmack“
Ganz abschreiben will die Runde das Experiment aber nicht. „Es gibt viel zu entdecken“, meint Christina (43). Johanna bescheinigt dem Gericht sogar: „Das Herz ist drin, aber deins.“ Beim Gemüse hätte sie sich allerdings mehr Würze gewünscht. Und Vicky (30) findet bei jedem Gang: „Weniger wäre mehr gewesen.“
Doch Basti wäre nicht Basti, wenn nach der Fleischbombe schon Schluss wäre. Zum Dessert serviert er neben einer „Roulade“ aus Schokomousse einen „Rotkohl“ aus „Sapote Mamey“, einer Frucht aus der Karibik. Hat er selbst noch nie probiert hat - und wagt damit gleich den nächsten kulinarischen Selbstversuch. Seine Münsterländer Runde goutiert es nicht: „So gar nicht mein Geschmack“, sagt etwa Vicky.
Am Ende gibt es für Bastis „es(s)kalierendes“ Menü 25 Punkte. Sein Fazit? Wenn es den Gästen nicht schmeckt, ist auch das für ihn kein Problem: „Lieb gemeinte vier Punkte - auch ok.“ Hauptsache, er hat sich getraut, einmal richtig aufzudrehen. Und jenseits des ewigen Rinder- oder Hirschfilets zum Hauptgang hat er mit seinem originellen „Gooducken“ sicher sein eigenes ewiges „Dinner“-Kapitel geschrieben. (tsch)
